Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
73-74
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73 Antiquar

Anvärter 74

nodoc die Füße entgegengekehrt habend, gegenfüfßig)(dvri«gegens,-ouc von mobc m. Fuß»). Noch 1710 bei Nehring in der lat. Form Antipodes.

Antiquar, m.(-es, Pl.-e): Altertums- forscher; Händler mit alten Büchern. Aus lat. antiqucdrius m.«Altertumskenner, Alter- tümlery, dem als Subst. genommenen M. des Adj. antiquarius ædas Altertum betreffend, von antiquus«alt». Bei Nieremberger 1753 noch in der lat. Form, dafür 1595 bei Welser- Werlichius Chron. 4, 81 Ankiguitist m. 4B1. Antiquariat, n.

Antiquitäten, Pl.: Gegenstände aus dem Altertum. Aus dem gleichbed. lat. antiqui- kates, Pl. von antiquitas f.«Altertumꝰ, von antiguus«alty. Schon im 16. Jh. gewöhnlich (Antiquitet in der Zimmerschen Chronik, 1548 bei Stumpf Schweizerchron. 1, 278 b, 1562 bei Mathesius Sar. 232, Rot 1571).

Antisemit, m.(en, Pl.-en): Gegner der Semiten. Ein um 1879 von Wilh. Marr ge- prägtes Kampfwort. Aus gr. dvrr gegen? und Semit(s. d.).

Antlaß, m.(-Sses, Pl.-Sse): Sündener- lassung, Ablaß; Lossprechung(Entlassung) von Kirchenstrafen und Wiederaufnahme in die Kirchengemeinde. Nur noch bayr. öst. Mhd. ahd. antlãz m., zu dem V. entlassen, ahd. ant-, intläzan.

Antlitz, n.(-es, Pl.-e): Angesicht. Mhd. antlitze n.; dazu(aber mit andrer Suffix- bildung) ags. ancholita m., anord. andlit n. «Angesichty. Im Got. steht neben andazwleizn n.«Angesicht» das nicht mit anda- zusammen- gesetzte aclits m.«Angesicht, Ansehen, Gestalty. Dies gehört zu einem verlorenen starken V. wleitan«seheny(dazu got. wlaiton«umher- blicken, spähen»), dem ags. ol7tan, anord. lita (für vlita) entspricht. Im Mhd. findet sich auch häufig antlitze n., ahd. antluzzi, unluzzi, mit Assimilation amnuzzi n.(die Form mit i erst im 11. Jh. belegt), Formen, die durch Ver- mengung mit dem gleichbed. ahd. antlutti n., mhd.(selten) antliütte n. entstanden sind, deren-latti, Alütte auf got. lacja f.«An- gesichty zurückführt. Luther bediente sich des Wortes in der Form Andlitz.

Anton, Mannsname. Aus lat. Antoninus, des- sen Ursprung und Bedeutung dunkel ist. Vgl. W. Schulze Zur Geschichte lateinischer Eigen- namen 123 f. Danach der Frauenname Antönie.

Antrag, m.(-es, Pl. Anträge): an jemand gerichtetes Erbieten, Vorschlag; förmlich ge-

stelltes Begehren. Frühnhd., von dem V. antragen, mhd. auch in der Bed.«anstiften», frühnhd. anbringen, vorschlageny.

Antrieb, m.(-es, Pl.-e): starke An- regung zu einem Tun. Frühnhd.(bei Nas Pract. A 2 Andrib).

antun, v.: an sich legen(mhd. anetuon); mit Kleidern usw. versehen;(mit Dat. der Person) zufügen, namentlich Ubles(frühnhd.); mit Zauber schädigen(bei Krämer 1678).

Antvogel, s. Ente.

Antwort, f.(Pl.-en): das auf Worte eines andern Gesagte, insbesondere sofern es sich auf jene bezieht. Mhd. antawurt f. und antwürlte n., später(mit Anlehnung an bort) antwort f. n., ahd.(selten) antzwurti f., meist antwurti n.; dazu asächs. andevwordi n., ndl. antwoord n., ags. anchwyrde n., anord. andyrdi n., got. andawaurdi n. Dies ist gebildet von got. anda-(s. ant-) und einer Kollektivbil- dung von Wort, also urspr.«Gegenwort, Gegen- rede?. Luther gebraucht das Wort noch oft

als N., daneben als F.; auf das alte N. weist

auch noch Ankzworts genug(Lessing Em. Gal. 4, 3). 4BL. antworten, v.: mhd. ant- zwürten, autwurten, ankworten, ahd. antzurten; dazu asächs. ndzwordian, ags. andaoyrdan, got. andavaurdjan.

Anwachs, s. Anzuchs.

Anwalt, m.(es, Pl. Anzwälte): der für den andern eine Rechtssache führt, Advokat; (in Oberdeutschland früher auch) Gemeinde- vorstand(so noch jetzt schwäb.). Aus mhd. anzwalte, ahd. anwalto m., dazu ags. onzwealda m. eig. der Gewalt woran hat, von ahd. ana- zwalt f., ags. onaeuld m.«Gewalt woran, Macht» zu walten. Alternhd. begegnet häufig die Schreibung Amoald(im 16. und noch im 18. Jh., z. B. bei Klopstock, Schiller 12, 456). Die ursprüngliche schwache Flexion noch bei Luther(auch Klopstock im Pl. Anzbalden), sonst stark, Pl. Ambalte und(jetzt) Amwälte. 4BL. Anwaltschaft, f. bei Duez 1664.

anwandeln, v.: herankommen; vorüber- gehend an Geist oder Körper zukommen(mit Akk., seltner Dat. der Person, z. B. Liscow 158. 341, Lessing 2, 49)..

Anwürter, m.(-s, Pl. wie Sg.): der auf eine Stelle usw. Anspruch machen kann. Von mhd. anewwarten«worauf sehen, erwarten?. Frühnhd. Anwartschaft, f.: Rechts- anspruch auf künftigen Besitz. 1641 bei Schottel 336.