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Antipode 72
caufschieben». 4BL. anstellig, adj.: sich gut anstellend, gewandt, vom refl. sich a. Nach Heynatz Antib. 1, 134 von Lavater empfohlen und danach auch von andern ge- braucht(Schiller Tell 1, 3).
anstiften, v.: anregen, anreizen. Frühnhd. (Franck teutsche Chron. 110 b). Vgl. sfiften.
Anstobß, m.(-es, Pl. Anstöße): auf etwas einwirkende, nach vorwärts drängende Be- wegung, mhd. anesto;, ahd. anastôz m.; Hin- derung in der Bewegung, sowie das unan- genehm Hindernde und damit Argernis Ge- bende selbst(so schon mhd., dann bei Luther); schnell zukommendes Ubelbefinden an Leib oder Gemüt; an Zeug angesetztes Zeugstück. — anstoßen, v.: widerstoßen, mhd. ane- stõzen, ahd. anastézan; durch Stoßen in Be- wegung setzen; an jemand empfindlich be- rührend kommen, z. B. das Fieber stieß ihn an(so schon mhd.); wider andrer Ansicht und Billigung tun; angrenzen; anfügen. 4B L. anstößig, adj.(nach der 2. Bed. von 4A., der 3. von anstoßen), frühnhd.(Fischart Garg. 168).
anstrengen, v.: etwas mit Bemühung ins Werk setzen(jetzt nur eine Klage, einen Prozeß, mhd. anstrengen ist«inständig bitten); zur Anspannung der Kräfte bringen, ab- mühen. Mhd. strengen ist«stark machen, kräftig ausüben, bedrängeny, ahd. strengen»be- drüngen».
Anstrich, m.(-es, Pl.-e): der Strich woran, auch der Strich mit dem Fiedelbogen zum Spiele(mhd. austrich m.); das An- und Überstreichen womit, sowie das woran Ge- strichene, um sich ein Aussehen zu geben (bei Maaler 1561« Schminken); eine zum Schein hervorgekehrte Eigenschaft(Günther 687).
ansturen, s. sturen.
ansuchen, v.: bittend angehen, ersuchen. Substantivisch Ansuchen, n.: frühnhd. Kauzleisprache(Reichsordnungen 17 b vom J. 1495). Vgl. mhd. etetcag an einen suochen.
ant-, Vorsilbe mit der Grundbed. zu— hin, gegen, jetzt nur noch in Antlaß, Antlitz, Antwort, früher häufiger und als betonte Form mit dem unbetonten ent- wechselnd. Mud. ahd. ant-, dazu asächs. and-, ags. and-, ond-, anord. and-, got. anda-, and-, hier auch and als Präp.«an, worauf hin, lüngsv». Ver- wandt ist lat. ante«vory, gr. dvri«gegen, gegenüber, vor?, skr. änti«gegenübers, alit. antc auf, zuy, lit. aüt«aufs. Zur Bedeu- tungsentwicklung vergl. Delbrück Grundriß 3, 1, 740 f.
antasten, v.: roh oder gewaltsam Hand anlegen. Mhd. anetasten«feindlich angreifen, angehend nötigens. Vgl. kasten. antediluvianisch, adj.: vorsintflutlich. Bei Herder 6, 111(um 1770), Wieland 47, 64 (Gruber) vom J. 1790. Von lat. ante«vor» und lat. dilavium n. UÜberschwemmungy. Anteil, m. n.(-es, Pl.-e): jemand zu- kommender Teil woran, mhd.(selten) anteil n.(häufiger seit dem 17. Jh.);(nur m. ohne Pl.) Mitgefühl(bei Adelung 1774). Anthologie, f.(Pl.-/): Blumenlese d. i. Sammlung kleiner Gedichte und dann auch andrer Schriftsticke. Aus dem gleichbed. gr. dvêokoria f. von dem Adj. dvéokéroc «Blumen lesendy(ävéoc n. Blume„, Noroc von Aéreiv lesen, sammeln»). Im 18. Jh. entlehnt. Anthropologie, f.: Menschenkunde, Wissenschaft vom Menschen. Aus gr.-neul. anthropolögia eig. die über den Menschen redende, die menschenkundige Wissenschaft, von dem gr. Adj. dvêpwrokéroc über den «Menschen redend»(ävépuroc m.«Meuschy, Xoroc von Xéreiv«reden»). Im 18. Jh. entlehnt. Antibaptist, s. Anabaptist. antik, adj. und adv.: altertümlich, in Geschmack und Geist des Altertums. Aus dem franz. Adj. antigae, ital. antico, das auf lat. antiquas zalte beruht. Bei Sperander 1728 noch in der franz. Schreibung. Schon im 16. Jh. kommt das von lat. antiquus ap- geleitete Adj. antiguisch vor(1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, a 1a, Gombert 6, 4).— Antike, f.: Kunstarbeit des klassischen Alter- tums und dieses selbst. Aus franz. antique f., das auf lat. antiqua, Pl. von autiquun(eig. opas Werk») beruht. Im 18. Jh. aufge- nommen(im Pl. bei Lessing 6, 436). Antimön, n.(-s, Pl.-e): Spießglanz, Spießglas. Aus mlat. antimonium n., span-- ital. antimonio, wohl vom gleichbed. arab. al-ithmid, al-uthmucl. Der griech. Nume da- für war crißi, criuEun., daher lat. stibium n. Antipathie, f.(Pl.-/): natürliche Ab- neigung wogegen. Aus gr. lat. antipathia, gr. dvrindHela f. Gegen-, Abneigungy, von dem gr. Adj. dvrrraonc«von entgegengesetzter Nei- gung seiend»(dvri«gegen, widers,-aenc von mdOoocn.«Leiden, Gefühly, zu aetv, Inf. Aor. von mdcXxeiv leiden?). Im 17. Jh. entlehnt. Antipõde, m.(-n/, Pl.-n): Gegenfüßler. Aus dem gr.-Jat. Pl. antipodes, gr. dvrinodec «Gegenfüßler, dem als Subst. genommenen Pl. des M. des gr. Adj. dvrinouc, Gen. dvri-


