39 all
allerhand 40
und daraus mhd. bei Wolfram Willeh. ekah legten Baumreihen?, urspr. allata, von franz.
«Zelty) von arab. qabba«abschneiden, aus- höhlen». 1711 bei Wächtler als Alcove, Al- coven und 1716 bei Ludwig als Alcove m.; diese Form findet sich auch noch später, z. B. bei Uhland 78(bei Voß Luise 2 zu Alkov verkürzt).
all, adj.: die einzelnen zusammengenom- men, so daß nichts fehlt; zuweilen auch wie ganz(alle Gegend Goethe 16, 47) und jeder (und so schläft nun aller Vogel Goethe 6, 220, allen Augenblick Goethe Egm. 1). Mhd. ahd. al(Gen. alles); dazu asächs. ndl. al, ags. eall, engl. all, anord. allr, schwed. dän. all, got. alls. Verwandt ist altir. uile«ganz, jeder, all, lit. al- in alwienas«ein jedery(Mikkola, Bezz. Btr. 25, 73). Da neben all auch ein ahd. ala- in Zusammensetzungen(S. albern) steht, wird das zweite! in all durch Assimilation eines suffixalen erklärt, vgl. Brugmann Die Aus- drücke für den Begriff der Totalität 66 ff. all flektiert stark, daneben kann wie mhd. ein un- flektiertes all in allen Kasus stehen. Außerdem gibt es(schon bei Luther) ein unflektiertes alle (auf das auch all z. T. zurückgeführt werden kann), dies ist aus dem urspr. nur nach Präp. gesetzten alten mask. und neutr. Instrumentalis mhd. alle, ahd. alle hervorgegangen, z. B. nae alle dem, mit alle dem Heere(1. Mos. 33, 8), der dann auch adverbiell(wie mhd. mit alle, bet alle«vollständig») verwendet worden ist, 2. B. alle dis volck(2. Mos. 18, 23) d. i.«voll- ständig, ohne Ausnahme dies Volky, dann ganz entsprechend dem unflekt. all verwendet. Auch in alle machen, alle sein, alle werden(seit Luther vorzugsweise bei Mitteldeutschen) geht alle auf den adverbiell gewordenen Instrumen- talis zurück, also eig.«vollständigy, dann«ab- geschlossen, vorbei, nicht mehr vorhandenp. Subst. All, n.(*s): die gesamte Schöpfung. Im 17. Jh. In Zusammensetzungen steht all- (mhd. al-, ahd. ala-) höchst verstärkend, z. B. allgegenzwrtig, allawissend, s. auch albern.
allaf! es lebe hoch! Niederrheinisch, z. B. Allaf Köln/ Eig.«alles aby, wie mhd. 200ʃ ab, das in der Bedeutung«Hurra hoch» um 1280 bei einem schwäüb. Spruchdichter in einem gegen Rudolf von Habsburg gerichtetenSpruch begegnet(Kluge ZfdWf. 2, 71).
allda, adv.: das demonstrative räumliche da, verstärkt durch all. Mhd. aldä.
alldieweil, s. eeceil.
alle sein, werden, s. all.
Allee, f.(Pl.-n): Baumgang. Aus franz. allée f.«Lustgang zwischen zwei dazu ange-
aller«gehen». 1644 bei Zeiller Episteln 4, 261. Allegorie, f.(Pl.-n): sinnbildliche Dar- stellung. Mit gleichbed. franz. allégorie aus gr. lat. allegoria, gr. dATopid f. eig.«was anders gesagt ist, als es verstanden werden solly (äMoc andrery und Gropeiv reden»). Schon frühnhd.(Luther 3, 76 b Jen.). allegorisch, adj., 1586 Fischart Bodinus Vorr. 13. allein, alleine(dichterisch, z. B. bei Goethe, Uhland), adj.(nur prädikativ): ohne ein anderes. Aus mhd. aleine(mit schwacher Flexion)«ganz für sich seiends(auch das un- verstärkte schwache eine, ahd. eino hat die Bed.«allein»); entsprechend ndl. alleen, engl. alone. allein, adv.: ausschließlich, nur; auch in allein daß=«nur daßs und(dem sondern auch voraufgehend) nicht allein=«nicht nurs. Als satzeinleitende Partikel bezeichnet allein Entgegensetzung und Beschränkung= doch, aber?(von Luther gebraucht, aber spüter nicht allgemein, noch 1755 von Dornblüth bekämpft). allemal, adv.: jedesmal ohne Ausnahme; so und nicht anders, gewiß; doch wohl, gleich- wohl(Gellert Fab. 1, 51). Gebildet aus den aneinandergefügten Akk. Pl. mhd. alliu mäl.
allenfalls, adv.: eintretendenfalls, mög- licherweise. Mit angetretenem adverbialischen 's gebildet aus den aneinandergefügten Akk. Sg. allen Fall, also eig. cauf jeden Fall, ohne Ausnahme, alle möglichen Fälle ins Auge ge- faßty; bei Stieler 1691. 4B L. allenfalsig, adj.: nur in der Kanzleisprache; 1775 bei Heynatz.
allenthalben, adv.: auf allen Seiten. Mhd. allenthalben, aneinandergerückte Dat. Pl. mit eingeschobenem t, ahd. allén-halbon. zu mhd. halbe, ahd. halha f.«Seite, Richtung',
aller-, der zur Verstärkung vor den Super- lativ eines Adj. oder Adv. tretende Gen. Pl. von all, z. B. allererst, allerlichst, wie mhd. aller, das aber noch nicht mit dem folgen- den Wort fest verbunden ist.
allerdings, adv.:(veraltet) in allen Stücken, gänzlich; gewiß und wahrhaftig, (konzessiv gebraucht) freilich. Mit, angetre- tretenem adv.-s aus den aneinandergerückten Gen. Pl. aller dinge(so bei Luther und noch im 17. Jh.); tritt um 1600 auf(Albertinus weibl. Lustgarte 179).
allerhand, adv., auch attributiv mit einem Subst. verbunden: von jeder Art, mancherlei. Aneinandergerückte Gen. Pl. mhd. aller hande.
aller hende, worin hende s. v. a. Art, eig. die


