Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
135-136
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135 Back

backen 136

mit langem, wippendem Schwanze, motacilla. Spätmhd. in md. Quellen(Schröers Voc. v. J. 1420 No. 1577) bachstelze(auch 1482 im Nürnberger Voc. theut. y 2 b pachsteltz und 1501 im Leipziger Voc. opt. R 3 5b), früher er- scheint wazzerstelze, ahd. αςαwstelzd f., das auch später im Obd. bleibt(noch von Adelung erwähnt).-Stelze ist eig.«Stelzengängerin» (im 15. Jh. stelz m.«einer der mit einem Holzbein gehen mußy), s. Stelze. Dafür mnd. quek-, qualestert«der Vogel mit dem beweg- lichen Schwanzen(s. queck und Sterz), jetzt nd. wipstert(engl. wagtall).

Back, n.(*es, Pl.-e): tiefe, hölzerne Schüssel, in der einer bestimmten Zahl der Schiffsmann- schaft die Speise aufgetragen wird; Vorder- schanze(vorderer innerer Raum) des Schiffes (bei Ludwig 1716 angeführt). In der niederd. Schiffersprache. Nd. back«große tiefe(hnölzerne) Schüssel, Kumpf, Kasten, kastenartiger Be- hälter?; ndl. bakx m. Trog, Mulde, Kastenꝰ, (bei Kilian 22)«Kahn»; engl. back Kufe, niedriges Fahrzeugy; franz. bac« Trog, Bottich, Fährey. Als Grundlage wird spätlat. bacca Wassergefäßy(bei Isidor) angesehen, dessen Herkunft unbekannt ist.

Backbord, n.(-es, Pl.-e):(vom Steuer- ruder aus gesehen) die linke Hinterseite des Schiffes(bei Ludwig 1716 angeführt). In der ndd. Schiffersprache. Der Name daher, daß der Steuermann beim Halten des Steuerruders mit der rechten Hand der linken Seite des Schiffes den Rücken(ndd. back, s. Backen 1) zukehrt(die rechte heißt nach dem Steuer- ruder Steuerbord). Über den Ort, an dem das Steuer angebracht ist, vgl. R. Werner Gött. Anz. 1897, 361, Liebich Btr. 23, 224. Bord(s. d.) ist hier Schiffsrand. Entsprechend ndl. bakboord n., woher franz. bãbord m.

1 Backen, m.(-S, Pl. wie Sg.), zuweilen Backe f.(Bürger II. 5, 66): die fleischige Erhöhung zu beiden Seiten des Afters, in Arsch-, Hinterbacken. Mhd. backe in arsbacke m.(das ck ist nicht ndd., sondern erklärt sich aus Assimilation eines*), das mit bache «Spéeckseite, Schinken»(s. Bache) zurückgeht auf ahd. Dach n.«Rücken, Rückseitey(mhd. nicht mehr vorhanden), dazu asächs. bak n., ags. bœν n., engl. back, anord. bak n., schwed. balc m., dän. bag«Rücken». Etymologisch gehört ahd. bach wohl zu air. bacc«Haken, Hacke, Krummstaby, abg. bokä«Seitey, vgl. Zupitza KZ. 36, 234. Eine weitere Anknüpfung bei Persson Wurzelerw. 190.

² Backen, m.(-8, Pl. wie Sg.) und Backe, f. (Pl.-n): Gesichtsfläche zwischen Auge, Nase, Ohr und Hals. Mhd. backe, ahd. bacho, hahho m. Backen», ursprünglich«Kinnladey(häufig zu- sammenges. mhd. iνeεacke,-bache, ahd. Kinni- bahho, dazu asächs. kinnibalco m., ndl. Kinne- bal f.). Mit dem vorigen Wort nicht verwandt; nicht zu lat. bucca f.«Mund, Backey, sondern zu gr. Pœrüäv Kinnbacken»(Hesych), R. Much Zfd W. 2, 283. Im ältern Nhd., auch bei Luther, herrscht das Mask. Backen(früher Backe, Back), daneben dringt vom Ndd. aus das Fem. Backe vor, schon bei Schottel(aber nicht bei Stieler, Ludwig, Frisch, Steinbach); bei Adelung und Heynatz als regelrechte Form. 4 B L. bäckig, adj. in dick-, rotbäckig. ZUS. Backenbart, m., erst bei Adelung 1793; dazu ndl. baleke- baard m. Backenstreich, m., frühnhd.(1482 im Vocab. predic. B 1 5b), dafür mhd. backen- slac m. Backenzahn, älter Backzahn, m.: einer der vier hintersten Zähne auf jeder Seite des Kinnbackens, mhd. backzan,-zant, ahd. bacchozan, dazu ndl. baktand. Backpfeife, f.: Ohrfeige(Immermann Münchh. 1, 203).

backen, v.(Prät. huk, häufig backte, Part. gehacken): 1) intrans. durch Hitze(oder Frost) fest aneinanderklebend hart werden, 2) trans. durch Hitze inkurzer Zeit fest und hart machen. Mhd. backen(das ck erklärt sich durch eine Präsens-Verstärkung, wahrscheinlich assimi- liertes n) und bachen, ahd. bacchan und bahhan; dazu ndl. bakken und(der 2. hochd. unver- stärkten Form entsprechend) ags. bacan, engl. balce, anord. schwed. balca, dän. bage und mit Ableitung ndl. bakeren«wͤrmen». Ver- wandt ist gr. Grτſeiv«braten, rösten?, aber kaum lat. focus m. Feuerstatt, Herdy, vgl. Walde s. v. Im äültern Nhd. findet sich in obd. Quellen die Form bachen(noch von He- nisch und selbst von Krämer 1678 neben backen angeführt), backen ist durch Luther herrschend geworden. Das Prät. mhd. Baoch, erbält sich auch im ältern Nhd. als bach; diese Form gibt noch Bödiker als die regelrechte(auch noch bei Heynatz 1775), während sich Gottsched für buuclc, Adelung für bux entscheidet. Das Part. Prät. mhd. gebachen ist im Nhd. dem Präs. an- geglichen worden(schon bei Luther gebacken). Seit dem 18. Jh. kommt auch schwache Flexion vor(namtl. bei dem intrans. backen). 4 BL. Beck, m.(-en, Pl.-en): Bäcker. Nur noch süddeutsch(als Familienname verbreiteter). Mhd. becke, ahd. becko, beccho(in brothbecco). Dafür jetzt Bäcker, m.(-s, Pl. wie Sg.), im