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adoptieren
laut) ahd. uodil uodal, asächs. Odil, ags. Edel, anord. Odal n.,«Erbgut, Heimat). 4 BL. adlig(eigentlich adlich zu schreiben, vgl. hillig), adj., mhd. adellich, ahd. adallih. adeln, v.: in den Adelstand erheben; über das Ge- meine erheben. Bei Dasypodius 1537, während mhd. dafür edeln erscheint. Mit Adel- zus.- gesetzt sind viele Eigennamen: Adalbert, ge- kürzt Alhert, Albrecht, ahd. Adalbert, ur- sprünglich Adalperaht(ahd. veraht,«glän- zend»); Alfons, ahd. Adalfuns(ursprüng- lich wohl Hadufuns, ahd. hadu,«Kampfꝰ, funs cbereity, vgl. H. Kern ZfdW. 9, I f.); Adelheid, ahd. Adalheit, franz. Adélaide (ahd. heit«Gestalt, s. heit); Adele, franz. Adele, geht zurück auf ahd. Adala«die aus- gezeichneten Geschlechtes ist»; abgeleitet ist der Familienname Adelung, ahd. Adaluenc. S. edlel.
Adept, m.(-en, Pl.-en): der in die ge- heime Kunst des Goldmachens, der Bereitung des Lebenswassers usw. Eingeweihte. Von lat. adeptus«wer etwas erlangt hats, Part. Perf. von adipisci«erlangen». Bei Sperander noch in lat. Form adepti(Pl.).
Ader, f.(Pl.-ʒ): den tierischen Körper durchziehender Gang, Sehne, Blutgang; sonst innerer Gang, z. B. des Erzes, im Holze; be- sondere Begabung wofür, z. B. dichterische 4. (die Adern galten früher als Organe des Seelen- und Gemütslebens). Mhd. äder, ahd. ädara f.; dazu ndl. ader, aar, ags. dre, schwed. äder, aͤdlra, dän. aare f.; anord. cõᷣ(T ist Nominativendung) entbehrt des ableitenden r. Das Wort, das im Got.*ꝶ ra lauten würde, gehört mit gr. irop n. Her⸗„ rpov n. Bauch? zusammen, also Grundbed.«Eingeweides(diese Bed. hat das mhd. incedere n. noch). 4L. äderig, adj., spätmhd. cderic. ädern, w.: dder Adern durch Herauslösen benehmen, mit Adern künstlich versehen, mhd. ædern. ZUS. Aderlaß, m., seltener n.,(Gen. Aderlasses, Pl. Aderlässe und Alasse): Ablassen von Blut durch Einschnitt in eine Ader, spätmhd. äder- läz f.(2), gewöhnlich äderlaæze f.(wie auch einfach lœze f., alem. la?); auch nhd. er- scheint ein fem. Aderlässe(bei Frisius 270a, Maaler, Henisch, Frisch, sogar noch bei Schu- bart 2, 78, Schiller 9, 377 u. andern Schwaben) oder Aderlasse, Jaß(noch bei Ludwig 1716), während Adelung für das Mask. eintritt(nach Analogie von Darch-, Einlaß usw.).— Ader- schlag, m.: Schlag der Pulsader(Schiller Kab. u. L. 5, 2), mhd. ädler slac.
Adjektiv, n.(-es, Pl.-e): aus nlat. ad- jectivum«was sich wozu setzen läßty, von achicere chinzutuny. Von Helvicus durch«zu- ständiges Nennwort», von Zesen Helikon 1649 durch«beiständiges Wort», von Schottel durch cbeiständiges Nemmwort), von Gottsched durch Beiwort verdeutscht; in neuerer Zeit ist Eigenschaftswort» beliebter.
adjes, s. ade.
Adjunkt, m.(-en, Pl.„en): der beige- gebene Amtsgehilfe. Aus lat. adjunctus, Part. Perf. Pass. von adjungere«zu-, beifügen?. Bei Frisch 1741 Acjancke.
Adjutant, m.(en, Pl.-en): Hilfsoffizier zur Beförderung der Befehle. Aus lat. ad- Jutans, Gen. adjutantis, Part. Praes. von ad- Jultare«helfen». Schon 1617 im teutschen Michel.
Adler, m.(-s, Pl. wie Sg.): aus mhd. adelar, adlar, adler(Gen. adelarn etc.), auch adelarn m., wie ndl. adelaar, zusammengesetzt aus ahd. adali«edelꝰ und aro Aars(s. d.). Bei Luther auch adeler, was sich in der poeti- schen Sprache bis ins 18. Jh. erhält(bei Vot). Die urspr. schwache Flexion ist schon bei Lu- ther der starken gewichen, der Akk. Adlern je- doch noch bei Hoffmannswaldau Verm. Ged. 3. ZS. Adlerblick, m.: ausgezeichnet scharfer Blick(Gotter 1, 398).— Adlernase, f.: stark gebogene Nase(bei Henisch 1616 adlers nas).
administrieren, v.: ein Amt verwalten. Von lat. administrare chilfreich an die Hand gehen, besorgen, verwalten⸗(von ad und ministrare sbedienen, besorgen»). In der früh- nhd. Kanzleisprache. 4L. Administration, f.(Pl.-en): Verwaltung(Ordnungen 80b). Von lat. administratio, Gen.-önis.
Admiral, m.(-s, Pl.-e): Flottenführer. Aus afranz. miral, das auf arab. anur-almä «Befehlshaber des Wassers» beruht. Schon mhd. findet sich aniral, adkmirät als Titel des morgenländischen Kalifen, um 1500 erfolgte Neuentlehnung in der Bed. Flottenbefehls- haber?(1507 bei Wilwolt von Schaumburg 118 fg. amirall, amerall, bei Fronsperger Kriegsbuch 1, 159 b Admiral). 4BL. Admi-
ralität, f.: die Gesamtheit derer, die die Oberaufsicht über das Seewesen haben. Im 17. Jh.
Adolf, Mannsname, aus einem got. Namen, der latinisiert Ataulfus lautet und dessen alfus got. 2³α⁴†s«Wolf»(s. d.) ist.
adoptieren, v.: an Kindesstatt annehmen. Von lat. adoptare«annehmen, bes. an Kindes- statto(von ad und optare ssich ausersehen).


