41 Allerheiligen
Allotria 42
durch die Hand bestimmte Richtung(mhd. z. B. auch drier hande«dreierlei»).
Allerheiligen(unverändert, weil eig. Gen. Pl.): das allen Heiligen gewidmete, hohe Fest der römisch-kath. Kirche am 1. Nov. Mhd. aller heiligen tac.
allerlei, adv., auch attributiv mit einem Subst.: in Vielheit verschiedenartig. An- einandergerückte Gen. Pl., mhd. aller leige, aller lei, s. lei. Substantiviert: Allerlei, n.
Allermannsharnisch, m.(es): die Pflanzen allium victorialis und androsaces. Benannt, weil sie nach dem Volksglauben unverwundbar machen. Schon bei Rößlin 1538 S. 292 d Allermannharnisch.
allerorten, allerorts, adv.: an allen Orten. Die 1. Form(z. B. bei Albertinus weibl. Lustgarte 59 b) geht auf die aneinander- gerückten Gen. Pl. aller ort mit angetretenem adverb.-en, die 2.(erst junge) Form auf dieselbe Grundform mit angetretenem adv. - zurück.
Allerseelen(unverändert, weil eig. Gen. Pl.): in der römisch-katholischen Kirche der Gedächtnistag der Verstorbenen(2. Nov.). Urspr. Aller Seelen Tag.
allerseits, adv.: auf, nach, von allen Seiten oder Richtungen. Auf die aneinander- gerückten Gen. Pl. aller seiten(daher das veraltete Adv. allerseiten) zurückgehend, mit angetretenem adverb.-s. Um 1600. 4BL. allerseitig, adj., 1663 bei Schottel 3479.
allerwärts, adv.: nach, in allen Rich- tungen. Verbindung des Gen. Pl. aller mit wärts(8. d.). Erst in der 2. Hälfte des 18. Jh. von Niederdeutschen, z. B. Klopstock ge- braucht, aber von Heynatz 1775 beanstandet.
allerwegen, adv.: an allen Orten. Mhd. (in md. Quellen) aller wegen. Aus den an- einandergerückten Gen. Pl. aller wege mit angetretenem adverbialen-n.
allewege, adv.: stets fort, immer. Die aneinandergerückten Akk. Pl. mhd. alle awege, von räumlicher Bezeichnung in zeitliche über- gegangen.
alleweile, adv.: zu jedem Zeitpunkt, eben. Nur mundartlich(ober- und mitteld.). Aus dem Akk. Sg. mhd. alle a3le, s. Weile.
allezeit, allzeit, adv.: zu jeder Zeit. Aneinandergerückte Akk. Pl. mhd. alle abte, ahd. allo züti.
allgemein, adj. und adv.: Allen gemein- schaftlich. Mhd. findet sich nur das adv. algemeine«insgesamt, auf gemeinsame Weise».
Das Adj. frühnhd.(1541 bei Frisius 180, 1561 bei Maaler).
alliieren, refl. v.: sich vereinigen. Aus dem gleichbed. franz. s'allier, dessen allier aus lat. alligare d. i. ad-ligare«an-, festbinden, verpflichteny. Bei Krämer 1678.— Allianz, f.(Pl.-en): Bündnis. Aus franz. alliance f., das auf ein mlat. alligantia(vom Part. Praes. alligans, Gen. alligantis gebildet) zurückgeht. Schon 1617 im teutschen Michel.
Alligator, m.(-*s, Pl.-s): das amerika- nische Krokodil. 1594 bei Frischlin Nomencl. Cap. 45 Allegarden, Crocodil. Aus franz. engl. alligator, entstellt aus span. el lagarto(eig. el lagarto de Indias), vom lat. lacertus m., lacerta f.«Eidechsey.
Alliteration, f.(Pl.-en): der gleiche An- laut verschiedener Wörter. Nach dem gleich- bed. franz. allitération aus einem neulat. allite- ratio(aus ad-literatio), von litera«Buchstabe'.
Allmacht, f.: Macht über alles. Ahd. alamaht f., aber mhd. nicht belegt, erst wieder bei Henisch 1616(nicht bei Luther). Wohl neu gebildet von dem Adj. allmächtig, mhd. almähtec, almehtec, ahd. alamahtig; dazu asächs. alamahtig, ags. clmihtig, engl. almighty, anord. almãttigr.
allmählich, adv.: ganz bequem, ohne alle Geschwindigkeit. Aus mhd.(in einer mitteld. Quelle) almechlich, später auch algemechlich, aus al und gemechlich, woraus mit Anlehnung an Mal, die auch bei gemechlich vorkommt (gemühlig Moscherosch Phil. 1, 225), allgemäh- lich und allmählich(allmählig) wurde. Beide pei Stieler 1691 verzeichnet. Vgl. mäihlich.
Allmende, f.(Pl.-n): gemeinheitlicher Grund und Boden zu Nutzung, besonders Gemeinweide, Gemeindebezirk(Goethe 16, 47). In Südwestdeutschland noch üblich. Aus mhd. almende, almeinde(daneben auch almeine, algemeine), hervorgegangen aus algemeinde f., zu gemeine«gemeinschaftlich»(vgl. bayr. die Gemein«Gemeinweide»).
Allod, n.(-es, Pl.-e): das Ganzeigen, das echte(vererbliche) Eigentum, im Gegensatz zu Lehngut. Aus gleichbed. mlat. alloditene, das auf ahd. alöt, afränk. alödis zurückgeht, dies aus al«ganz» und öt n.«Besitzy(davon. ahd. ötag«reich», vgl. asächs. 5d, ags. éad n., anord. audr m.«Reichtum, Besitzo got. quda- hafts abeglückt»). 4BL. allodial, adj.: frei erb- und eigentümlich, aus mlat. allodialis.
Allotria, Pl.: ungehörige Dinge. Aus gr. àMNörpia, N. Pl. von GMérpioc«fremdartig,


