Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
59-60
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59 Anfang

angenehm 60

Anfang, m.(-es, Pl. Anfänge): das Erste wovon. Mhd. anevane, ahd. anafang m. Von anfangen, früher anfahen(s. fangen), v.: am Beginn wovon sein(eig. Hand woran legen zum Halten, woran tätig werden); im Beginn be- griffen sein. Mhd. anevãhen, ahd. anafähan. 4B. anfangs, genetivisches adv., frühnhd. anfänglich, adj. und adv.: bei Luther. ZUS. Anfangsgründe, Pl.: 1710 vom Philosophen Chr. Wolff gebraucht, s. Gombert 6, 3.

anfechten, v.:(veraltet) mit Waffen wo- rauf eindringen; worauf empfindlich ein- wirken, beunruhigen; bestreiten. Mhd. ane- vehten, ahd. anafehtan.

Anflug, m.(-es, Pl. Anflige): das Heran- kommen durch die Luft, sowie das Heran- gekommene selbst;(veraltet) eine äußerlich wahrnehmbare Krankheit, z. B. ein Gesichts- ausschlag; eine schwach ausgeprägte Eigen- schaft, vorübergehende Stimmung(erst bei Campe 1807).

auführen, v.: an der Spitze stehend leiten; (veraltet) worin unterweisen,(dann) mißleiten, hintergehen(nach Gombert 6, 4 schon 1557 mit geschmierten Worten d.); zum Beweise tür Gesagtes beibringen, z. B. Worte eines andern(bei Gottsched). Mhd. aneviteren an sich tragen», ahd. anufuoren cherbeibringen». 4BL. Anführung, f.(nach der 1. und 4. Bed. von anführen). Damit zusammenges. Anfüh- rungszeichen, n., bei Adelung 1774.

Anfurt, f.(Pl.-en) Landeplatz. Bei Luther als m. und f. Wie Fuart(8. d.) zu fahren.

angeben, v.: 1. intrans.(beim Karten- spiel) zuerst geben; Töne hervorbringen(von Instrumenten). 2. trans. ansagen, vorbringen; veranlassen, anordnen; zur Bestrafung an- zeigen, mhd. anegeben. 4 BL. angeblich, adj. und adv.(nach der 1. Bed. des trans. V.), bei Frisch 1741, aber von Adelung 1793 noch beanstandet.

Angebinde, n.(-s, Pl. wie Sg.): Fest- geschenk(eig. Geburtstagsgeschenk, das dem Feiernden an den Hals oder Arm gebunden wurde). Im 17. Jh. aufgekommen, vgl. anbinden.

angedeihen, v.: zuteil werden, nur in der Redensart a. lassen. In der ältern Sprache ist an mich oder mir geddeihet es cgerät an mich, widerfährt mir, wird mir zuteil».

Angedenken, n.(-S): wie Andenken (s. d.). Im 14. Jh. angedenken&Prinnerung» (bei dem Mystiker Eckhart).

angehen, v.: 1. intrans. anfangen, in einen Zustand geraten, z. B.(vom Feuer und

Brennbarem) entbrennen, mhd. anegãn, gén, ahd. anagãn, gangan; erträglich, hinreichend sein(bei Luther und im ältern Nhd. nur mit dem Dat.: mir gehet an«mir gelingt, meine Sache hat Fortgang). 2. trans. sich gegen jemand wenden, feindlich oder freund- lich;(von Dingen) jemand berühren, betreffen (beide Bed. auch mhd. ahd.).

Angel, f.(Pl.-n; als m. nur noch mund- artlich«Bienen-, Wespen-usw. Stacheb): spitzer Haken zum Fischfange; Einhängehaken für Türe, Fenster usw. Mhd. angel m. f., ahd. angul m.; dazu asächs. angul m. Angelhaken 5, mnd. angel m.«Stachel, Fisch-, Türangel», ndl. angel m.«Stachel, Angel», ags. ongel m., engl. angle«Angelhaken», anord. öngull m., dän. angel«Angelhakenꝰ, aisl. ölI, all m. aus ranhulas «Keim»(Noreen Urgerm. Lautlehre 25); ent- spricht genau aind. aturäs m.«Sprößling, junger Schoßo, griech. c'†αοαο krumm. Das einfache Wort liegt vor in mhd. ange m. Fisch-, Türangel, ahd. ango m.« Spitze, Tür- angel», ags. onga m.«Stachel», anord. angji m.«Spitzey, verwandt mit lat. ancus«mit krummem Army, uncus m. Hakenꝰ, gr. ö†xoc m.«Widerhaken, diwm. Bug, Ellenboger, aärxoc n.«Bucht, Taly, skr. akäs m.«Hakeny. Luther gebraucht das Wort in der Bed.«Fisch- angelnals m., was auch später bis in die neueste Zeit nicht selten ist, z. B. Günther 873, Wieland Musarion 85, Goethe 1, 169, Schiller Picc. 1, Rückert 5, 51. 4 B L. angeln, v.: mit der Fischangel fischen, mhd. angeln, ahd. an- gilon; übertragen zu fangen suchen. ZUS. Angelstern, m.: Polarstern. Verdeutschung des 17. Jh.(bei Fleming 160. 625). angel- weit, adj. und adv.: so weit offen, als die Türangeln zulassen. Frühnhd.(1562 bei Ma- thesius Sarepta 2032).

angelegen, Angelegenheit, s. anliegen.

angemessen, adj. und adv.: so abge- messen, daß es einer Sache entspricht, passend, ziemlich. 1749 bei Gottsched.

angenehm, adj.: gern angenommen; Wohlgefallen erweckend. Frühnhd.(im Tri- strant, ed. Pfaff 63, 21, Wormser Druck an- gendn, Sallust B 3 und Murner luth. Narr 3040 angenem, Luther 8, 513 Weim. und später angeneme). Im Mhd.(ohne an) genceme, um 1100 genãme(in ungenãme« unangenchm)), da- neben anncme, mnd. annüme und angenme, vgl. ahd. näml angenehm), got. andanénls cangenehm? zu andniman«entgegennehmen. Vgl. annehmlich.

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