Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
125-126
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125 aussehen

aussetzen 126

der Sitt- und Schicklichkeit hinausgehend, eig. unhäuslich umher schweifend(bei Maaler 1561, dafür im 15. Jh. ußschaweifig, älternhd. außschavweiffig); zu weit gehend, übertrieben.

aussehen, v.: 1) trans. u. refl. mit den Augen auswühlen, ausersehen; durch Sehen verderben. 2) intrans. hinausblicken, mhd. qzsehen; sich in einer bestimmten äußeren Gestalt den Augen(übertragen dem Ver- stande) zeigen(bei Schönsleder 1618). Dazu der subst. Inf. Aussehen, n.(bei Duez 1642). S. Aussicht.

außen, adv.: von dem Raume, der als innerer bezeichnet oder gedacht wird, hinweg. Aus mhd. dzen, ahd. zana, dzän; adv. und auch präp. in der Bed.«außerhalb, ohne», mit der Endung-ana von dz(s. us) ab- geleitet. Dazu asächs. ötan adv., ags. Mltan, 5ton adv. und präp., anord. Ftan adv. und präp., got. Mtana adv. und präp. Näl. hat sich das Wort mit vorgesetztem be- in dem Adv. und der Präp. buiten«außen, außer» erhalten.. erscheint in Zusammensetzungen wie Außending n., Außenseite f., Außenwwelt f. (Withof Acad. Ged. 1, 178 vom J. 1745), und mit Verben wie außenbleiben(Goethe 12, 90. 50, 256, jetzt gewöhnlicher ausbleiben), außenlassen, mhd. zen lägen(jetzt aus- lassen), außensein, mhd. Azen Sin.

außer, präp. mit Dat.(mit Gen. nur in außer Landes, schon mhd. ũer landes): nicht in, sondern vor oder weg von. Aus gleich- bed. mhd. ũzer, ahd. Mzar; dazu asächs. tar, afries. ater. Abgeleitet von((s. aus). Hier- her auch a. sich sein«vor Aufregung seiner nicht mächtig sein»(bei Ludwig 1716). a. wird auch als Konj. verwandt s. v. a. Kaus- genommen» und mit andern Konjunktionen verbunden: a. daß, a. wenn.

außerdem, adv. und Konj., zusammenge- rücktes außer dem«mit Ausschluß davon nochy.

äußere, adj.: außen befindlich(Gegensatz zu innere); das Ausland angehend, z. B. die äãußern Angelegenheiten. Aus mhd.(ohne Umlaut, der erst im 15. Jh. hervortritt, bei Luther eussere) lzere, ahd. ſzaro. Dazu der Superl. äußerste: entferntest(so daß räum- lich nichts weiter ist); dem Grade nach über alles gehend; mhd. dzereste, ahd. Azarösto. äußerst, als Adv.: in dem Grade, daß nichts darüber geht(bei Lessing 1, 20. 22); dasselbe bed. das adverbialische aufs dußerste(bei Krämer 1678); 2u äußerst, adv.: am ent- legensten Ende(bei Aler 1727).

außerhalb, adv. u. präp. mit Gen., seltner Dat.: vor, an, auf der äußern Seite. Aus mhd. Kzerhalp, Präp. mit Gen. und Dat., ahd. (bei Notker) dzerhalb, auch getrennt Azara, deerun halb.

äußerlich, Adj. und Adv.: bloß das Außere angehend, bloß im Kußern. Mhd.(früher ohne Umlaut) dzerlich«körperlich(im Gegen- satz zu geistig), außer der Ordnung, uner- laubt, fremdy.

äußern, v.:(eig. außer sich geben, dann) zu erkennen geben, besonders mit Worten (erst bei Nieremberger 1753 verzeichnet, wohl aus der nordd. Kanzleisprache). Vgl. mnd. atern chinaustreiben, veräußern, herausfor- dern, äußern, dartun», engl. utter«äußern, entdecken, veräußern». Refl. sich a.:(ver- altet) von sich abtun(Philipp. 2, 7 sich eus- sern), sich wessen enthalten, spätmhd.(selten) sich Azern(auch schon sich eussern), neben sich üzenen,«sich entäußern, sich enthalten, sich entfernen»; zum Vorschein kommen(bei Ludwig 1716); mit Worten deutlich werden (bei Adelung 1774). Mnd. sik ätern ist«sich zeigen, versichern, sich entäußern, enthalteny. 4BL. Außerung f.(nach der 2. u. 3. Bed. von sich äußern). Bei Adelung, aber schon im 14. Jh. alemann. Izrige f. Kußerung, Redes und md. Azerunge f.«Entfernung, Ausweisungy, bei Luther eußerung«Lossagung, Trennungy.

außerordentlich, adj. und adv.: außer der abgeschlossenen Ordnung und über die- selbe hinausgehend; über das, was Regel und Gewohnheit ist, sich erhebend. Bei Stieler 169.

Außerung, s. dtßern.

außerwärts, adv.: auswärts(Goethe an Frau v. Stein 3, 140). Schon 1540 bei Al- berus Dict. kk 3 b ausserwerts, mit genet.-S gebildet von mhd. Azerwert causwärtig, äußerlich.

aussetzen, v.: von einem Orte nach außerhalb setzen, mhd. zsetzen;(Töchter) ausstatten und weggeben(Richt. 12, 9, schon mhd.); ans Land setzen;(ein Kind) ins Freie setzen und hilflos zurücklassen; preisgeben, bloßstellen; zu einem Zweck bestimmen, 2z. B. einen Preis oder anderes von Geldes- wert(älternhd. ist a. überhaupt«bestim- men); tadeln, rügen(bei Rädlein 1711), vgl. ausstellen; unterbrechen, ausfallen lassen(bei Ludwig 1716). Intrans. stocken;(bei Aus- führungen) von einem Punkte ausgehen (bei Lessing, Goethe).