Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
67-68
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67 annoch

Ansicht 68

annoch, Adv., mit an verstärktes noch. Schon in der Kanzleisprache des 15. Jh.

Annonce, f.(Pl.-/); Ankündigung in der Zeitung. Aus dem gleichbed. franz. annonce f. von annoncer«ankündigen), das auf lat. annun- ciare d. i. ad-nunciare ankündigen» beruht. Gegen Ende des 18. Jh. entlehnt(1795 bei Campe Bereicherung besprochen).

Anomalie, f.(Pl.-n); Abweichung von der gemeinen Regel. Aus dem gleichbed. gr.-lat. anomalia f., gr. dvwuakia f. eig. «Ungleichheity von dem Adj. dvuο«oOc un- gleich»(dv-«un-y, duoXéc gleich»). Bei Sperander 1728.

anonym, Adj.: ungenannt(ohne Angabe des Namens). Aus gr. dvovuuoc namenlos» (dv-«un-, ohney und évuuafür évouan. Name»). Im 18. Jh. dafür auonymisch(Schiller 2, 381).

anranzen, s. ranzen.

Anrecht, n.(6es, Pl.-e): das Recht woran. Wohl in der Kanzleisprache gebildet, im 18. Jh. allgemeiner gebraucht(Herder 1, 2).

anregen, v.:(veraltet) an etwas rühren, mhd. aneregen; berühren, erwähnen(früh- nhd.); den Anstoß zu etwas geben(schon bei Luther);(mit Akk. der Person) einen zu etwas bewegen oder auf etwas hinleiten.

Anrichte, f.(Pl.-n); der Küchentisch, die fertigen Speisen zum Auftragen zu bereiten. Mhd. urihte f. anrichten, v.: fertige Speisen zum Auftragen zurecht machen; über- haupt«zurecht machen; entstehen macheno. Mhd. anerihten.

anrüchig, Adj.: in keinem guten Rufe stehend. In neuerer Zeit an Stelle des zuerst im 15. Jh. auftretenden anrächtig(noch bei Campe 1807) getreten. Dies bezeichnet etwas oder jemand, dessen Ruf, Geräücht(s. d.) an- fängt schlecht zu werden. Die Umgestaltung des Wortes(gleichsam canfangend übel zu rischen?) erfolgte unter Einffuß von Wörtern wie Geruch= Ruf, ruchbar(s. d.).

ans, zusammengez. aus an das. Mhd. anz.

ansässig, adj.: festen Wohnsitz habend. Gebildet von einem frühnhd. Anseß«fester Wohnsitzy, das entweder auf ein mhd. ansez (mhd. sez m. n.«Sitz) oder wahrscheinlicher mit Kürzung des Vokals auf ein mhd. an- scæze n.(vgl. mnd. ansete n. Besitz eines un- beweglichen Erbes») zurückgeht. Im 18. Jh. gebraucht(bei Apinus 1728 Anseßigkeit).

Anschein, m.(-es): die Art, wie sich etwas den Augen zeigt, als Grundlage der Beurteilung. Mhd. anschin m. Erscheinung».

anscheinend, Adj.: den Anschein habend, eig. Part. Präs. eines V. anscheinen, mhd. ane schinen.

anschicken, v.: anordnen, zurecht machen (noch bei Wieland 4, 113), mhd. aneschicken. Refl. sich a.«sich zu etwas fertig machen,» (Stieler 1691).

anschlagen, v.: woran schlagen, mhd. aneslahen, aneslän, ahd. anaslahan; durch Schlagen festmachen; den ersten hellen Laut hören lassen; das Gewehr an die Wange nehmen; (danach vom Anschlagen und Zielen mit dem Gewehre) nach Berechnung oder Erwägung bestimmen(spätmhd.); gedeihlich sich zeigen (bei Rädlein 1711 und Ludwig 1716, schon mnd. anslãn). Anschlag, m.(6es, Pl. Anschläge), nach den Bedd. des Verbums. Mhd. aneslac, im 15. Jh. auch«worauf zielender Gedanke, Plany. Davon anschlägig, Adj.: reich an Einfällen, frühnhd.(auch bei Luther).

anschmieren, v.- durch Schmieren woran haften machen(Maaler 1561 anschmirwen); (einem etwas a.) einem betrügerisch aufhalsen (Ludwig 1716, während im 17. Jh. sich die Bed. «fälschlich eine Schuld beimessen» findet): (einen a.) betrügen(in der neuern Sprache).

anschnauzen, v.: an jemand harte Worte heftig richten. Frühnhd.(Luther). Zusammen- ges. mit schnauzen von Schnauze(s. d.), das auf ndd. snaten bperuht. Eig. s. v. a. canschnauben, anfauchen», dann«ungestüm anfahren?.

anschwärzen, v.: schwarze Farbe an etwas bringen; schlecht machen, verleumden (bei Stieler 1691).

Ansehen, n.(-S, eig. subst. Inf. des V. ansehen): Anschauung, mhd. ansehen n.; äußere Erscheinung(mhd. ansehen«Angesicht»); Be- rücksichtigung, Wertschätzung(bei Luther). 4BL. ansehnlich, Adj.: in der äußern Er- scheinung hervorragend; allgemeine Berück- sichtigung, Wertschätzung findend. Frühnhd. (2. B. Carolina 158), doch daneben auch(vom V. ansehen aus gebildet) ansehelich.

Anselm, Mannsname. Ahd. Anshelm, zu- sammenges. mit ahd. ans(nur als erstes Wort in Zusammensetz.), anord. dss, ags. 58 Ase, Gotty und helm.

Ansicht, f.(Pl.-en): das Heften des Augenlichtes worauf; die Art der Auffassung wovon durch die Sehkraft oder(bildlich) den Geist; das Gesehene wiedergebendes Bild. Mhd. anesiht, ahd. anasiht f. ist«Anblick», später verschwindet das Wort im Hochd., erhält sich aber im Ndd., aus dem es bei