Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
37-38
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37 Ale

Alkoven 38

70 er Jahren des 18. Jh. auftauchend, und zwar entlehnt aus engl. alderman«Ratsherr», ags. ealdorman«Fürst, Vornehmer», zusammenges. aus ags. ealdor«Xltester, Herry und man &Mannꝰ.

Ale, n.(spr. él): das englische ungehopfte, süße Weizenbier. Das englische ale, ags. ealu n., asdchs. alo(in alo-fat n. Biergefdß), anord. schwed. dän. öl Bier⸗ gehört zu abg. olü csicera? lit. alus, lett. alus«Bier», Stamm alu-, von dem auch wohl lat. alamen«Alaun⸗ (. d.) abgeleitet ist, vgl. Walde s. V.

Alemanne, m.(-n, Pl.-n): Name der am Oberrhein wohnenden Völkerschaft, die zuerst im Anfange des 3. Jh. n. Chr. genannt wird. Lat. Alemannus aus ahd. Alaman, zu- sammenges. aus ala-(in Zusammensetzungen) call, ganzy und man«Mann', vgl. got. alamans, Pl. alle Menschen, Menschheity. Daraus franz. Allemdnd, ital. Alamanno, span. Aleman (mit erweitertem Begriff)«Deutschery, danach auch mhd. Alman. Das Adj. alemannisch als Bezeichnung des am Oberrhein gespro- chenen Dialekts erst im Anfang des 19. Jahrh. (durch Hebel).

alert, adj.: flink, munter. Aus franz. alerte, span. lerto«munter, wachsamꝰ, zu- sammengerückt aus franz. à l''erte, span. al erta«auf der Hut», eig. auf der Höhe, wo man von nahenden Feinden nicht überrascht werden kann. Im 17. Jh. entlehnt.

Alexandriner, m.(-S, Pl. wie Sg.): aus 6 Jamben bestehender Vers mit einem Ein- schnitt in der Mitte. Nach franz.(vers) alexandrin, zuerst angewandt in dem franz. Heldengedicht Alexander der Große(roman d'Alixandre) und danach benannt(im 12. Jh.).

Alfanz, m.(-es, Pl.-e): Possenreißerei; falsche Vorspiegelung, Betrug. Mhd. alefanz Betrug, Schalkheits; auch persönlich Schalb. alfanzen, v.: Possen reißen, Betrug üben(bei Luther). Man vergleicht ahd. giana- venaon«Gespött treibeny, ganavenzòd«Spöt- terei»(vgl. hess.-thür. fanzen«Possen treiben?, bayr. fenzeln«zum besten haben», gefenz «Spotts), mhd. anwanz«Betrug», die zurück- gehen auf ein Masc. vanz«Schalk»(mhd. Dem. vänzelin cjunger Schalk», vgl. auch Fant), dazu anord. fantr«Vagabund, Gauklery. Alfanz erscheint aber zunächst in der Bed. Betrug»(bes. in der Redensart den alefanz slahen) und geht daher wohl auf ital. all' avanzo czum Vorteil, zum Gewinn» zurück, indem es zunächst ein betrügerisches Ver-

fahren beim Handel bezeichnet, erst später erfolgte Anlehnung an Fanz. Vgl. Firlefanz. 4BL. Alfanzerei, f.(bei Luther).

Alfons, s. Adel.

Alfred, Mannesname. Aus ags. Elfiéd (ahd. Albräl), zusammenges. aus ags. œlf m. Alpy(s. d.) und réd, rd Raty.

Algebra, f.: die Buchstabenrechnung. Nach span. ital. algehra, franz. algèbre f. aus arab.(mit dem Artikel al) al-jabr(bei den arab. Mathematikern)«Zurückführung gebro- chener Zahlen aufs Ganzes, eig.«Verbindung getrennter Teile zu einem Ganzen», von arab. abara Getrenntes an einander befestigen, verbindeny.

Alizarintinte, f.: schwarze Tinte mit anfangs blaugrüner Färbung, unter Zusatz von Krapprot zuerst 1855 durch Leonhardi in Dresden hergestellt. Zusammenges. mit Alizarin n.«Krapprot», von span. alizari m. levantischer Krapp», einem aus dem Morgen- land stammenden Worte(arab. ogdra caus- gepreßter Safty von asara æauspressen»).

Alkali, n.(-S, Pl. Alkalien): das(aus der Pflanzenasche gezogene) Laugensalz. Im 16. Jh. bei Paracelsus(Opera 1, 697) Alkali, 1594 bei Fischart Onomast. 389 Alcali. Nach franz. alcali, span. alcali m. aus arab.(mit dem Ar- tikel al) al-gäli«die salzhaltige Asche aus der bes. in Südspanien wachsenden Pflanze Glas- schmalz(salicornia), von arab. qäld m Tiegel kochen, rösten.

Alkohol, n. und m.(-s, Pl.-e): der reinste Weingeist. Aus span. alcohol von arab.(mit dem Artikel al) alkcuhl«eines Spießglanzpulver zum Färben der Augen»(daher engl. allool «Antimonschminkey und frühnhd. bei Thur- neysser Onomast. 1583 alcofol Puder, 1574 in Fischarts Onomastica 388 Alcohol est pulvis subtilissimus), dann auf den feinsten Wein- geist übertragen(bei Fischart a. a. O. Alcohol vini). Vgl. Mahn Etymol. Unters. S. 107.

Alkoran, m.(-s, Pl.-e): der Koran, die heilige Schrift der Mohammedaner. Nach span. franz. alcoran, ital. alcorano aus arab.(mit dem Artikel al) algur ãns Lesung, Buch», von arab. qura'a«lesen». 1562 bei Mathesius Sarepta 94 b Alcoran. S. Koran.

Alkoven, m.(*J, Pl. wie Sg.): zum Schlaf- gemach bestimmte Seitenvertiefung eines Zim- mers. Aus franz. engl. alcove, ital. alcova, span. alcoba f.«Schlafgemach», entlehnt aus arab. (mit dem Artikel al) al-gobba«Wölbung, ge- wölbtes Gemach, Zelt»(daher afranz. aucube

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