Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
83-84
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83 Arie

Arm 84

die ursprüngliche und in den germ. Sprachen nach zwei Seiten hin entwickelt worden; Gei⸗ und Feigheit galten bei den Germanen als größter Schimpf. Die Wurzel ist dunkel; viel- leicht gehört das Wort zu lit. räãgana f. Hexey, air. orgim«verwüstes, gr. épéxeo czerreißes, Noreen Urg. Ltl. 89. 4 BL. ärgern, trans. und refl. v.: mhd. ergern, ahd. ergirõn, argirõn, gebildet vom Komp. ahd. argiro, mhd. erger; es bedeutet eig.«verschlechtern?, dann«um Bösen reizen, Anstoß geben», refl.«Anstoß nehmen»(beides oft bei Luther), woraus die jüngere Bed. von«verdrießen» entwickelt ist. Aus dem V. ist Arger m.(*6) hervorgegangen, das nach der Mitte des 18. Jh. aus dem Ndâd. in die Schriftsprache gekommen ist(oft gebraucht von Bode, z. B. Yorick 1, 111, auch von Les- sing 12, 405); Adelung 1793 bezeichnet das Wort als selten, Heynatz 1796 bekämpft es als überflüssig. ärgerlich, adj. und adv.: An- stoß gebend(1482 bei Eychman Aa 4 b erger- lich«scandalosus); Anstoß nehmend; Verdruß hervorrufend; verdrießlich. Argernis, n.: Anstoß(1482 bei Eychman Aa 4 ergerniß «Scandalum?); Arger. Alternhd. auch F., na- mentlich in der 2. Bed.(noch bei Goethe ZUS. Arglist, f.: mhd. argelist, ahd.(bei Notker) arclist f. Davon arglistig, adj. und adv.: mhd. arclistec. arglos, adj. und adv.: zuerst von Adelung 1793 angeführt. Arg- wohn, m.(-s): üble, nachteilige Meinung von jemand, Mißtrauen. Aus mhd. arczwün, ahd. argwn m., noch bei Luther und bis ins 17. Jh. Argwahn(s. Wahn). Davon argwöhnisch, adj.:(1482 im voc. theut. B 72 argwenisch, wührend mhd. arcwdœnec, ahd. arczwänig gilt, woraus älternhd. argwöhnig) undargwöhnen, V., wofür bis ins vorige Jh.(noch bei Wieland, Lessing, Goethe, Schiller) meist argwohnen gebraucht wird, mhd. arcweœnen.

Arie, f.(Pl.-n): Lied mit durchgeführter Singweise; Opernlied. Aus ital. arid f.«Ge- sang, Melodiey. Im 17. Jh. entlehnt, doch noch im 18. Jh. auch oft in ital. Form Aria.

Aristokrat, m.(-en, Pl.-en): Glied der Adelsherrschaft; Freund der Adelsherrschaft. Aus franz. aristocrate m., das nach gr. dpr- croxpdréiu gebildet ist(s. d. folg.). Aristo- kratie, f.; Adelsherrschaft; Kreis der Vor- nehmen. Aus franz. aristocratie, das auf gr. dpicroxpdreic Herrschaft der Vornehmen? (äpicroc«der beste, vornehmsten,-xpareia zu xpareiv«herrschen») beruht. Wohl schon im 16. Jh. entlehnt. 4 B L. aristokratisch,

adj. und adv.: bei Gombert 6, 5 Nachweis vom J. 1585.

Arithmetik, f.: Zahlenlehre. Aus gr.-lat. arithmetica, gr. dpiονrin um Zählen oder Rechnen gehörigey(nämlich réxvn«Kunsto), F. des Adj. arithmelicus, gr. dpibunriwc, zu diειαςς‿2ahly. Am Beginn des 16. Jh. entlehnt (1531 bei Hedio Josephus Vorw. Arith- metick). arithmetisch, adj. und adv. (Luther 8, 115 Jen.), nach dem erwähnten Adj. arithmeticus gebildet.

Arkade, f.(Pl.-n): Bogenwölbung;(im Pl.) Bogenhallen. Aus franz. arcade f., das auf ital. arcata f.(zu arcare«einen Bogen er- bauen», von arcus m.«Bogen) beruht. Im 18. Jh. entlehnt(Lessing 2, 177).

Arkebusier, m.(-es, Pl.-e): Haken- büchsen-, Scharfschütz. Aus dem gleichbed. franz. argquebusier m., ital. archihusiere m., von franz. arguebuse f., ital. archibuso, archi- bugio m.«Hakenbüchsey, das mit Anlehnung an lat. archos m. Bogen» aus ndl. haulbas f.

Hakenbüchsey(s. d.) umgestaltet ist. Im 16. Jh. entlehnt; 1616 bei Henisch. Arlesbaum, m.: der Mehlbeer- oder

) Sperberbaum, crataegus aria L.. Mhd. arliz-

boum, ahd. arliz-, erlizboum, vielleicht mittelst der Ableitung-iz von ahd. erla, erila f., urspr. rarila Erley(s. d.), da die Blätter des Arles- baumes den Erlenblättern äühnlich sind. Die Frucht heißt Arlesbeere oder Arleskirsche f.

Arm, m.(-es, Pl.-e): Glied des Ober- körpers zum Umfangen und Arbeiten; Vorder- bein bei aufrechtgehenden Tieren, wenn sie damit umfangen; armähnlich Ausgestrecktes. Mhd. arm, ahd. arm, aram m.; dazu asächs. ndl. rm, fries. erm, arm, ags. earm, engl. drm, anord. arr, schwed. dän. arm, got. arms m. Army. Urverwandt ist lat. armus m.«Schulterblatt, Oberarmꝰ, aslav. rame n. «Schulter, Army,(serb. räme), preuß. irmo «Arm?, ai. ids m.«Vorderbug», aw. aeπιν Arm?, arm. armiohen Ellenbogen, Arm). Wohl zu gr. âpapiccw zusammenfügen, ver- bindeny, wozu auch lat. artus m. Gelenk. Der Pl. lautet mundartlich Arme, älternhd. öfter Armen(bei den Schlesiern, noch bei Günther 199, Maler Müller Ball. 45 ff.). A4‚B L. armen, v. in umarmen. armig, adj. in kurz-, lang-, vielarmig. S. auch Armel. Z08. Armband, n. bei Hulsius 1596. Armvoll, m.: soviel man in einen Arm zu fassen ver- mag, mhd. armvol, im Schwäb.-Alem. ge- kürzt Arfel.