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dem Grund eines Wasserbettes ausschöpfen und werfen. Dies ist das ndd. baggern, ndl, baggeren von ndl. bagger f.«Schlamm auf dem Grunde des Wassersy, unsichrer Her- kunft. Vgl. Franck s. v.
bah! Interj. der Geringschätzung und Abweisung(bei Voß). Auch pah?(bei Pla- ten 4, 197). Vgl. franz. bah
bähen, v.: in Wärme erweichen; am Feuer gelind rösten. Mhd. bœjen, bœn, ahd. bäjan, bähan, bäen. Dazu Bad(s. d.), viel- leicht zu lat. fovére«wärmen, warmhalten, badeny, also aus*hawé, doch s. Walde s. v.
Bahn, f.(Pl.-en): gemachte ebene Fläche zum Fortbewegen auf derselben; Linie, Rich- tung einer Bewegung. Mhd. baue, ban k. und ban m., dazu ndl. baan f., schwed. ban, band, dän. bane(entlehnt). Es gehört vielleicht zu bohnen(s. d.), dann mit der Grundbed. «Glätte, glatte Flächey oder zu einer germ. Wurzel ban«schlagen», ahd. bano«Mördery; dann wäre die Grundbed.«die festgeschlagenes. Luther hat ban, bann; sonst in ältern md. Quellen oft noch die vollere Form Bahne (2z. B. Zesen Helikons L. 7b, Fleming 342, Lohenstein Ibr. 45, Günther 152. 222). AB L bahnen, v.: Bahn machen, zur Bahn ma- chen. Mhd. banen, aber bei Luther benen, behnen, wie auch bei den schlesischen Dich- tern bähnen(noch bei Günther 393, auch 1775 von Heynatz und 1793 von Adelung als obd. noch erwähnt), aber 1642 bei Due⸗ bahmen(so auch bei Gryphius Trauersp. 410). ZUS. Bahnhof m., Bahnwart, Bahn- wärter m. und andre Eisenbahnwörter seit den 30 er Jahren dieses Jh.
Bahre, f.(Pl.-n): langes wagerechtes Gestell zum Tragen für zwei oder mehr Personen; besonders ein solches Gestell, den Sarg zum Grabe zu tragen;(daher, aber selten) Sarg, z. B. bei Schiller Räuber 4, 6. Mhd. bäre, ahd. bära f.; dazu ndl. bacr, ags. bꝰre, bã᷑ꝝr f., engl. bier, schwed. bär m., dän. baare; mit abweichendem Vokal anord. Parar Pl.(weitergebildet auch in engl. barrow und ndl. berrie f.)«Bahre»; eine 3. Vokalstufe zeigt pbayr.'schwüb.-alem.-hess. Dére f.(daher franz. biéere). Gehört zu got. bairan, ahd. béran ctragen»(s. gebären), wie lat. feretrun n. Bahrey zu dem entsprechenden ferre« tragen», vgl. die gleichartige Bildung in aind. Dhãräs m. «Bürde, Lasty und auch wohl in lat. féralis adj. eig.«zur Bahre, zum Toten gehörig». Bei
Luther bare; sonst im ältern Nhd. oft ohne e
(Baar bei Duez, Krmer, Frisch, Bahr bei Lud- wig, Freyer). ZUS. Bahrrecht, n.: Art Got- tesurteil, das darin bestand, daß man, wenn der Totschläger unentdeckt war, alle Ver- dächtigen an die Bahre treten und den Leichnam berühren ließ, indem man glaubte, die Wunde fange bei dem Schuldigen an zu bluten(vgl. Nibelungen 984 fg.). Bahr- tuch, n.: Sarg-, Leichentuch, mhd. bärtuoch.
Bai, f.(Pl.-en): weit in die Breite sich ausdehnender Meerbusen;(mhd. beie, jetet veraltet) vorspringendes Fenster an den Zinnen. Zugrunde liegt franz. baie, mit bei- den Bedeutungen, entsprechend ital. baja Bucht, Hafen», altrom.(bei Isidor) baja Bucht, Hafen», wahrscheinlich auf den Orts- namen Bajae zurückgehend, vgl. Schuchardt Btr. 19, 541 ff. Ins Deutsche gekommen aus engl. barν Meerbusen», vermittelt durch das Ndl.(baege«Bucht, Hafen» bei Kilian 29 2). Ndd.-Hochd. erscheint Bay am Ende des 16. Ih. bei Hulsius Schiffahrten 3, 9, daneben früher auch Baye. ZUS. Baisalz(auch Boi- Salz), n.: Meersalz. Nach engl. baysalt, 1546 bei Georg Agricola 484 Baisaltz(im 16. Jh. nd. 50180t).
Bajäzzo, m.(-s, Pl.-s): der gemeine Lustigmacher umberziehender Spieler und Gaukler. Aus mailänd. pajaez(Cherubini, voc. milanese-ital. 3, 239 b), entsprechend ital. pagliaccio m.«Hanswurst, Gaukler», eig. «Strohsack», von mailänd. paja, ital. paglia f. «Strohy abgeleitet, das auf lat. palea f.«Spreu⸗ zurückgeht. Bei Campe 1811. Mundartlich, z. B. obersächsisch, Balatz, Baläs m.
Bajonétt, n.(es, Pl.-e): Plintenspieß. Aus franz. baionette f., urspr. bayonnette, weil(im 16. Jh.) zu Bayonne in Südfrank- reich erfunden. Noch im 17. Jh. entlehnt.
Bake, f.(Pl.-/): sichtbares Schiffer- zeichen zu Anfurt und Hafeneinfahrt oder zur Warnung vor Untiefen. Das ndd. bake f., ndl. bakx f., entlehnt aus fries. haken n., dazu asächs. b5Oan Zeichen?, ags. béacen n. Zeichen», engl. beacon«Bake, Signalfeuer, Leuchtturmy, ahd. boulnlhan, mhd. bouchen n. Zeichen, Signal?(noch jetzt schweiz. pauche, höche m. Bojey), das wohl zu gr. rioꝓραονν cerscheinen lassen, ein Zeichen geben ge- hört. Schon im Anfang des 17. Jh. auch im Hochd.(Wallhausen Corpus mil. S. 107 hat Fewwerbaacken, Stieler 1691 Bahle«pha- rus»). Der Wechsel des Geschlechts erfolgte vom Plur. aus(wie bei Wolke, mhd. wollcen n.)


