Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
63-64
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63 Anis

Anlaß 64

später bei Niederdeutschen erscheint Amberg (d. i. An-berg)«Hügelꝰ, eig.«mäßig ansteigen- der Bergy, wonach wohl Anhöhe gebildet ist.

Anis, m.(Gen. Anises, Pl. Anise): eine Gewürzpflanze und ihr Same. Spätmhd. anis und(umgelautet) enis n. aus dem gleichbed. gr.-lat. anĩsun n., gr. ävicov n., einer Neben- form von gr. ävncov n., ävnrov, ävngov«Dillꝰ. In der Schriftsprache ist die mit dem Lat. übereinstimmende Formdurchgedrungen, wäh- rend älternhd. oft aneis und(mit Ton auf der 1. Silbe wie jetzt obd.) enis vorkommt.

anitzt, anjetzt, adv.: Erweiterungen von itzt(s. d.) jetzty, aus der Kanzleisprache (anietzt bei Opitz 2, 265).

Anke, f.(Pl.-n): Nacken». In Thüringen, Franken, Schwaben und am Mittelrhein(Maler Müller 2, 67). Mhd. anke f.«Genick, Gelenk am Fußy, ahd. ancha f.«Genick», encha(mit Umlaut) f. Beinröhren. Urspr. S. v. a. Gelenk, Gliedkrümmung zur Bewegung. Vgl. auch got. halsagga m.(für überliefertes balsagga vermutet) Nacken»: zu gr. Txdv«Ellenbogen⸗ s. Angel. S. auch Eukel.

Anke, Anken, m.(Gen. und Pl. Anlen), selten f.: Butter. In der Schweiz, dem Elsaß, am Oberrhein. Mhd. anke m., ahd. anko m. und anka f., auch in Zusammensetzung anc- smero m. Buttery. Verwandt sind lat. un- gusre«schmierenꝰ, unguen, umbr. umen« Salbe, Fetts, altir. imb, preuß. anktan Butters, aind. ar.]«salbenꝰ, äſjam Opferschmalzo. 4 BL. anken, v.: buttern.

1Anker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Eisen mit Widerhaken zum Auswerfen ins Wasser, wenn das Schiff stehen soll. Mhd. anker, spätahd. anchar m.; mit ndl. anxer n., ags. dncor, oncor m., engl. anchor, anord. arkeri n., Schwed. ankaare n., dän. anker n., entlehnt aus gr. Jat. ancora f., gr. ärxupa, Grundbegriff cdas Gekrümmte», zu der unter Angel be- sprochenen Sippe gehörig. Der eig. ahd. Ausdruck senchil m., sinchila f.«Senkel⸗(s. d.) wurde durch das von Norden her eindringende entlehnte A. verdrängt. 4B L. ankern, v.: mhd. ankxern, auch(umgelautet) enkern.

Anker, m.(-S, Pl. wie Sg.): ein etwa ½ Eimer haltendes Maß. Aus dem ndl. anker n. ins Hochd. aufgenommen(bei Frisch 1741 verzeichnet), das auf dem eine kleinere Tonne als Maß bezeichnenden mlat. ancheria, anceria f. beruht.

Anklang, m.(-S, Pl. Anllänge): durch Anschlag hervorgerufener Klang; anhebender

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Klang; sich anschließender, verwandter Klang, (bildlich) entsprechende Empfindung usw.(in A. finden). Ein Adelung noch unbekannter Ausdruck der neuern Dichtersprache(in der 3. Bed. bei Voß 3, 169, dann auch bei Goethe).

anklingen, v.(mit starker Flexion): mit dem Kluange woran rühren. Dagegen an- klingen(mit schwacher Flexion): Glas wider Glas anstoßen, daß es einen Klang gibt. Oft bei Voß(aber bei Goethe Faust 5276 mit starker Flexion angelclungen).

ankommen, v.: wohin kommen um da zu sein; an jemand herankommen, über jem. kommen(jetzt noch im Ausruf komm an!, Schiller Braut v. Mess. 3, 2, Lessing Nathan 1, 3, früher wie mhd. anexomen, ahd. and queman mit trans. Akk.); etzwas Kommt mich an æich werde davon befallen»(jetzt auch mit Dat. wie schon bei Luther Weish. 16, 21), mit Adv. z. B. schaper«ich werde wovon er- griffen?(bei Luther); es darauf a. lassen das Herantreten, den Verlauf einer Sache ab- warten?(bei Stieler 1691); es komnt an auf es tritt an heran, um dadurch in seinem Verlauf bestimmt zu werden(bei Ludwig 1716). 4B2. Ankömmling, m.(-s, Pl.-e): wer ankommt. Bei Krämer 1678. Ankunft, f.: (veraltet, doch noch bei Goethe 16, 50) Ab- stammung; Ankommen(so schon bei Luther).

ankörnen, v.: anlocken, eig. Vögel durch ausgestreute Körner(Goethe Götz 2, 13). Bei Duez 1664.

Anlage, f.(Pl.-n): Beilage; die dem Ein- zelnen auferlegte Steuerleistung(frühnhd.); Aufwendung von Geldern zu bestimmtem Zwecke; Entwurf eines Gebäudes, Gartens usw. und das Angelegte selbst(Frisch 1741); an- geborne Fähigkeit(erst um 1750, z. B. Lessing 7, 363). Mhd. anläge f.«Bitte, Anliegen».

anlanden, v.: ans Land fahren. In der ältern Sprache dafür anländen(so noch bei Wieland 20, 260).

anlangen, v.: 1) intrans. ans Ziel ge- langen, mhd. anelangen. 2) trans.(veraltet) bittend angehen(bei Luther Ap.-Gesch. 25, 24); betreffen(frühnhd., auch bei Luther).

Anlaß, m.(Gen. Anlasses, Pl. Anlässe): das Bewegende zu einer Handlung. Mhd. aneld⸗ m.«Ort, von dem aus das Rennen losgeht; schiedsrichterlicher Austrag einer Sache»(die

jetzige Bed. schon frühnhd). 4L. anläß-

lich, adv.(mit Gen.): in der neuern Kanalei. sprache(noch nicht bei Adelung).