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anlassen, v.: wohin oder wozu los lassen, mhd. aneläzen, anelän, ahd. analäzan; an den Körper angelegt oder angetan lassen; harte Worte an jemand richten(Stieler 1691). Refl. sich a.«Fähigkeit und Tätigkeit wozu zeigen»(frühnhd.).
Anlauf, m.(-es, Pl. Anläufe): ausholende geschwinde Bewegung woraufhin. Mhd. ane- louf m.«Anrennen, Angriffy, ahd. anahlouf m. Ansturz».— anlaufen, v. laufend wider etwas kommen, mhd. aneloufen, ahd. anahloufan; (bildlich, zunächst vom Wild, das gegen die Waffe des Jägers rennt) widerrennen, in seinem Tun durch übeln Erfolg abgeschreckt werden; anschwellen; von etwas Leichtem überzogen werden, z. B. der Spiegel, der Wein läuft an (1696 im Persian. Baumgarten 9, 19).
Anlaut, m.(res, Pl.-e): der Anfangslaut eines Wortes. Grammatischer Kunstausdruck Jac. Grimms.
anlegen, v.: woran legen, mhd. anelegen, ahd. qnaleggen; an sich legen als Kleid oder Schmuck(schon mhd. ahd.);(von Schiffen) sich ans Ufer legen;(von Gewehren) zum Ziele richten(daher es worauf d.«es worauf abgesehen haben?); zu einem bestimmten Zwecke nutzbringend verwenden(spätmhd.); anrichten, anstiften(bei Luther mit Dat. «einem etwas zufügen»); entwerfen und zur Ausführung bringen.
Anlehen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Hingabe von Geld gegen Zinsen. Mhd. anléhen, ahd. analéhan n.(s. Lehen).— Anleihe, f.(Pl.-n), in gleicher Bed., aber mehr von hohen Geld- summen. Erst bei Adelung 1774(«in Ober- deutschland).
anliegen, v.: sich dicht woran fügen; einem andauernd bittend zusetzen; einem Nachdenken und Sorge verursachen. Mhd. aneligen, ahd. analiggen in diesen 3 Bedd. Substantiviert Anliegen, n.(*J, Pl. wie Sg.), nach der 2. und 3. Bed. von anliegen. Früh- nhd. Das Part. Prät. angelegen steht oft adjektivisch: Nachdenken und Sorge mit Eifer zur Taätigkeit verursachend(bei Luther). Da- von Angelegenheit, f.: was mit Nachdenken und Sorge beschäftigt(so noch Lessing Nath. 3, 2), daun überhaupt Geschäft(Gombert 7, 6 v. J. 1619), und angelegentlich, adv.: mit eifriger Fürsorge(bei Dentzler 1709 noch ohne das eingeschobene k angelegenlich).
anmaßen, v.(mit refl. Akk. und Gen. der Sache oder Dat. und Akk. der Sache): nach Maß- gabe des Zustehendenin Anspruch nehmen; über
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
das Maß des Zustehenden in Anspruch nehmen. Mhd. sich anemũzen(mit Gen.) auch schon in der 2. Bed. 4 L. Anmaßung, f., frühnhd.
Anmerkung, f.(Pl.-en): mündliche oder schriftliche Bemerkung(1663 bei Schottel als Verdeutschung des lat. observatio, noch bei Lessing, Goethe); gelegentlich angefügteschrift- liche Bemerkung.
Anmut, f.:(veraltet) die Seelenstimmung z etwas, das Vergnügen macht, Neigung, Verlangen(so zuerst 1514 bei Liliencron 3, 147, aber als M., daneben schon im 16. Jh. als F.); Freude, Lust(noch bei Hagedorn, Werkes, 93); wohlgefälliges anziehendes Wesen (so zuerst bei Stieler 1691). Diese jüngere Bed. im Anschluß an das Adj. anmutig: Neigung hervorrufend, Verlangen erweckend, daher ge- fullig, lieblich(so schon bei Murner Schelmen- zunft 12, 20 anmietig red d. i. wohlgefällige).— anmuten, v.: ein Verlangen an jemand rich- ten, einem etwas ansinnen, mhd. anemuoten (mit Akk. der Person und Gen. der Sache, später mit Dat. der Person und Akk. der Sache); (mit Akk. der Pers.) das Gemüt ansprechen, Wohlgefallen erregen(noch nicht bei Adelung 1793, von Wieland 23, 341 für interessieren empfohlen und dann von Goethe in der jetzigen Bed. gebraucht).
Anna, Frauenname. Aus der kirchlichen gr. Jat. Form Anna nach dem hebr. Frauen-
namen Channãh(1. Sam. 1), urspr. Appellativ
in der Bed.«Gnade, Flehen um Gnadev. Annalen, Pl.: geschichtliche Ereignisse ver- zeichnende Jahrbücher. Aus dem gleichbed. lat. annales(nämlich lihri«Bücher»), dem subst. Pl. des M. des Adj. annalis«das Jahr betreffend», von annus m. Jahry. Im 18. Jh. entlehnt. Annaten, Pl.: die im ersten Jahr an die päpstliche Schatzkammer fallende Hälfte des Zinses von einer geistlichen Pfründe. Aus dem gleichbed. mlat. Pl. annatae von annus m. «Jahry. Frühnhd.(Luther 8, 708 Weim.). annehmlich, Adj.: gerne angenommen und gefallend. Gebildet aus dem mhd. Adj. annceme angenehm, lieblich», mit der Ab- leitungsendung-lich. Frühnhd. annektieren, v.: sich ein Land anglie- dern; überhaupt«sich aneignen». Nach franz. annexer anhängen, einverleibeny aus lat. annectére(aus ad-nectere)«anknüpfen, ver- einigeny. Rot 1571 hat annectirn in der Bed. aneinander knüpfen», die auch Campe 1811 allein kennt. Die jetzige Bed. wurde nach 1859 üblich. Vgl. Ladendorf Hist. Schlagwb.
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