Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
115-116
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115 Aurikel

Ausdruck 116

Aurikel, f.(Pl.-n): Bergschlüsselblume. Aus lat. oricala f. Ohrchen,(Dem. von lat. auris f. Ohr»), wie man denn die von den Gebirgen der Schweiz und Steiermark stammende Pflanze, nach der Form ihrer Blätter, im Deutschen auch genauer Bären- öhrlein nannte. Im 18. Jh. aufgenommen (1736 bei Brockes 5, 32).

aus, 1) adv. und damit auch interj.: von innen her, hervor, her(z. B. von Haus a., von Grund a.); hervor und fort(z. B. ein und a., Trumpf a.); fort, weg(2z. B. a. mit dir!); bis zu Ende, zu Ende(das Theater, das Stück ist a.). Dies Adv. steht in Ver- bindung mit andern Adv. wie hinaus, durch- aus, garaus und mit Subst. und Verben, wo es als erstes Wort den Ton hat. In der ver- balen Zusammensetzung bezeichnet a. auch die Beendigung einer Tätigkeit, z. B. aus- bläühen, austoben, ausarbeiten, eine anhaltende, zum Ziel kommende Tätigkeit, z. B. aus- dauern, ausreichen, daslachen, autsbilden, aus- prägen, sowie die Beseitigung des Objekts durch die Tätigkeit, z. B. ausblasen, aus- füllen, uslöschen, auszwischen. 2) Präp. mit Dat.: von innen hervor, von her(im Ge- danken an das Innere); entnommen(2. B. einer a. dem Volke); hervorgegangen oder veranlaßt durch(a. Gottes Befehl, bei Luther;. Kummer, a. Not). Mit Ubergang von z in s(älternhd. auch auß) aus mhd. ahd. dz adv. und(ahd. noch selten) präp.; dazu asächs. 5t adv., mnd. ät auch präp., ndl. t präp., ags. anord. ũt adv. cher-, hin- aus, außen, außerhalby, engl. out adv., schwed. ut adv. u. präp., dän. ud adv. u. präp., got. ät adv. Im präp. Gebrauch hat mhd. 3 das ahd. ar, ir, got. us verdrängt(s. er-); früher erscheint es zur Verstärkung vor an- dern Praäp., z. B. got. öt as, ags. ãt of, ahd. n fon. Verwandt ist vielleicht aind. 2⁴ als Verbalpartikel«in die Höhe, heraus», air. ud-, od- Verbalpräfix.

ausbaden, v.: fertig baden. Redensart etwwas a.: unfreiwillig abbüßen, eig. wohl s. V. a.«das Bad austrageny, was dem letzten, der im Bad betroffen wurde, zufiel. Das Gleichnis ist schon im 15. Jh. geläufig, vgl. Hermann v. Sachsenheim Mörin 660 ich hoff es sol im wwerden laid e man das bad werd giessen, 4170 ich vorcht zuo Jangst es bring in pin, so man das bad usgiessen werd.

ausbeißen, v.: durch Beißen wegschaffen, mhd. 5bizen; durch Beißen vertreiben, z. B.

ein Huhn aus dem Korbe;(bildlich) durch Gehässigkeit verdrüngen(schon bei Luther).

Ausbeute, f.:(ehedem z. B. Richt. 5, 29) dem Feind im Krieg Abgenommenes;(im Gegensatz zu Einbuße) Gewinst als Ertrag wovon, namentlich bergmünnischer(Auspeute 1556 bei Agricola de re metallica, Außbeute 1562 bei Mathesius Sar. 2).

Ausbruch, m.(-es, Pl. Ausbrüche): ge- waltsames Hervor- und Durchdringen, mhd. ſabruch m.; vorzüglichster Wein, nämlich aus Beeren, die als die reifsten und besten vor den übrigen an den Stöcken ausgebrochen wurden(urspr. vom Ungarwein zu Anfang des 18. Jh., Brockes 5, 117).

Ausbund, m.(-es, Pl.-e): das Muster, Höchste, Ausgesuchteste seiner Art, eig. das zur Probe, zum Muster für den Käufer her- ausgebundene Schaustück an einer Ware als das vorzüglichste Stück derselben. Frühnhd. (bei Keisersberg und Luther). Mhd. kommt dafür iiberbunt m. vor. 4BL. ausbündig, adj. und adv.: musterhaft, höchst(außbuündig Städtechron. 3, 171 vom J. 1488).

Ausbürger, m.(-s, Pl. wie Sg.): wer an anderm Orte wohnt, als wo er erworbenes Bürgerrecht hat. Spätmhd. ußburger m.

Ausdauer, f.: die Fähigkeit, eine An- strengung usw. auszuhalten. Junge Bildung, noch nicht bei Campe 1807, deren sich Goethe 1809 bedient. Von ausdauern.

Ausdruck, m.(Des, Pl. Ausdrücke): dem Innern entsprechende bestimmte äußere Ge- staltung; bestimmte wörtliche Bezeichnung. Mhd.(bei Mystikern) äztruc m., das aber später unüblich wird; erst Ludwig 1716 ver- zeichnet wieder A. neben Ausdruchung(letz- teres schon bei Luther, aber spätmhd. n3- drüchunge«Ausdünstung»). ausdrücken, v.: herausdrücken, mhd. azdrüchen; drücken bis das Innere völlig heraus ist, z. B. eine Zitrone; aufdrückend, äußerlich gestalten (mhd. vereinzelt); dem Innern entsprechend bestimmt oder doch erkennbar äußern, be- sonders s. v. a. bestimmt erkennbar, wört- lich bezeichnen(frühnhd. z. B. 1501 im Voc. opt. k 5 dußdrucken«exprimere, manifes- tare» und bei Luther). Alternhd. erscheint dafür auch ausdrucken(noch bei Goethe 2, 160 usw. und bei Campe 1807), jetzt nur noch in der Bed.«fertig drucken» oder«im Druck abnutzen». S. drucken. 4BL. aus- drücklich, adj. und adv.: bestimmt und entschieden. Frühnhd.(1514 bei Keisersberg