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lat. equator m.«Gleichmacher», von dequre cgleichmachen». Bei Rot 1571 verzeichnet. Aquavit, m.(·s, Pl.-e): Branntwein. Aus dem gleichbed. nlat. aquavita, eig.«Lebens- wassery(aqua«Wasserꝰ, vita«Leben»). Im 16. Jh. üblich(1562 bei Mathesius Sar. 2892). Ar, n.(-s, Pl. wie Sg.): Bodenflächenmaß in der Größe eines Vierecks, von dem jede Seite 10 Meter zühlt. Erst 1868 aufgenommen aus dem gleichbed. franz. are m., das auf lat. area f., cfreier Platz, Fläche, Flächeninhalt einer mathematischen Figur» beruht. Arabeske, f.(Pl.-/): phantastische, dem Pflanzenreich entlehnte verschlungene Ver- zierung nach Art der Araber, denen der Koran die Abbildung von Menschen und Tieren ver- bietet und die deshalb die Laubwerkverzie- rung der antiken Kunst weiter ausbildeten. Nach dem gleichbed. franz. Plur. arabesgues, vom adj. arahesque«arabisch». Noch bei Campe 1813 mit fremder Endung Arabesques. Arbeit, f.(Pl.-en):(veraltet) Mühsal, Beschwerde; Tätigkeit, Kraftanstrengung zu einem Zwecke; das dadurch Entstandene. Mhd. arbeit, arebeit, in md. Quellen auch erbeit (daher bei Luther Erbeit), ahd. arbeit, arabeit f. «Arbeit, Mühsal, Not»; dazu asächs. arbéd f. und arbẽdi n., ndl. arbeid m., ags. earfod und ecr fede n., anord. erfidi n., schwed. arbete n., dän. arbeide, arbeid n.(entlehnt), got. arbais f.«Bedrängnis, Noty. Die Etymologie ist nicht ganz klar. Es besteht Verwandtschaft mit apg. rabü m.«Knecht, Leibeignerv, dazu ra- bota f.«Knechtsarbeit, Frondiensts, lit. ar- bonas Ochse» und vielleicht auch mit gr. òpcοvòc«Waise», lat. orhes«beraubto, d. Erbe s. d.). Von einem vorauszusetzenden germ. arba-«Knecht» ist Arbeit vermittelst eines allerdings sonst ungewöhnlichen Suffixes ge- bildet(andre nehmen Zusammensetzung mit einem dem anord. id n.«Werk, Tat» ent- sprechenden Subst. an). Vgl. Uhlenbeck PBr. Beitr. 16, 562, 27, 115 f., Meringer Idg. Forsch. 17, 128, Bezzenberger in seinen Beitr. 27, 150, Grienberger Unters. z. got. Wortkunde 28. Die Grundbed. ist jedenfalls«Knechtsarbeitꝰ, woraus sich die von«Mühsal», anderseits die von«Arbeit» schlechtweg entwickelte. 4BL. arbeiten, v., mhd. arbeiten, arebeiten, ahd. arabeiten, got. arbaidjan, bei Luther erbeiten. Davon Arbeiter, m., mhd.(zuerst bei Bert- hold v. Regensburg † 1272) arbeiter. arbeit- sam, adj. und adv.: viel und gern arbeitend (so schon bei H. Sachs Fastn. 7, 153), mhd.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
ahd. arbeitsam cbeschwerlich, mühseligy. ZUS. arbeitselig, adj.: mit zuviel Arbeit be- schwert, mhd. arbeitsclec. Arbeitshaus, n.: öffentliche Anstalt, in der man Arbeit- scheue oder Verbrecher zur Arbeit zwingt (1678 bei Krämer).
Archäologie, f.: Altertumsforschung und Kunde. Nach lat. Vorbilde aus gr. dpxaroXoTia f. Altertumskunde», vom Adj. dpxoioXéoc m Altertum forschend(dpxcioc altertümlich?, Aoroc von AXéretv«erzählen»). Im 18. Jh.
Arche, f.(Pl.-n): großer Kasten; kasten- artiges Schiff;(mundartlich auch) Bretter- verschlag, Holzstoß u. dgl. Mhd. arche, arlce, ahd. archa, arahha f.«Kiste, Noahs Schiffy; dazu ndl. ark f., ags. earce f., engl. ark, anord. örk f., got. arla f.«Kasten» entlehnt, aus lat. arca«Kasteny und in der Vulgata«Noahs Schiffy.
Architekt, m.(-en, Pl.-en): Baukünstler. Aus lat. architectus m. gebildet aus gr. dpxt rexrwy m. Baumeistery(dpxr Haupt-?, réxrwv«in Holz arbeitender Handwerker oder Künstler»). Wohl schon im 16. Jh. entlehnt. 4B2. Architektur, f.: Baukunst. 1548 im Titel der Vitruv-Ubersetzung von Walther Riff. Aus dem gleichbed. lat. architectura.
Architrav, m.(-S,-en, Pl.-e,-en): Unter-, Hauptbalken, bes. bei Säulenstellungen der über den Säulen fortlaufende Balken. 1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, a 12 Architrab. Aus franz. architravef. m., von gr. dpxt«Haupt⸗ und lat. kfrahs, trabes f.«Balken.
Archiv, n.(-s, Pl.-e): Urkundensaal. Aus lat. archiwum n., gebildet nach gr. dpxeiov n. «obrigkeitliches Gebäude», zu doxn f.«Anfang, Spitze, Regierung». Im Anfang des 17. Jh. ent- lehnt(Gombert Anz. f. d. A. 4, 166 mit Beleg von 1618). 4BL. Archivar, m.(-s, Pl.-e): Beamter über ein Archiv. Aus nlat. archi- varins m. So noch Nieremberger 1753.
arg, adj. und adv.(Komp. ärger, Sup. ärgst): nichtswürdig, schlecht, bösartig(als adv. auch nur: übermäßig, in hohem Grade). Davon substantiviert Arg n.(namentlich in xein Arg): Böses; böse Meinung wovon. Mhd. arc(Komp. erger, Sup. ergest) ist«nichts- würdig, geizig, ahd. arg, arag«nichtswürdig, geizig, feigen(dazu auch longobard. arga bei Paulus Diaconus 6, 24. Leg. longobard. 384 der Furchtsame, Feige, Nichtswürdige»); dazu ndl. arg, ags. eurh«furchtsam, feige, schlimm, anord. argr, auch ragr«träge, furchtsam, feige?,
schwed. dän. arg. Die Bed.«nichtswürdig» ist
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