Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
97-98
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97 Atte Auditorium 98 festigen», von ital. facca, franz. fache f.«an- urspr. ad-tribuere czuteilen, beilegen». Bei

haftender Fleckeny. Als modisches Fremd- wort(attaguieren) 1617 im teutschen Michel erwaähnt, auch bei Wallhausen Corp. mil. 220.

Atte, m.(-n, Pl.-n): Vater. In oberd. Mundarten(alem. ätti) in der Kindersprache (in andern Gegenden nur jüdisch). Mhd. ätte m., eine dimin. Bildung zu atte, ahd. atto m., got.(das gewöhnliche Wort für «Vater») atta m., wovon als Dimin. der Eigenname Atkila, eig.«Väterchen»(ahd. Eazilo, mhd. Etzel). Dazu gehört lat. atta, gr. ärra m. NVater», ir. aite«Pflegevater), ablg. of⸗c m.(Demin.)«Vater», vgl. auch ai. attä f.«Mutter»(nur bei Lexikographen belegt).

Attentat, n.(es, Pl.-e): gewaltsame Rechtskränkung des andern; gewaltsamer An- griff auf andrer Leben. Aus dem gleichbed. lat. attentatum n., dem N. des Part. Perf. Pass. von attfentare, urspr. ad-tentare«antasten, angreifeny. Schon in der Rechtssprache des 15. Jh.(attemptat Fontes habsburg. II, 2, 345, attentat Reichs-Ordn. 97b). 4BL. Atten- täter, m.(-S, Pl. wie Sg.): der ein Attentat begeht. Nach 1844 aufgekommene Bildung, mit Anlehnung an Täter, vgl. Hildebrand Sprachunterricht S. 116, Ladendorf Schlagwb.

Attest, n.(-es, Pl.-e): schriftliches Zeug- nis, Bescheinigung. Im 18. Jh. gekürzt aus dem gleichbed. Attestat n.(noch bei Hey- natz 1775), das auf lat. attestatum«Zeugnis» beruht, eig. N. des Part. Perf. von attestari (s. d. folg.). attestieren, v.: bezeugen, besonders schriftlich. Aus lat. attestari, urspr. ad-testari«bezeugen, durch Zeugnis kräftigen». Im 17. Jh. entlehnt.

Attich, m.(-*J, Pl.-e): Ackerholunder, sambucus ebulus. Mhd. atich, atech, ahd. atah, atuh m. Mit Angleichung des ct au tt(vgl. Dattel) von dem gleichbed. lat. äcte(Plinius hist. nat. 26, 73), von gr. dxréa, zusammengez. dxrπ f. Holunderbaumy.

attrapieren, v.: worüber ertappen. Aus franz. attraper, ital. attrapare, eig.«in einer Falle fangen», zusammenges. aus lat. ad und ital. trappare, franz. trapper, von franz. trappe, mlat. trappa f.«Falley, das auf dem gleichbed. ahd. trapa f.(auch trapo m.) beruht. Im 17. Jh. entlehnt.

Attribut, n.(-es, Pl.-e): beigelegte Eigen- schaft; Beizeichen. Aus lat. attributem eig. Zugeteiltess, dann auch s. v. a. Eigenschaft, subst. N. des Part. Perf. Pass. von aftribaere,

weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Sperander 1728.

Atzel, f.(Pl.-n): traulicher Name der Elster;(wegen der verschiedenen Farben der Elster, ursprünglich mehr im Scherz) falsches Scheitelhaar, Perücke(1788 bei Fulda). Mhd. atzel f., eine dimin. Ableitung von ahd. agazza f.«Elstery(s. d.).

ätzen, v.: abweiden; zu essen geben(in diesen beiden Bedd. auch atzen; dies auch refl.); einfressen machen, von Säuren(schon zu Ende des 15. Jh.). Mhd. atzen und etzen, ahd. aabn und ezzen; dazu got. atjan in fraatjan«zur Speisung austeileny. Faktitivum von essen.

Atzung, f.: was zu essen dargeboten wird. Mhd. atzunge f., von atzen. S. dtzen.

au! Ausruf des Schmerzes. Mhd. ou⁴⁵, abgelöst von ollν aus οο.

Au, s. Aue.

auch, Conj., die eine Vermehrung anzeigt. Mhd. ouch, ahd. ouh; dazu asächs. Ok, ndl. 00Ok, afries. dk, ags. Sac, engl. eke, anord. auk dazuy, schwed. ock, dän. og, got. auf«denn, abery. Wahrscheinlich Imperativ(urgerm. aue) zu dem neben ahd. ouhhön, asächs. Okian, ags. ëacian stehenden st. V. got. aukan, anord. dula«mehrenꝰ, die der Lautverschie- bung gemäß stimmen mit lat. ugére, gr. adEeiy, dbEkdvery«mehren, vermehrenꝰ, vgl. lit. ãugti«wachsen», ai. Jas n.«Krafty. Oder auch zu gr.-Te«wiederum), lat. ault& oderꝰ, ai. utä und, aber, auch», zu stellen, vgl. Walde s. v. dut.

Audienz, f.(Pl.-en): Gehör, das jemand gegeben wird; Verhör. Aus franz. audience, ital. audienza, lat. audientia f. Gehör, An- hörung», von audiens(Gen. audientis) chörendy, Part. Präs. von audire«hören». In der Rechts- sprache um 1500 eingebürgert(Reichs-Ord- nungen 61 b von 1507, Wilwolt von Schaum- burg 96, Liliencron 2, 331a von 1493).

Auditeur, m.(-s, Pl.-e): rechtsgelehrter Richter beim Heerwesen. Aus dem gleiech- bed. franz. auditeur m., das auf lat. auditor m. «Hörer, Zuhörer, im Mlat. auch«Richter», beruht. Im Anfang des 17. Jh. entlehnt (1622 bei Londorp Acta publica des Teutschen Krieges 1, 1047).

Auditorium, n.(Pl. Auditorien): Hör- zimmer, Hörsaal; Gesamtheit der Zuhörer. Aus dem gleichbed. lat. auditorium, subst. N. des von auditor m. Hörer, Zuhörer abge- leiteten Adj. auditorius«zum Hören gehörigy. Im 17. Jh. entlehnt.

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