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Abwesen 18
cim gemeinen Leben»); einen unangenehmen Eindruck auf jemand machen(Gegensatz an- ziehen, also übertr. von den Wirkungen des Magnets); Redensart: das Herz a. d. i. brechen, eig. vom Henker durch das Rad (schon spätmhd.). 2) intrans.(vom Schiff) ab- fahren, eig. durch Stoßen mit der Schiffer- stange(schon mhd.).
abstrakt, adj.: abgezogen in Gedanken, für sich allein betrachtet; nicht wirklich, bloß gedacht. In der 1. Hälfte des 18. Jh. aufgenommen. Aus lat. abstractus, Part. Perf. Pass. von abstrahere«weg-, abziehens.
Abstreich, m.(-es, Pl.-e): öffentlicher Zuschlag auf Mindergebot(Schiller Räuber 1, 2). Gegensatz Aufstreich(s. d.).
abstufen, v.: in Stufen abbauen(beim Bergbau); bestimmte Unterschiede festsetzen (nach Adelung 1793 neues Wort, von Heynatz 1796 empfohlen).
Absud, m.(es, Pl.-e): Handlung des Absiedens; die durch Absieden gewonnene Flüssigkeit, s. Sud. Neues, von Adelung 1793 verzeichnetes Wort.
absurd, adj.: lächerlich-widersinnig. Aus lat. absurdus. Um 1700 in der philosophi- schen Sprache(Thomas Einleitung 127).
Abt, m.(es, Pl. 4be): Vorsteher einer Abtei. Mhd. abt, abbet, ahd. abbat von dem aus syrisch abba«Vater» in die kirchlich-lat. Sprache aufgenommenen abbas, Gen. abbatism. 4BL. Abtei, f.(Pl.-en): höheres klösterliches Stift; Gebiet desselben; Wohnung und Pfründe eines Abtes, mhd. ahtei, abheteie, ahd. abha- teia von mlat. abbatia f. Abtissin, f.(Pl. -nen): Vorsteherin einer Abtei, mhd. abtissin, eppetissin, ahd. abbatissa aus mlat. abbatissa f.
abtakeln, v.: die gehörigen Taue, Segel, Blöcke, Rahen etc. vom Schiffe abnehmen (nach ndl. aftakelen bei Stieler 1691);(bild- lich) seiner Stellung entkleiden.
Abtrag, m.(-es, Pl. Abträge): was als übrig geblieben wovon binweggetragen wird; Beeinträchtigung, Schmälerung; Beseitigung einer Verpflichtung durch Erfüllung, Ersatz, Genugtuung. Spätmhd. abetrac in der 2. und 3. Bed. Von abtragen, v.: wovon hinweg- tragen, mhd. abetragen; durch Ansichtragen abnutzen; etwas durch Wegtragen davon gleichmachen; durch Leistung einer Obliegen- heit genugtun(spätmhd. abetragen).
abtreten, v.: 1) intrans. beiseite gehen, mhd. abetreten; weggehen;(von einen a.) abfallen(bei Luther, mhd. mit Dativ); vom
weigand, Deutsches Wörterbueh. 5. Aufl.
Pferde niedersteigend einkehren. 2) trans. durch Treten beseitigen, abnutzen oder wo- von trennen;(einem etwas a.) überlassen(mhd. eines dinges abetreten).
Abtritt, m.(-es, Pl.-e): das Weggehen wovon nach ausdrücklicher Erklärung(früh- nhd.); Hinscheiden durch den Tod; einstwei- liges Weggehen wovon zur Seite; geheimer Ort zur Verrichtung natürlicher Bedürfnisse (Schon bei Krämer 1678); das Niedersteigenvom Pferde zur Einkehr; Vorrichtung daß etwas tiefer aufgetreten werden muß; Getrenntsein, bedeutsamer Unterschied(Haller Ged. 122).
abtröseln, v.: faserartig abwinden(Thüm- mel Reise 4, 300). S. aufkröseln.
abtrumpfen, v.: mit Uberlegenheit zu- rückweisen, eig. beim Kartenspiel eine Karte mit Trumpf stechen;(einem etaas a.) mit Gewaltsamkeit entziehen. Erst in der neuern Sprache. Vgl. auftrumpfen.
abtrünnig, adj.: sich von einer Verbin- dung lossagend. Mhd. abetrünnec, ahd. aba- trunnig, mit mhd. trünne f.«abgesonderter Haufe, Schar» zu einem verlorenen starken V. trinnan, wovon auch trennen(s. d.), vgl. ent- rinnen.
abwägen, s. abewiegen.
abwamsen, v.: ein tüchtige Tracht Schläge geben, eig. das Wams(s. d.) vollschlagen. Bei Campe 1807.
abwandeln, v.: verändern; abbüßen(nach der ältern Rechtssprache bei Wieland, zu mhd. wandel«Buße, Strafgeld),(in der Grammatik) flektieren. In dieser Bed. zuerst von Schottel (für dekxlinieren) gebraucht. 4BL. Abwand- lung, f., 1748 bei Gottsched für Konjugation, 1672 bei Pudor(Der Teutschen Sprache Grund- richtigkeit) für Deklination.
abwärts, adv.: nach unten gerichtet; zur Seite. Spätmhd. abeverts.
Abweg, m.(-es, Pl.-e): vom rechten ab- führender Weg. Mhd. abezwec m.
Abwehr, f.: Fernhaltung durch Vertei- digung. Jung, noch nicht bei Adelung 1793 (gebraucht von Voß 2, 255); von ahawehren.
abwendig, adj.: sich abwendend, abfal- lend(nur noch in a. machen). Frühnhd. (Diefenbach gloss. 60 b).
abwerfen, v.: nieder- oder zur Seite wer- fen, mhd. abewerfen; Ertrag bringen, eig. wohl von dem Früchte tragenden und herabwer- fenden Baum(Weise Erzn. 52).
Abwesen, n.(-s): das Nichtdasein. Spät-
mhd. abezwesen, eig. subst. Inf. zu aberesen
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