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dem von dem lat. Adj. securus«sichery abge- leiteten mlat. securare«sichern». Bei Wächtler 1711. 4 BL. Assekuranz, f.: Versicherung zu Schadenersatz.
Assel, m.(-s) f.(Pl.-n): Kellerassel, oniscus. Spätmhd. assel m., bei H. Sachs 4, 408, 5 auch als«Fingerwurmy(Krankheit). Man knüpft gewöhnlich an lat. asellus m. an, das als Dim. von lat. asinus m.«Esel» eig.«Esel- chen» bedeutet, dann aber auf das Insekt wegen seiner grauen Farbe übertragen wor- den sein soll(vgl. die Benennungen Keller-, Maueresel, gr. Sviccoc). Da aber 1517 bei Trochus prompt. H 6 b die Form afazel er- scheint(auch bei Golius 1579 or-atzel), in andren Quellen Ossel und(mit vorgetretenem n wie auch in der Nebenform Nassel, 1563 in Gesners Fischbuch 157 b) Nossel, so dürfte als mhd. Form dæel und äzel anzusetzen sein (vielleicht zu essen, vgl. mhd. urmczec «wurmstichig»).
Assessor, m.(-S, Pl.-en): beisitzendes Mitglied einer Behörde, eines Gerichtes. Aus lat. assessor Beisitzery, von assidere urspr. ad-Sidere cbei jemand sitzen». In der frühnhd. Rechtssprache(Reichsordnungen 40 vom J. 1500. Liliencron 4, 180).
assimilieren, v.: ähnlich machen, ver- ahnlichen. Aus lat. assimilare, urspr. ad- similare cuhnlich macheny. Im 18. Jh. auf- genommen. 4 BL. Assimilation, f.: Ver- ühnlichung, Angleichung.
Assisen, Pl. Gerichtssitzung, insbesondere Tagung eines Schwurgerichtshofes. Aus franz. assises, Pl. des F. des Part. Parf. assis csich gesetzt, niedergelassen habend», von assiνε csich setzen», das auf lat. assidére urspr. ad- sidere«sich setzen» beruht. Neue Entlehnung.
assistieren, v.: beistehen, unterstützen. Von lat. assistére, urspr. ad-sistere cbei je- mand stehen, jemand unterstützen». Im 16. Jh. entlehnt.— Assistent, m.(-en, Pl.-en): wer jemand beisteht; Gehilfe. Aus lat. assistens (Gen. assistentis), Part. Präs. des V. assistére.
assortieren, v.: mit Sorten versehen und in diese ordnen. Nach franz. assortir, das mit lat. ad von Sorte(s. d.) abgeleitet ist. Bei Sperander 1728.
assoziieren, refl. v.: sich vereinigen. Aus gleichbed. franz. s'associer, von lat. asso- ciare«vereinigen, verbindenꝰ, urspr. adsociare zu socius m.«Gefährtey. Bei Sperander 1728.
Ast, m.(-es, Pl. Aste): dem Stamm ent- sprossener Baumteil; Holzknoten als Ast-
wurzel;(urspr. in der Gaunersprache) Buckel (namentl. in der Redensart sich einen A. lachen d. i. sich bucklig, krumm lachen). Mhd. ast(Pl. este), ahd. ast(Pl. esti) m.; dazu got. asts m.«Asts. Mit Vokalwechsel gehört hierher ndd. öst, ndl. oest(spr. 5st)«Knorren im Holzy, ags. öst m. Knoten, Knorren). Im Griech. entspricht özoc m.(aus öcdoc) «Ast, Knoten, Auge am Zweigy, arm. 08t«Ast), doch wird die Zugehörigkeit des griech. Wortes bestritten, zuletzt von Lagercrantz Zur griech. Lautgeschichte 139 f. Bartholomae Idg. Forsch. 5, 355 stellt noch ai. äãdgas m. «Rohrstab, Stengels, gr. 6coc m. Zzweig» als wurzelverwandt dazu. 4 BL. üsten, v.: Aste treiben, mhd. asten, esten. Davon ästeln, frühnd. ästig, adj.: Aste habend, spätmhd. astic, estic. ZUS. Astloch, n.: Loch im Brette von einer ausgefallenen Astwurzel, bei Stieler 1691.
Aster, f.(PL.-n): die im Herbst blühende Sternblume. Mit UÜbergang zum F.(im Ge- danken an Blame) aus gr.-lat. aster m. gr. Acrhp m.«Sterny. Im 18. Jh. aufgekommen.
Asthetik, f.: die Wissenschaft von dem Schönen und der Kunst, Geschmackslehre. Aus nlat- gr. aesthetica, gr. aiconruch(näm- lich rexvn«Kunsty), F. des gr.neulat. Adj. aestheticus, gr. aiconriwéc«zum Empfinden, zum Wahrnehmen geschickt», abgeleitet von gr. aicbdvecqchi«empfinden, durch die Sinne wahrnehmen». Das Wort geht auf den Philo- sophen Baumgarten zurück, von dem 1750— 58 4esthetica erschienen. Davon Asthetiker, m.: Geschmackslehrer.— ästhetisch, adj., durch Baumgarten und Meier(seit 1748) ein gern gebrauchtes Wort der Kunstrichter, von dem angeführten Adj. aestheticus.
Asthma, n.(-s): Engbrüstigkeit. Aus dem gleichbed. gr. 6cOua n. Im 18. Jh. üblich.
ästimieren, v.: wertschätzen, würdigen. Aus franz. estimer aschätzen, achten, hoch achteny und dies aus lat. destimare, mlat. estimare cabschätzen», dann auch cgehörig würdigen, anerkenneny. Danach schon 1403 estinieren, 1444 estumieren cabschätzeny. Dann 1571 bei Rot in der Bed.«schätzen, achten).
Astrolog, m.(-en, Pl.-en): Sterndeuter. Aus gr. Jat. aströlogus, gr. àcrpoxoc«Stern- kundiger, Sterndeuter», subst. M. des Adj. acrpoXéroc«sternkundig»(äcrpov n.«Gestirn, Stern», Aoroc zu NeTewv, hnier«berechnen). 1573 in Luthers Tischreden 4144. 4BL.


