Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
123-124
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123 ausrangieren

ausschweifend 124

ausrangieren, v.: jemand, etwas aus der Ordnung ausscheiden. Das Part. Prät. aus- rangiert«ausgemustert⸗. Rangieren aus franz. ranger«ordneny. In der neuern Sprache.

Ausrede, f.(Pl.-n): Rede, um sich aus einer Verlegenheit zu ziehen, Ausflucht. Bei Luther 7, 310 Weim.

ausreißen, v.: 1) trans. durch gewalt- sames Ziehen aus seiner Lage bringen, mhd. dzrizen. 2) intrans. ausbrechen(frühnhd., z. B. 1501 im Voc. opt. K 2 b außreissen cerum- pere?); davonlaufen(bei Luther). 4 BI. Aus- reißer, m.: der davonlauft, flichtiger Soldat (Wallhausen Corp. mil. 131).

ausreiten, v.: 1) intrans. anderswohin oder fortreiten, mhd. qzriten. 2) trans.(ein Pferd) ins Freie reiten; bis zu Ende reiten(Schiller Rätsel 15); mit Reiten auf der Tenne aus- treten machen, z. B. Hafer.

ausreuten, v.: bis in die Wurzel weg- arbeiten und tilgen. Mhd. ſzriuten. S. reuten. Dasselbe bedeutet(mit md. ndd. d=) aus- roden, das aber nie abstrakt verwendet wird. Mhd. in md. Quelle ãzroden, mnd. troden, im 16. Jh. noch nicht bei Hochdeutschen, aber im 17. Jh. schriftsprachlich geworden und bei Stieler 1691 verzeichnet. S. roden. Dagegen ausrotten:(jetzt nur abstrakt) mit Gewalt völlig tilgen. Frühnhd. ausrutten(um 1480 im Voc. inc. teut. b 3 b au⁵utten ceradicare»), ausrotten(bei Luther) auch ausroden». aus- roden und ausrotten haben ausreuten allmählich zurückgedrüngt, Heynatz 1796 weist letzteres nur der edlern Schreibart zu; noch Dornblüth 1755 S. 64 wollte es nur allein gelten lassen.

ausrichten, v.: durchaus gerade machen (Spätmhd. dzrihten aschlichten, in Ordnung bringen);(eine Geldschuld u. dgl.) berichtigen, bezahlen(mhd. und bei Luther); abfertigen (bei Keisersberg);(spätmhd.«loben, rühmen⸗, daher ironisch) verspotten, heruntermachen (schon spätmhd.); ausführen, ins Werk setzen, vollbringen(mhd. und bei Luther, mit subst. Objekt jetzt beschränkt, z. B. ein Mahl);(ab- geschwächt) als Auftrag bestellen(bei Ade- lung 1774). 4 BL. ausrichtig, adj.: gewandt auszurichten oder etwas zu verrichten(z. B. 1. Kön. 11, 28), anstellig. Mhd. Azrihtec.

ausroden, rotten, s. ausreuten.

Aussatz, m.(-es): im Spiele zu Gewinn oder Verlust gesetztes Geld; ansteckender Haut- ausschlag. In der 2. Bed. um 1300 Azsalz m. f.(Renner 21419), im 14. Jh. auch A3Ʒsekze f, gebildet von dem subst. Adj. in schwacher

Form mhd. igsetze(auch A3setzel), ahd. N3sazo, d3sa3zeo m.: der mit dem Aussatz Behaftete, urspr. der wegen dieser ansteckenden ekel- haften Krankheit von den andern Menschen Abgesonderte, an einem besondern Ort Aus- gesetzte, weshalb ein solcher auch bezeich- nend mhd. sundersiech hieß und in dem vom Ort abgesondert erbauten siechhis«Haus für die Aussätzigen» leben mußte. Aussatz(bei dem später nicht mehr an aussetzen gedacht, wurde) verdrängte ältere Benennungen: mhd. miselsuht, ahd. misalsuht f., ahd. hruf m. und hriobsuht f., got. Prutsfill n. eig.«Verdruß- fell, Hautbeschwerde». 4 BL. aussätzig, adj. und adv.: mit Aussatz behaftet. Mhd. dasetzic, gebildet von zsetze.

aussaugen, v. mit starker und schwacher Flexion und in bildlicher Anwendung schon im 16. Jh.(1557 bei Sleidanus übers. v. Stanller 26³).

Ausschlag, m.(res, Pl. Ausschläge): was nach außen kommt; junger Baumschöß- ling; aus dem Körper herauskommende Haut- unreinigkeit(dafür bei Maaler 1561 auß- schlecht); Herausgehen des Züngleins der Wage infolge der schwerern Belastung einer Wagschale(schon im 15. Jh. großen oder cleinen ußschlag geben, s. Diefenbach-Wülcker 132, auch Luther gebraucht Ausschlag mit Bez. auf das Zünglein der Wage, ebenso ausschlahen);(danach bildlich) Entscheidung (im 16. Jh. 2. B. bei Maaler 1561, wie auch in dieser Zeit ausschlahen als«geraten, eine Wendung nehmen» vorkommt); Ergebnis, Ende(Opitz 2, 20).

Aussehnitt, m.(-es, Pl.-e): das Aus- schneiden und Ausgeschnittenes; ellenweiser Verkauf gewebter Ware(Reichsordnungen 175 5 v. J. 1530), zu spätmhd. aufßsnden cellen- weise abschneiden und verkaufeny, davon Ausschnitter m.: Schnittwarenhändler,(da- für im 15. Jh. bei Beheim 16, 31 auseschnei- der des gewants).

Ausschuß, m.(Gen. Ausschusses, Pl. Ausschüsse): das als vorzüglich oder minder- wertig Ausgeschiedene(in letzter Bed. bei Krämer 1678); eine Anzahl ausgewüählter Personen(schon im 15. Jh., Basler Chron. 1, 72 ußschutz). Zu ausschießen in der Bed.«aussondern»(spätmhd. von minderwer- tigen Geldstücken), eig. cherauswerfen», mhd. zschliezen.

ausschweifend, Adj. eig. Part. Präs. von ausschweifen(s. schweifen): über die Grenzen