Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
55-56
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55 Anatomie Andauche 56

4BL. anarchisch, adj. Anarchist, m. einem aufbinden(s. DW. 1, 622), was auf (-en, Pl.-en) schon im 18. Jh. das Aufsetzen und Festbinden des Helmes

Anatomie, f.(Pl.-n): die Kunst Leichen von seiten dessen, der sich zum Kampf rüstet, zu zergliedern; das zur Leichenzergliederung geht(mit einem a. zuerst bei Krämer 1678); bestimmte Gebäude. Aus lat. anatomia f., dies kurz angebunden d. i. bald in Harnisch kom- aus gr. àvœroun f.(ävo- und roun«Schnitto) mend, leicht gereizt, zum Streite geneigt «Aufschneiden, Zergliederungy. Schon im(zuerst bei Schönsleder 1618). Aus der Bed. 16. Jh.(1565 bei Paracelsus Op. chirurg. 611 cfestbinden» geht die von«beschenken her- Anatome«*). 4BL. anatomieren, v., 1551 vor(z. B. bei Fleming 42), da Geschenke an bei Scheidt Grobianus 4270. anatomisch, den Hals, Arm usw. gebunden zu werden

adj., bei Krämer 1678. anbahnen, v.: einer Sache den Weg be- reiten, sie ins Werk setzen und fördern. Bei Campe 1807, als landschaftliches Wort. Anbeginn, m.(-es): der erste Beginn. Mhd.(md.) anbegin m., gewöhnlich anbeginnen. anbei, adv.:(veraltet) zugleich, daneben; hiebei. Aus der Kanazleisprache von Stieler 1691 aufgenommen, von Adelung 1793 und Heynatz 1796 noch als oberdeutsch empfunden. anbelangen, v.: betreffen, eig. bis an et- was heranreichen. Aus der obd. Kanalei- sprache bei Krämer 1678 angeführt; bei Ade-

lung und Heynatz 1775 noch beanstandet,

1796 aber im Antibarbarus zugelassen, vgl. belangen, anlangen.

anbequemen, v.: anpassen. Eine am Ende des 18. Jh.(nach Heynatz 1796 cbei neueren Schriftstellerns) auftretende Ver- deutschung von franz. accomoder, vgl. be- quemen.

anberaumen, v.: von etwas festsetzen, wann es sein soll. Mit Verwandlung eines äã in au(unter Einfluß von Raum) aus an- beramen, so noch Adelung 1793(wührend Heynatz 1775 und 1796 anberaumen vorzieht), spätmhd. berämen, von mhd. rämen, ahd. rämén czum LZiele nehmen, worauf hin sich richten?, dazu asächs. rämoôn«trachten, strebeny. Aus der Kanzleisprache bei Stieler 1691.

anbeten, v.: aufs höchste verehren. Mhd. anebeten, ahd. anaheton. 4BL. Anbeter, m., mhd. anehetcre, ahd. anabetäri. An- betung, f., spätmhd. anebetunge f.

Anbetracht, m.: erwägende Anschauung, Erwägung(nur in der Verbindung in 4.). Aus der Kanzleisprache bei Gottsched 1758, Adelung 1793, Heynatz 1796 angeführt, aber als oberdeutsch bekämpft.

anbinden, v.: durch Binden anheften. Mhd. anebinden, ahd. anabintan. Redensarten: mit einem a.«mit jemand Streit anfangen, (abgeschwächt cüberhaupt sich mit jemand einlassen»), dafür in der ältern Sprache mit

pflegten. Redensart: einen Biren a.«Schulden machen⸗(so 1781 bei Kindleben); früher heißt einem einen Bären a.«einen belügen»(so schon bei Grimmelshausen Simpl. 243 und noch bei Wieland) eig. einem eine erlogene Jagdgeschichte aufbinden, woraus dann wohl die Bed.«durch Vorspiegelungen Geld aus jemand herauslocken» hervorgegangen ist. Anblick, m.(-es, Pl.-e): worauf ge- richteter Blick; Angeblicktes. Mhd. aneblic m. anblicken, v.: den Blick worauf richten. Mhd. anehlicken. anbrechen, v.: 1. trans. etwas wovon abzubrechen anfangen, z. B. einen Kuchen, eine Flasche. 2. intrans. als Zeit oder zeit- liche Erscheinung(mit Geschwindigkeit, mit Macht) anfangen zu sein, z. B. der Morgen, das Jahr, die Schlacht bricht an. Frühnhd. (auch bei Luther). Anbruch, m.: der Anfang etwas wovon abzubrechen, sowie dieses Abgebrochene selbst; der Anfang des Uber- ganges zur Verderbnis an sonst Gesundem, z. B. Anbruch des Obstes, Weines; der Be- ginn einer zeitlichen Erscheinung. Frühnhd. 4BL. anbrüchig, adj.(bloß nach der 2. Bed. von Anbruch), bereits im 16. Jh. Anchovi, f.(Pl.-s): eine Sardellenart. Nach ndl. ansjovis f., engl. anchovy, aus port. anchova, span. anchoa, franz. anchois f., das aus dem Baskischen abgeleitet wird. Bei Anchinoander Gramm. Ital. Vocab. c 2 b 1653 Anschioven, bei Duez 1664 Anchove. Andacht, f.(Pl.-en): die feste betrach- tende Richtung der Gedanken, insbesonders auf Gott und Göttliches; inniges Gebet. Mit Kürzung des zweiten a aus mhd. anedäht, ahd. anadãhtf., von denken. 4 B L. andächtig, adj., mhd. anedcæœhtec, ahd. anadähtic. Andauche, f.(Pl.-n): überdeckter Ab- zugsgraben an Gebäuden, auch an nassen Ackern. Am Mittelrhein. Spätmhd. äãdnche (1304 fluxum et motum per aqueductum gui dicitur aedduche Böhmer cod. dipl. Francofur- tanus S. 360), ädächt, mit Anlehnung an das