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Acht 20
«fehlen, mangeln», ahd. bauwesan.— abwe- send, Part. Praes. zu diesem Verbum. 4B L. Abwesenheit(für Abhwesendheit), f.: wie Abibesen. Zuerst bei Hulsius 1596.
abwiegen, v.: die Schwere wovon prüfen und bestimmen. Jüngere Bildung(Stieler 1691) neben abeodgen, mhd. aberwegen, bei Luther Sir. 42, 7 abtvegen.
abzirkeln, v.: genau abmessen, eig. mit dem Zirkel. Bei Luther.
Abzucht, f.(Pl.-en): Ableitung für un- reine Wasser(1562 bei Mathesius Sar. 211a). Auch Abzug m.(es, Pl. Abzüuge). Durch Umdeutschung(Anlehnung an abziehen) aus lat. aduαedackus m.«Wasserleitung) hervor- gegangen, vgl. Andauche.
abzwacken, v.: kleinlich entziehen. Mhd. abezwachen, auch bei Luther. S. zuaoken.
Acc-, s. Akk- u. Akz-.
ach! Auferung der Schmerzempfindung, Anstrengung, Rührung, seltener der Freude. Mhd. ach, ahd. h; nach Grienberger Unter- such. z. got. Wortkunde 17 mit got. al«aber⸗ zu verbinden. Vgl. aber auch lat., ital., span., portug. ahl. Substantiviert: ACh n., wie schon mhd. Redensart: mit Ach und Krach, d. i. mit Stöhnen aus großer Anstrengung, mit genauer Not, kaum.
ach, s.-g.
Achat, m.(es, Pl.-e): ein Halbedelstein. Mhd. achat oder achates. Aus dem gleichbed. gr. Jat. achates, gr. dxúrnc m., von dem Fluß AcChates in Sizilien benannt, an dessen Ufern dieser Stein nach Plinius hist. nat. 37, 54 zu- erst gefunden wurde.
Achel, f.(Pl.-n): Ahrenstachel(Voß 2, 255); abgefallener Khrenstachelsplitter; Sten- gelsplitter bearbeiteten Flachses oder Hanfes. Aus dem Nud., wo aggel mit(spirantischem 9) gesprochen wird. Adelung verzeichnet Achel als ndrsüchs. neben dem hd. Agel, das frühnhd.(z. B. 1537 pei Dasypodius agel oder egel«festuca») erscheint, auch noch bei Schu- bart 2, 211 die Ageln(in der 3. Bed. von Achel). Dazu ahd. ahil f.«Ahre», vgl. auch ags. egle Pl. «KAhrenspitzeny, engl. ail«Granney. S8. Ahne und Ahre.
acheln, v.: essen. In der Juden- und Gaunersprache. Aus hebr. ãxhäl«essen». Schon bei Fischart(Pract. Großm. 50), als rotwelsch 1510 im Liber Vagatorum(Kluge 53).
Achse, f.(Pl.-/): Stange, dann Linie, um die sich etwas im Kreise bewegt. Mhd. ahse, ahd. H⁵νsεα f.; dazu ndl. as, ags. eaæ f. und mit
Weiterableitung anord. rl, schwed. dän. axel m. Achsey. Urverwandt mit lat. axis m., gr. dEw m., abg. 087 f., lit. ass f., preuß. dssis, kymr. echel, aind. ãxsas m.«Achse. Ob das Wort weiter auf die Wurzel ag(in lat. agere, gr. ãerv«bewegen», anord. aka«fahren, führen») zurückgeht, ist unsicher.
Achsel, f.(Pl.-n): der Körperteil, der die bewegliche Verbindung des Armes mit dem Rumpf ausmacht. Mhd. ahsel, ahd. ahsala f.; dazu asächs. ahsla, ags. eaæl, anord. 5rl, schwed. dän. lσσ f.«Achseb, abgeleitet von Achse. Lat. arilla Achselhöhley(auch äla«Flügel» aus raxla) ist urverwandt. Aus dem Germ. gehört noch(mit Ablaut) ahd. uohsana, mhd. uohse, dehse f., schweiz. Mochs«Achselhöhles(dazu ndl. oxsel m.«Achsel?) hierher. Redensarten: über die A. ansehen, d. i. geringschätzig, stolz oder mit Hohn; uf beiden Achseln tragen csich zweideutig benehmen, um es mit keinem zu verderben⸗; die Achseln zucxlen unent- schlossen seiww. ZUS. Achselbein, n.: Schul- terknochen, mhd. ahselbein, ahd. ahsalbein n.
acht, Zahlwort. Aus mhd. ahte, ahd. ahto; dazu asächs. ahto, udl. acht, afries. achla, ags. echta, engl. eight, anord. äãtta, schwed. atta, dän. otte. Urverwandt mit lat. octo, gr. ökrü, altir. ochtn, lit. astuond, abulg. osml, arm. uth, aind. ast=(ein alter Dual). Substantivisch: Acht f.(1556 bei Frisius 913 b eyn achte).— 4BL. achte, Ordnungszahl. Mhd. ahte, früher ahtode, ahd. antodo; dazu asächs. antodo, ndl. achtste, afries. achtunda, ags. eahtoda, anord. ãtti, schwed. dttonde, dän. ottende; 1540 bei Alberus Dict. rr 1² der achtest.— Achter, m.: die Zahl 8, Münze von 8 guten Groschen, von 8 Pfennigen, bei Stieler 1691. Z08. Achtel, n.(*s, Pl. wie Sg.), geschwächt aus chtteil: der achte Teil; ein aus 8 Teilen bestehendes Trockenmaß, mhd. ahtteil, ahtel. achtzig, s.-eig.
1Acht, f.: Richtung des Geistes worauf; Aufmerksamkeit, Fürsorge. Mhd. aht, ahte, ahd. ahla f.; dazu ags. echt f., got. anord. nicht vorhanden, doch erscheint hier die Ab- leitung cũtla(aus rahtilön)«meineny. Die gleiche Wurzel(Grundbed. wohl«sinnen»), zeigen got. aha m.«Verstand», ahjan«meinen? (zu gr. äccoua«im Geiste sehen), ahna m. Geisty. Die Verwandtschaft der germ. Worte mit lat. oculas, gr. öruro, wird von Uhlen- beck, Btr. 17, 115 bestritten, aber sein eigener Vergleich der Worte mit gr. öxvéw«zauderns- ist kaum richtig.— achten, v.: den Geist


