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außtrücklich, ußtrucklich, 1482 im Voc. theut. c 22 ausgetrucklich). ausdrueksvoll, adj. und adv., Verdeutschung von franz. expressi† aus dem Ende des 18. Jh.(vgl. Gombert 7, 9).
ausecken, v.: alle Ecken wovon ermessen d. i. untersuchen oder ausarbeiten; sorgsam (bis ins einzelnste) untersuchen oder über- denken. Im 15. Jh.(Eyb 1, 82).
auseinander, ein die Trennung des einen vom andern bezeichnendes, aus aus ein ander statt ein aus dem andern, also mit vorge- rückter Präp. zusammengeschobenes Adv., das päufig in der Zusammensetzung mit Subst. oder Verben erscheint.
auserlesen, v.: mit genauer Prüfung aus- wählen, mhd. üzerlesen. Davon das Part. Prät. qaüserlesen und auserlésen, auch s. v. a. ganz vorzüglich, mhd. nʒerlesen. Die Vor- silbe aus- ist hier untrennbar, z. B. ich das- erlese. Ebenso auserkiesen(im Präs. ver- altet), mhd. uzerkiesen nur im Part. Prät. nzerkoren, zauserkoren, auserwählt, vorzüg- lich»; ausersehen(bei Duez 1642); aus- erwühlen, mhd. 7zerweln usw. Dagegen in aaserzählen«bis zu Ende erzühlen» ist aus- trennbar, z. B. ich erzähle aas.
ausfallen, v.: 1) intrans. aus einem Innern herausfallen, mhd. zvallen; wegfallen, unter- pleiben; einen Angriff nach außen machen; mit Worten empfindlich angreifen(bei Campe 1807); geraten, ausschlagen(bei Ludwig 1716), eig. von dem Herausgehen des Züngleins der Wage nach der einen oder andern Seite(8. Ausschlag). 2) trans. durch Fallen beschä- digen oder entfernen(auch schon mhd). 4 BL. ausfällig, adj.(nach der 4. Bed. von aus- fallen). Neue Bildung(Freytag Journ. 3).
ausfenstern, v.: tüchtig ausschelten. Eig. mit Scheltworten abfertigen und zwar urspr. den nachts unter dem Kammerfenster eines Mädchens um Erhörung flehenden Liebhaber. S. fenstern. Erst bei Adelung 1793 verzeichnet, aber schon vorher in der Umgangssprache (Schelmufsky 90, Gottsched, Lessing 7, 289).
ausfertigen, v.: zur Ausgabe, öffentlichen Verbreitung fertig machen, z. B. eine Schrift, eine Urkunde. Spätmhd. Qzvertigen cent- senden⸗, vgl. abfertigen.
ausfilzen, v.: mit Filz besetzen oder aus- stopfen;(dann da bei den Hutmachern filzen «Filz walken,, auch bildlich) derb ausschelten, gleichsam mit Scheltworten völlig bearbeiten (schon bei Luther).
ausfindig, adj. u. adv.: durch Nach- und Aufsuchen erkannt(besonders in der Redens- art etwwas a. machen). Richtiger ausfündig geschrieben(so noch Adelung 1793), 1482 im Voc. theut. c 22 ausfundig machen diffnire:, abgeleitet von älternhd. Ausfund m.«durch Nachforschen gemachte Erfindung».
Ausflucht, f.(Pl. Ausflüchte):(veraltet) Flucht aus einem Orte(im 15. Jh. ußflucht); heimlicher Ausgang zur Entfernung;(ehedem im Rechte) Wenden an ein höheres Gericht um Recht zu suchen; Vorwand zur Verteidi- gung(schon um 1500 in der Kanzleisprache, z. B. Janssen Frankf. Reichskorr. 2, 625).
Ausflug, m.(-es, Pl. Ausflüge): das erste Fliegen aus dem Neste, dann überhaupt aus einem Orte, mhd. dzvluc m.; kleine Reise von einem Ort aus. In letzter Bed. hat Adelung, auch Goethe 34, 1, 413 und schon 1731 Schnabel Insel Felsenburg 1, 7. 46 Ausflucht f.
ausfolgen, s. verausfolgen.
Ausfuhr, f.: das Verfahren aus einem Ort anderswohin, der Export. Bei Rädlein 1711; daneben(noch bei Adelung 1793) auch Ausfuhre. Von aasführen in der Bed. caus einem Orte führen», mhd. dzvüeren, ahd. uzfuoran. Ndl. uitvoer m.
ausführlich, adj. und adv.: über alle Teile des Ganzen sich verbreitend. Frühnhd. (um 1480 im Noc. inc. teut. b 33 cusfurlich adivertilis). Von asführen in der Bed.«bis“ zu Ende führen.
Ausgabe, f.(Pl.-q): das Von sich weg- geben an jemand;(im Gegensatz zu Ein- nahme) Betrag des Geldes, das man, ohne es wieder zu empfangen, von sich gibt, spät- mhd. Az9äbe f.; das Ausgegebene und so Aus- gahe eines Buches, insofern dieses als in be- stimmter Zahl von Abdrücken erschienen, zum Verkaufe geboten wird, vgl. Auf lage.
ausgattern, v.: heimlich ausspähen, urspr. durch ein Gatter. Einsächs.-thür. Wort, bei Räd- lein 1711 verzeichnet, dann bei Weiße Jagd, 2, Lessing Nathan 1, 5 u. a. Vgl. ergattern.
ausgeben, v.: von sich weg, aus seiner Gewalt geben, fortgeben, mhd. Sz9eben, ahd. azgeban; eine Tochter verheiraten(1. Mos. 29, 26);(eine Schrift, ein Buch) durch den Druck zum Verkauf bringen;(im Gegensatz zu empfangen) selbsttätig von sich geben, produzieren(Goethe 28, 208);(jemand, etwwas wofür a.) eine Bestimmung davon geben, deren Zuverlässigkeit nicht gesichert erscheint, (schon bei Luther). Refl. sich a.: durch
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