Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
57-58
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57 Andenken

Anfall 58

aus mhd. ahe f. zusammengezogene â(s.-a) aus lat. aquaeductus f. Wasserleitung». Vgl. Abzucht.

Andenken, n.(-s, Pl. wie Sg.): Richtung der Gedanken auf jemand oder überhaupt einen Gegenstand, um ihn sich wieder vor- zustellen; was zum Andenken gegeben wird. Spätmhd. andenken n. Erinnerung, Wissen?, supstantivierter Inf. des V. mhd, anedenken, ahd. anadenken. Die 2. Bed.(nach franz. souvenir) bei Stieler 1691.

ander, adj.:(veraltet) Ordnungszahlwort der Zweizahl; über bereits Bezeichnetes vor- handen; außer dem Bezeichneten vorhanden und davon verschieden. Mhd. ander, ahd. andar, dazu asächs. ãdar, ödar, ndl. ander, afries. öther, ags. öder, engl. other, anord. annar, schwed. annan, dän. ander, got. anhar. Eine komparativische Bildung, übereinstim- mend mit lit. aũtras, preuß. ãnters, lett. ötrs der andere», skr. antarãäs«ein andrer, verschie- dener(zu anjãs«er anderen). 4BL. ändern, v.: anders machen, mhd. endern, andern. anders, genetiv. adv.: auf andere Weise, sonst, mhd. anders, spätmhd. auch anderst, vgl. einst, was auch nhd. selbst schriftsprach- lich vorkommt(Haller Ged. 58. Wieland Aurora u. Ceph. 583. Schiller Räuber 3, 2). ZUS. anderseits, adv.(bei Gombert 5, 9 Belege von 1610 und 1618): mit angetretenem genetiv.-s aus mhd. andersit. Eine Neben- form, die auch den 1. Bestandteil des Wortes genetivisch gestaltet, ist andrerseits(bei Gombert mit Beleg von 1661). anderswo, adv.: mhd. anderswä, zusammenges. mit dem genet. Adv. anders. anderthalb, adv. Mit eingetretenem t aus mhd. anderhalp, auch anderthalp. anderwärts, adv.: anderswo- hin, anderswo, zum andern Male(in der letzten Bed. von Dasypodius 1537 angeführt); davon anderwértig, adj.(bei Gombert 7, 5 von 1618 anderwertig). anderweit, adv.: (veraltet) zum zweiten Male; an andrer Stelle, anders. Mhd. anderweide(ebenso dri weide dreimal» usw.) in der 1. Bed., wie anderwent bei Luther; daneben mhd. auch in der 2.(heil. Elisabeth 3774 anderweit anderwärtsy, 6526 cauf eine andere Arts). Davon anderweitig, adj.(bei Gombert 7, 6 vom J. 1641), in der Kanzleisprache, wo aber auch anderweit als Adj. verwendet wird, wie 1663 bei Schottel Vorr. u. S. 344.

andeuten, v.: etwas durch einen Hin- weis zu verstehen geben; nur obenhin be-

zeichnen. Im 16. Jh. aufgekommen(belegt z. B. bei Albertinus weibl. Lustgarte 246).

Andorn, m.(-es, Pl.-e): die Pflanze marrubium. Mhd. ahd. andorn m. n. Dunkler Herkunft.

Anekdote, f.(Pl.-n): unterhaltendes (neues) Geschichtchen aus jemandes Leben. Aus dem gleichbed. franz. anecdote f., das auf gr. Jat. anecdota, gr. âvéxdora, Ntr. Pl. von Aàvéxdoroc«nicht ausgegeben, nicht be- kanntgemachty(dv-«un-, nicht), didva«ge- ben*) beruht. Um die Mitte des 18. Jh. auf- genommen(Gottsched, Lessing 7, 225; Ade- lung hat noch die Bed.«eine unbekannte Be- gebenheit).

Anemone, f.(Pl.-/): Windröslein, Wind- blume. Aus dem gleichbed. gr.-Jat. anemone, gr. äveuchvnf., abgeleitet vonäveuocm.&Wind?; die Benennung, weil sich die Blume nur bei wehendem Winde öffnet(Plinius hist. nat. 21, 94). Doch vgl. Levy Die semit. Fremdw. im Griech. 49. 1546 bei Bock Kreuterb. 49³ Anemonerößlin und Anemone.

Anerbe, m.(-n, Pl.-n): der Erbe, der den nächsten Anspruch an ein hinterlassenes Gut hat. Mhd. anerbe m. Vgl. Ganerbe.

Anerbieten, n.(-S, Pl. wie Sg.); an je- mand gerichtetes Erbieten. Im 17. Jh. aufge- kommen(Harsdörfer Gesprächspiele?, AIIb). Fig. substantivierter Inf. des V. anerhieten, pei Schönsleder 1618 verzeichnet, stammt wohl aus der Kanzleisprache.

anerkennen, v.: etwas durch bestimmte Erklärung als richtig und giltig annehmen, insbesondere bei Gericht; etwas ausdrücklich billigen. Erst bei Adelung 1774.

anfachen, v.: zum volleren Dasein auf- regen, eig. anblasen. Wie fachen(s. d.) erst der neuern Dichtersprache geläufig, bei Gott- sched, J. E. Schlegel u. a., von Wieland seit 1751(Suppl. 1, 145) gebraucht(bei Nierem- perger anfacheln).

anfahren, v.: 1. intrans. zu Schiff oder Wagen dicht herankommen. 2. trans. zu Wagen heranbringen; sich mit harter Rede gegen jemand wenden(bei Luther). Mhd. anevarn ein Gut in Besitz nehmen?, ahd. anavaran cherangehen, jemand anfallen.

Anfall, m.(-es, Pl. Anfälle): das plötz- liche Herankommen 2. B. von Feinden, mhd. aneval m.; plötzlicher Anstoß von Krank- heiten, Gemütsbewegungen; unvermutetes Zu- fallen von Eigentum und das Zugefallene selbst(auch schon mhd.).