Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
61-62
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61 Anger

Anhöhe 62

Anger, m.(-5, Pl. wie Sg.): wildgrünes Grasland, Grasfleck. Mhd. anger, ahd. angar m. ungepflügtes, wildgrünes Bauland, Gras- land; dazu anord. eng f., engi n. Wiesey und weiter zu griech. ã-α n.«Tab, vgl. unter Angel.

Angesicht, n.(-es, Pl.-e,-er): worauf fallender Blick;(dem Blick zugekehrte) Vor- derseite des menschlichen Kopfes. Aus mhd. angesihte n.«Anschauen»,(in md. Quellen) «Antlitzy, daneben angesiht f.«Anschauen), ahd.(ohne ge-) anasiht f.«Anschauen, An- plick». S. Gesicht. 4BL. Angesichts, genetiv. adv.: im Anblicke; im Augenblick, sofort. Bei Luther.

angreifen, v.: mit den Händen woran rühren, mhd. anegrifen, ahd. anagrafan; Hand anlegen, sich zu etwas schicken;(von Geldern) anfangen zu zehren(in diesen beiden Bedd. auch schon spätmhd.); sich feindlich gegen jemand wenden(bei Luther); die Kräfte in Anspruch nehmen(auch bei Luther). In dieser Bed. auch refl. sich a. Angriff, m. (-es, Pl.-e): Beginnen, Unternehmen; Anfall. Mhd. angrif, ahd. anagrif«Betastung, Anfall).

Angst, f.(Pl. Angste): das Engewerden in der Brust, beengendes Gefühl worüber. In unpersönlichen Redensarten mir ist, wird, macht angst, erscheint das Subst. A. adjekti- visch. Aus mhd. angest f., seltener m., ahd. angust f., wie mnd. angest m., abgeleitet von angi«engy. Entsprechend lat. angustia f. Enge» und angustus«enges von lat. angére szusammendrücken, beklommen machen, abg. qæosti«angustiaes. 4BL. üngsten, häufiger ängstigen, v.: mhd. engesten, ahd. angusten und engstigen, das von dem Adj. engstig (bei Luther), ahd. angustig abgeleitet ist. ängstlich, adj. und adv.: Angst habend, Angst verursachend, mhd. angestlich, engest- lich, ahd. angustlih. ZUS. Angstschweiß, m., bei H. Sachs.

Angster, m.(-S, Pl. wie Sg.); hohe eng- halsige Trinkflasche oder Krug. Süddeutsch. Mhd. angster m. aus gleichbed. mlat. angu- strum, florent. anguistära, inguistãra, von lat. angastus engy.

2Angster, m.(‧d, Pl. wie Sg.): alte kleinste Schweizer Scheidemünze,% Schilling. Seit dem 14. Jh. bezeugt. Wahrscheinlich aus lat. angustus«eng, schmal, klein, dünny.

anhaben, v.: am Leibe haben(bei Luther); (einem etwas a.) an jemand Anhalt zur Schädigung gewinnen(mhd. einem anehaben csich an jemand halten, Hand an ihn legeno).

anhalten, v.: 1. trans. festhalten; in der Bewegung aufhalten, zurückhalten;(zu etavas a.) andauernd zu etwas nötigen(bei Luther). 2. intrans. Halt machen; fortdauern;(um etwas a.) andauernd um etwas bitten(in beiden Bedd. bei Luther).

Anhang, m.(-es, Pl. Anhünge): was sich anhängt; als unwesentlich Beigefügtes; eine zugetane in Tun und Treiben folgende Per- son oder eine Gesamtheit solcher Personen. Mhd. anehanc m. anhangen, durch Ver- mischung mit dem trans. V. auch anhängen, v.: woran hangen; fest zugetan sein. Mhd. anehangen. 4BL. Anhänger, m.: der einer Person oder Sache zugetan ist(bei Luther). anhängig, adj.:(veraltet) zugetan; zu- gehörig;(von Prozeßsachen) schwebend, der Entscheidung entgegensehend(aus der Kanz- leisprache bei Luther). anhänglich, adj.: dauernd zugetan. Bei Adelung 1793, aber von Heynatz 1796 als wenig üblich bezeichnet. Anhängsel, n.: anhangender Gegenstand. 1733 bei Gottsched.

anheben, v.: anfangen, eig. angreifen zum Bewegen. Mhd. aneheben. Nur in feier- licher Sprache.

anheim, akkusat. adv.: eig. an das Haus (vgl. Heim); zu freier Verfügung. In der Kanzleisprache des 16. Jh. erscheint a. in festen Verbindungen mit Verben(vgl. a. 2iehen Reichs-Ordnungen 1365), von denen jetzt noch anheimfallen,-geben,-Stellen üblich sind(da- für bei Luther 3, 112 b Jen. heim fallen, 3, 1252 heimgehen).

anheimeln, v.: heimisch anmuten. Bei Dentzler 1709 verzeichnet und durch Schweizer Schriftsteller ins Hochd. gekommen, aus dem es Campe 1807 anführt. heimeln ist mit einer diminut. Endung von heim gebildet.

anheischig, adj.: durch Versprechen ver- pflichtet(nur noch in sich a. machen). Ent- standen durch Einwirkung von heischen(s. d.) aus mhd. antheigec«durch Versprechen schul- digy, abgeleitet von mhd. ahd. antheiz m. Gelübde», dazu got. andahait n. Bekenntnis» neben andhaitan«bekennen». 1576 bei Mathe- sius Luther 104 b anheischig(1566 anheschig).

anher, adv.: hierher, bis hierher. Frühnhd. Kanzlei(Janssen Frankf. Reichscorr. 1, 913). anherrschen, v.: herrisch anfahren. Junges Wort, noch nicht bei Campe 1807.

Anhöhe, f.(Pl.-n): mäßige Erhöhung. 1741 von Gottsched und 4748 von Klopstock (Messias 2, 43) gebraucht. Schon mnd., auch