45 Alpranke
Alter 46
stellern gebrauchten gr.-lat. alphabetum n., gr. AAodßnroc m. f., nach den Namen der beiden ersten griech. Buchstaben äkqa= A und ffra= b. 4BL. alphabetisch, adj.
Alpranke, f.(Pl.-n): der strauchartig kletternde Nachtschatten(solanum qdulca- mara), der als Mittel gegen das Alpdrücken gilt. Bei Frisch 1741. In Schlesien Alpkraut n.
Alraun, f.(Pl.-en) und m.(‧s, Pl.-e,-en): Pflanze mit rettigartiger, in Form verschränk- ter Beine gespaltener Wurzel, mandragora. Aus mhd. alrine, ahd. alrüna f. eig. Be- nennung des weissagenden teuflischen Geistes, der nach dem Aberglauben aus der Wurzel geschnitten wird. Zusammenges. mit ahd. rüna f.«Geheimnis, geheimnisvolles Zuflüstern?(. raunen).
ꝛals, adv.: in einem fort, s. alls.
zals, adv.; 1. vergleichend. So noch oft bei Luther und im älteren Nhd., jetzt aber durch wie(daneben als wie) zurück gedrängt; erhalten hat sich als in Bez. auf ein voraus- gehendes so(so unschuldig als ein Lamuan), auf ein vorausgehendes negierendes Wort (niemand als du, nichts als Kleinigkeiten), kerner wird es nach Komparativen(dafür älternhd. denn) und zur Einleitung von Ver- gleichssätzen(als wenn, als 0b) gebraucht. 2. demonstrativ, bei Aufzühlungen(die edeln Metalle als Gold, Silber usw.) und beim prädikaten Attribut(er kam als ein Bote, ich achte dich als einen Freund). 3. zeit- bestimmend, eig. vergleichend in der Zeit, als Satzeinleitung(als er kam, war es æölf Uhr). Mhd. als, alse, geschwächt aus alsõ, das durch al verstärkte Sô.
alsbald, adv.: gleich nach dem Augen- plicke. Das Mhd. verwendet alsõ balde, als oder sb als Konj.= Sobald als, bei Luther findet sich alsbald in gleicher Verwendung, aber gewöhnlich als Adv.
alsdann, adv.: verstärktes dann, aus also dann. Frühnhd.(als dann in den Ordnungen S. 73 v. J. 1512, als denn bei Luther).
Alse, s. Alose.
also, adv.: 1. hinweisend, z. B. Sprich z2ds ihm also. 2. folgernd, z. B. also ist er tot? Mhd. also, durch al verstärktes so; dazu ndl. alz00, ags. eals, engl. also.
Alt, m.(es, Pl.-e): die tiefe Frauen- stimme. Spätmhd. Aus ital. gleichbed. alto und dies aus lat. altas hochy.
alt, adj.(Komp. älter, Sup. ältest): hoch an Jahren; lünger der Zeit nach da als an-
deres; an Jahren zühlend; vor langen Jahren; vorhergewesen(nach dieser Bed. z. B. auch in der Schweiz Altammann«gewesener Am- mannꝰ, in Baden Altbürgermeister usw.). Ahd. mhd. alt; dazu asächs. ald, ndl. oud, ags. eald, engl. old, anord. im Komp. ellri cälter»(sonst für calt) gamall), got. alpeis. Eig.«durch Nahrung groß geworden, aufgewachseny von dem starken V. got. alan«aufgenährt werdens, anord. ala«ndhren, hervorbringen»(das mit lat. alo, altir. alim«ernähre» übereinstimmt), von dem es(wie lat. altus«hoch) vermittelst des partizip. Suffixes-to- gebildet ist. Weiter sind verwandt gr. ävoxroc unersättlichs, ir. alt«Höhe; Ufer, Küste», kymr. allt«rupes», ir. altram cnutritio?. Vgl. Eltern.
Altän und Altan(Schiller 11, 228) m.(*, Pl.-e), Altane, f.(Pl.-n): Austritt ins Freie hoch an einem Gebäude. Aus dem gleich- bed. ital. altana, von altus«-hoch». Das Fem. altan um 1470 in Osterreich von Beheim ge- braucht, später z. B. von Hans Sachs(Fab. 8, 280); das Mask. erscheint im 16. Jh., bei Pe- gius Dienstbarkhaiten(Ingolstadt 1557) 60, 1598 bei Hutterus Lexic. harmonicum 533 ein Althan.
Altar, m., selten n.(-s, Pl. Alfäre): der Kirchentisch. Mhd. altäre, gewöhnlich aber mit deutscher Betonung älter, ahd. altari, alteri, aus lat. alfare n.«Opfertisch». Im Nhd. überwiegt die mit dem Lat. übereinstimmende Betonung Altär(so auch die Bühne), doch kommt auch(dichterisch und in der nordd. Umgangssprache) Altar vor.
altbacken, adj.: trocken als Backwerk. backen ist hier das Part. Praet.(statt ge- backen). Mhd. zufallig nicht belegt(erst 1593 bei Colerus Hausbuch 1, 153), doch nach dem Gegensatz niubachen«neubackenꝰ als altbachen anzusetzen. S. backen.
altdeutsch, adj.: den alten Deutschen eigen, nach Art der alten Deutschen. Erst nhd.(alt-teutsch 1648 bei Weckherlin 2, 261. 437 Fischer, alt teutsch 1588 bei Fischart Peter v. Stauffenberg V. 79).
Altenteil, m. n.(9s, Pl.-e): der den Eltern nach Abtretung des Gutes verbleibende Teil, der Auszug. Norddeutscher, von Voß gebrauchter Ausdruck. 4 BL. Altenteiler, m.(-S): der Auszügler, Altsitzer.
Alter, n.(-s, Pl. wie Sg.): höhere Lebens- zeit; Zeit des Daseins; Zeitabschnitt, Zeit- alter; vergangenes Zeitalter(in der Redens- art vor Alters). Aus mhd. alter, ahd. altar


