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Astrologie, f.: Sternkunst. Aus gr.-Jat. astrologia, gr. âcrpoXoia f.«Sternkunde». 1531 bei Hedio Josephus, Vorw. 7² Astrolog, 1534 bei S. Franck Weltb. 235 a Askyologei, 1586 bei Fischart Bodin. 140 das Adj. astrologisch. Astronom, m.(-en, Pl.-en): Sternkundiger, Sternseher. Aus gleichbed. gr.-Jat. astronomaes, gr. dcrpovéuoc, subst. M. des Adj. äcrpovéuoc cdie Sterne in Sternbilder verteilend, ordnend (äcrpov'n. Gestirny, vouoc zu véuetv«ver- teilen»). 4BL. Astronomie, f.: Stern-, Himmelskunde. Aus gr. lat. astronomia, gr. dcrpovonia f. Schon mhd. astrouomie f., 1573 in Luthers Tischreden 4132 Astronomey, 1586 bei Fischart Bodinus 187 Astronom; und 139 das Adj. astronomisch.
Asyl, n.(—s, Pl.-e): Freistatt. Aus dem gleichbed. gr.-Jat. asylum, gr. äcukov n., eig. N. des Adj. äcukoc«unberaubt⸗(à&‿ αᷣνν, cuXGv «wegnehmen, nach Kriegsrecht berauben)), dann cunverletzlich, sicher». Bei Heynatz 1775 noch in der lat. Form aslu*.
Atem, m.(-s): die eingezogene und aus- gestoßene Luft. Mhd. ten, mitteld.(mit grammatischem Wechsel) auch ädem, ahd. ãtum, ädum m.; dazu asächs. athom, ndl. ãdem, afries. éthma, ags. Edm m. Verwandt sind ai. dtmä m.«Hauch, Atem, Geists, ir. athach«Hauch, Wind», aber nicht gr. Grc«Dunst, Rauch», da dies wohl auf deruéc zurückgeht. Luther bedient sich der Formen Athem und Adem, sowie(mit mund- artlichem oo= Gâ.) Odem, was als feierliche Form später im Nhd. verblieben ist(bei Dichtern auch abgeschwucht Oden, Dusch Schoßhund 73, Goethe 6, 43, aber schon 1440 olen bei Diefenbach gl. 547 b). 4L atmen, v., mhd. ãtemen(auch œtemen), ahd. ãtumon. atmig, aclj. in kurz-, scher- usw. atmig. 2.,0S. atemlos, adj., mhd. äãtemlõs. Atem- zug, m., mhd. ſtemauc.
Atheismus, m.: Gottesleugnung. Aus neulat. atheismus m. Im Anfang des 17. Jh. gebraucht(Moscherosch Insomnis cura par. 126).— Atheist, m.(en, Pl.-en): Gottes- leugner. Aus neulat. atheista m., einer Fort- bildung von gr. ägeoc«gottlos, die Götter verwerfendo(à- un-y, 9e6c«Gott»). 1617 im teutschen Michel als modisches Fremdwort angeführt. atheistisch, adj., 1673 bei Chr. Weise Erznarren 151, dafür früher im 17. Jh. athęisch(Gombert 7, 7 vom J. 1622).
Ather, m.(*s, Pi. wie Sg.): die Himmels- luft; ffüchtiger, geistiger Stoff(so 1730 von
Frobenius gebraucht). Aus gr. Jat. aether m., gr. aionp m. f. die obere, reinere Luft, das reine Himmelslichty. In der poetischen Sprache von Bodmer und Klopstock zuerst verwendet (Gombert 6, 6. 7, 8). 4BL. ätherisch, adj. (1748 bei Klopstock).
Athlet, m.(-en, Pl.-en): Wettkümpfer, körperkräftig ausgezeichneter Mann. Aus gr.- lat. athleta, gr. do«TTyc m.«Kämpfer, Wett- kümpfer», von de;ꝰoc m.«Kampf». Im 18. Jh. entlehnt. 4L. athletisch, adj.: die Körper- kraft betreffend, riesig groß.
¹Atlas, m.(Gen. Atlasses, Pl. Atlasse und Allanten): Landkartensammlung. Benannt nach einem mauretanischen König Allas(Gen. Atlantis), der als Freund der Astronomie be- kannt war. Nachdem Mercator 1595 das Wort für eine Sammlung von Landkarten verwendet hatte, setzte es sich in dieser Bed. fest und erscheint bei Ludwig 1716 als eingebürgert (dafür 1734 im math. Lex. Aflant).
„Atlas, m.(Gen. Atlasses, Pl. Aflasse): glattes, glänzendes, rauschendes Seidenzeug. Spätmhd. Überkommen mit dem Handels- artikel aus dem Morgenlande, wo türkisch, persisch und ursprünglich arab. aflas« glattes seidenes Tuchꝰ, eig. s. v. a.«abgerieben, kahl), dann glatty 4 BI. atlassen, adj., im 16. Jh. atlassin.
atmen, s. Atem.
Atmosphäre, f.(Pl.-n): die Erde um- gebender Dunstkreis. Nach einem neulat. atmosphaera aus gr. drοcꝙᷣαε f., zusammen- ges. aus drm.«Dunsty und coaipaf.« Kugel, Erd-, Himmelskugely. Im 18. Jh. entlehnt (Zachari Renommist 3, 321).
Atom, n.(-s, Pl.-e): Urstoffteilchen. Aus gr.-lat. atomus f., gr. ärouoc Urstoff, unteil- bares Körperchen», dem F. des Adj. ärouoc «uͦnteilbary(d- un-y, ropoc von réuvetv cschneiden»). Der Pl. wird auch als Afomen gebildet(Goethe Nat. Dochter 1494).
Atout, n.(-s, Pl. s-)(im Kartenspiel): aus frz. à tout«für allesy, zur Zeit des 30 jährigen Krieges aufgenommen, für deutsch T'rrumpf.
ätsch, Interj. der neckenden Verspottung. Im 17. Jh. etsch!/ Gewöhnlich mit der Ge- bärde, als wenn man eine Rübe schabte, da- her auch ätsch, schabe Fübchen
Attacke, f.(Pl.-/): feindlicher Angriff. Aus dem gleichbed. franz. attaque f., von attaguer(s. d. folg.).— attackieren, v.: feindlich angreifen. Aus dem gleichbed. franz. attaguer, ital. atlaccare, eig.«anheften, be-


