Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
133-134
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133 1 b

Bachstelze 134

B

b, der zweite Buchstabe des Alphabets. Redensart: wer a sagt(oder gesagt hat), muß duch b sagen«wer einmal etwas anfängt, muß darin, komme auch, was da wolle, fort- fahren»(1716 bei Pistorius thesaur. paroem.).

babbeln, v.:(von kleinen Kindern) die ersten Sprechversuche machen; viel und ge- haltlos sprechen. Das Wort geht lautnach- ahmend auf ba ba zurück, womit das früheste Sprechen und Plaudern des Kindes beginnt. Entsprechende Worte sind weit verbreitet, so ndl. babhelen, engl. babble, franz. babiller, ital. babholavre, lat. babulus«Schwätzer». Schon im 16. Jh. in der Form babbeln, bappeln, pappeln vorkommend; Henisch 1616 verzeichnet babelen.

Babe, Bäbe, f.(Pl.-/): ein Backwerk. In Obersachsen, Schlesien und Posen ein Asch- kuchen, Gugelhopf, in einer Form gebackener Kuchen mit einem von oben bis unten gehenden Loche. Mhd. bäbe f. ist«Großmutter, altes Weib»(in letzterer Bed. noch bayrisch Bübenf.) und gehört zu slav. poln. baba«Frauꝰ lit. bõba caltes Weib», vgl. ahd. Baba als Eigenname neben dem männlichen Babo. Diese Bedeutung könnte zugrunde liegen, da das Backwerk viel- fach menschliche Formen nachahmt. Viel- leicht aber auch Kinderwort, vgl. schwäb. Babe Broty, schweiz. Babi Gericht aus Brotschnitten und Apfelny.

Babusche, f.(gew. im Pl. Babuschen): leichter Hausschuh. Aus franz. babouche f., von türk. babadsch, pers. pãpüsch cleichter Pantoffel zum Gebrauch im Hausey.

Bacchant, m.(en, Pl.-en): wüster, sich betrunken umbertreibender Mensch(so bei Rot 1571); wohlgenährter, vom Trinken im Gesichte roter Schwelger;(im 15. bis 17. Jh.) fahrender Schüler, ein nicht mehr zu den untersten Schülern(den Schützen), aber auch noch nicht zu den eigentlichen Studenten gehöriger junger Mensch(in Vokabularen zu Anfang des 15. Jh. bachant, bachante bei Diefenb. 65 b). Aus lat. bacchans, Gen. bac- chantis, Part. Präs. von bacchari«wild um- herschweifen», auch«sich übervoll saufen?, eig.«das Bacchusfest feiern». 4 BL. bacchan- tisch, adj., frühnhd.(bei Luther).

Bach, m.(-es, Pl. Bäche): kleines fließendes Wasser. Mhd. bach m.(in md. Quellen auch f.),

ahd. bal, m.; dazu asächs. beki, biki, mnd. hekce f., ndl. beek f., ags. becc m., engl. beck, anord. bekkr m., schwed. bäche, dän. bük. Bugge Btr. 13, 171 f. vergleicht gr. umfn f. «Quelley, doch stimmt die Lautverschiebung nicht. Nach Zimmer Z. f. kelt. Phil. 1, 98 zu air. büal(aus bhogläã)«Bachwasser». Von Uhlenbeck Aind. WB. zu russ. bagné, poln. bagno«Sumpfy, aind. bhagnas«gebrochen» gestellt. Am ehesten ist es eine Ableitung zu einem Verbum claufen⸗, das in alg. bezo cich fliehey, lit. bégu«laufey, gr. ꝓeßouai fliehes vorliegt. Das Geschlecht ist bei Luther über- wiegend Mask., seltner z. B. Hiob 6, 15 Fem., bei den mitteld. Schriftstellern des 16. und 17., selbst noch des angehenden 18. Jh. Fem.(noch bei Günther 141 und noch jetzt mundartlich md. und ndd.), während die Grammatiker seit Schottel das Mask. verlangen.

Bachauner(auch Bachäüner, obersächs. Bachômer), m.(-s, Pl. wie Sg.): Schwein aus dem Bakonyer Wald im westlichen Ungarn.

Bachbunge, f.: Name zweier in Bächen undstill fließenden Wassern wachsenden Ehren- preisarten. Im 14. Jh. bachhange cberulas Diefen- bach 72³, bei Dasypodius 1537 Bachpunge, im 15. Jh. nd. belebunge, woher neulat. becca- bunga, ital. beccabungia f.-bunge wohl wegen der Fruchtknöpfchen, denn mhd. bunge, spätahd. pungo m. ist«Pflanzenknolley; dies Wort ist verwandt mit skr. bahäs(für*bhaha), gr. naxòο(für*οφαα dichts, zu an. bingr«Haufem.

Bache, f.(Pl.-n): das wilde Mutterschwein. Weidmännisch. Im Mhd. erscheint hachem., ahd. bahho m.«Speckseite, Schinken»(noch schweiz.- schwäb.-bayr. Bachen m.; aus dem Deutschen stammt afranz. bacon, engl. baον), im 16. Jh. auf das ganze Schwein übertragen(Eber oder Sau, doch zunächst noch als Mask., wie selbst bei Stieler 1691), im 17. Jh. dann auch das Fem. Bache«Mutterschwein»(Harsdörfer Gespräch- spiele 3, 115). Zur Etymologie vgl. 1Backen. 4BL. Bacher, m.(-s, Pl. wie Sg.): zwei- jähriger wilder Eber. Bei Stieler 1691.

Bachminze, f.: die Pflanze mentha aqua- tica. Spätahd. hachminza(ZfdWf. 6, 189), 1482 im Nürnberger Voc. theut. pachmintz.

Bachstelze, f.(Pl.): dünn- und hoch- beiniges, an Bächen laufendes Vögelchen

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