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Ammer 50
Amboß, m.(-es, Pl.-e): der eiserne Häm- merblock einer Schmiede. Aus mhd. amböz, anbõz, anebõz, ahd. anabôz m., zusammenges. aus ana und mhd. 503 m.,«Schlag» von bözen, ahd. bzan«schlagen, stoßeny, wozu auch ags. béatan, engl. beat, aisl. bauta«schlagen, stoßen. Letzteres ist wurzelverwandt mit f in lat. con- futãre miederschlagem, refutäre«widerleger, fustis«Knüttely, s. Walde s. v. s. v. Die Länge des ö in der 2. Silbe nur noch landschaftlich.
Ambra, m.(-s), Amber, m.(-S): ein wohlriechendes Erdharz. Mhd. amber, ämer m. aus mlat. ital. ambra f., das auf gleichbed. arab. mbar zurückgeht.
Ambrosia, f.: Götterkost. Aus gr.-lat. ambrosia, gr. àußpocia, eig. die unsterblich machende Götterspeise, Fem. des Adj. ãußpöcioc unsterblichy. 4BL. ambrosisch, adj.: himmlisch süß.
Ameise, f.(Pl.-n): Mit Entwicklung eines s aus B in zweiter Silbe aus mhd. ämeize, ahd. ãmeiza, dazu ags. cmette f., engl. emmel und ant. Dunkler Herkunft; wird gewöhn- lich zu ahd. emazig«emsig, Grundbed. also das geschäftige Tier» gestellt, was aber kaum das richtige trifft. Eher als Zusammensetzung zu ahd. meizan, got. maitan chauen, schneiden» (s. Meißel) zu stellen(wegen des Präfixes ö- s. Ohnmacht, vgl. auch mhd. ãschröt«Abge- schnittenes», äswinc«Abfall von Flachs»), so daß auf eine Bezeichnung des aus kleinen Holz- teilchen bestehenden Waldameisenhaufens zu- rückzugehen wäre. Im Frühnhd. erscheint obd. (mit Übergang des ã in ö vor Nasal) Omeis (noch im 17. Jh. z. B. bei Harsdörfer Ge- sprächsp. 1, 25 vorkommend), im Md. gewöhn- lich mit Umlaut(wie in Erbeit) Emeis und Emumeis, bei Luther(wahrscheinlich mit An- lehnung an ein, dessen n als assimiliert be- trachtet wurde) Eimmeis, worauf die Formen Amse(Wieland 18, 94), Emse und(mit dialekt. Verwandlung des umlautenden æ in 7) Imse (Goethe Faust 7585) zurückgehen. In den mundartlichen Formen(die z. T. auf a- in der 1. Silbe führen) vielfach durch Volks- etymologie umgestaltet.
Amelmehl, n.(-s, Pl.-e): Kraftmehl. Mit Wandlung des r zu! aus mhd. amer (auch schon amel), ahd. amar n.«Sommer- dinkel», 1546 bei Bock 245 b Ammelkorn. Engl. amelcorn«Dinkel⸗ ist rein gelehrt, vgl. Murray New Engl. Dict. s. v.
amen, als gewöhnlicher Gebetsschluß: wahrhaftig! so soll es sein! Subst.: Amen, n.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
Mhd. ãmen, nach lat. dmén, dies aus gr. dunv aus dem gleichbed. hebr. Adv. amén.
Amethyst, m.(-es, Pl.-e): ein violett- farbener Edelstein. Mhd. ametiste m. nach franz. amethyYste f. aus gr. Jat. ameth'ystus, gr. dấuegucroc f., eig. Adj. in der Bed.«nicht trun- ken, den Rausch stillend, da diese Eigenschaft dem Edelstein beigelegt wurde.
Amiant, m.(-es, Pl.-e): der feinfaserige, biegsame, weiße Asbest. Aus gr. lat. amiantus, gr. duiavroc m., eig. Adj. in der Bed.«unbe- fleckt, rein» und als Subst. Name des Steines wegen seiner schimmernden Weiße.
Ammann, m.(es, Pl. Ammänner):(in der Schweiz) höchste obrigkeitliche Person einer Gemeinde oder eines Landes. Mhd.(in alem. Quellen) amman Diener, niederer Be- amter, urteilsprechende Gerichtsperson?, zu- sammengezogen aus mhd. ambetman, ahd. ambahtmann, s. Amtmann.
Amme, f.(Pl.-n): Aufnährerin und Mut- terstelle einnehmende Pflegerin eines Kindes. Mhd. amme, ahd. amma. Eig. wohl Mutter, wie noch jetzt schwäbisch(darnach Wieland 18, 127), vgl. auch anord. amma«Großmutter); weitverbreitetes Lallwort der Kindersprache wie Mama(s. d.), vgl. gr. àuudc, ähuta, duuia(bei Hesych)«Mutter, Amme», bask. ama«Mutter», altrom. amma, span. port. amdi «Amme» und mit Ableitung lat. amftfa«Vaters Schwestery.
Ammeister, m.(-s, Pl. wie Sg.):(noch im 18. Jh. in Straßburg) der bürgerliche Obervorstand der Stadt. Mhd.(in elsäs- sischen Quellen) ammeister, ammemeister, ammanmeister, eig. der Meister, der Am- mann(s. d.) ist, der Obermeister(Vorsteher der Zünfte).
Ammer, f.(Pl.-n): ein Singvogel, embe- riza citrinella. Mhd. amer, ahd. amaro m. Vielleicht von amer«Sommerdinkel», also Vogel, der gern Sommerdinkel frißt(wie Hänf- ling eig. Hanfsamenfresser, von Hanf) vgl. Liebich PBr. Btr. 23, 223. Mlat. amarellus stammt entweder aus dem Deutschen oder ge- hört zu span. amarillo, port. amarello«gelb». 4BL. Ammerling, m. wie Ammer. Mhd. (mit einfachererAbleitung) amerinc m.
2Ammer, f.(Pl.-n): die große säuerliche Kirsche, die schwärzliche wie die hellrote oder Amarelle(s. d.). Scheint gekürzt aus ital. amarisca f.«Weichselkirschey von ital. amaro(lat. amãrus)«bitter, herbꝰ, hier«säuer- lich». Vgl. Liebich PBr. Btr. 23, 223. Schon
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