1 5 abseits
abstoßen 16
abseits, adv.: weg zur Seite, auch mit Gen. verbunden. Erst bei Stieler 1691 verzeichnet, mit angetretenem genet.-S, früher abseit, vgl. diesseits, jenseits.
Absicht, f.(Pl.-en):(veraltet) abrei- chende Richtung der Augen worauf, z. B. beim Zielen; Richtung des Geistes worauf, 2. B. in Absicht(mit Gen. oder auf) in Be- tracht; die als ein zu Erstrebendes gesetzte Vorstellung. 4bsicht(verzeichnet bei Frisch 1712, noch nicht bei Stieler 1691 und Rädlein 1711) ist in der 2. Hälfte des 17. Jh. für den subst. Inf. Absehen eingetreten; dies Wort bezeichnet auch konkret das Visieran Meßwerk- zeugen(bei Goethe 50, 107 l. H.) und Gewehren (daher sein A. auf elwas richten). 4B L. ab- sichtlich, adj. u. adv., erst bei Adelung 1793.
Absinth, m.(-es, Pl.-e): Wermut; Brannt- wein daraus. Aus franz. absinthe m., auf gr. Jat. apsinthium, gr. uivéiovn.«Wermuty beruhend.
absolut, adj. u. adv.: unbedingt; unum- schränkt. Aus lat. absolütus, Part. Perf. Pass. von absolvere s. u. Um 1700 in der phi- losophischen Sprache(Thomas Einleitung 195).— Absolution, f.(Pl.-en): Losspre- chung von Sünden. Spätmhd.(Liliencron 2, 205). Aus lat. absolãtio, Gen. absolkätionis. — absolvieren, v.: lossprechen von Sünden, beendigen. Mhd. absolwieren. Aus lat. ab- sblvere«ablösen, losmachen).
absonderlich, adj.: getrennt von andern (frühnhd.); eigentümlich(Ludwig 1716), selt- sum(Eichendorff Taugenichts 74). Als Adv.: vor allem(1664 bei Duez).
abspannen, v.: der Spannung benehmen, mhd. ahespannen; schlaff machen; von Fort- zuziehendem losmachen. S. spannen.
dabspannen, v.: Gesinde durch Verlockung von jemand abziehen. Bei Luther. Vermischt mit dem vorigen Worte, während es spätmhd. abspenen, bei Hans Sachs abspennen heiht. S. spänen.
abspenstig, adj.;: durch Verlockung eine Verbindung verlassend. 1566 bei Hans v. Schweinichen(Script. rer. Sil. 4, 74), häufiger erst im 18. Jh.(bei Frisch 1712 erwähnt). Zu- sammengesetzt mit dem ahd. Adj. Spenstig«ver- lockend, abgeleitet von Gaust f. Verlockungy.
absprechen, v.: jemand etwas durch emtschiedene Erklärung entziehen, mhd. abe- sprechen; worüber sich entschieden erklären, daß es nicht so sei; worüber bis zu Ende und zu gegenseitiger Zustimmung sprechen (erst bei Adelung zbesonders in Nieder-
sachsen üblich», von Heynatz 1796 empfohlen). — Absprache, f.(nach der 3. Bed. von ab- sprechen). Bei Ludwig 1716 Absprach, aber nicht bei Adelung und Campe. Abstamm, m.(res, ohne Pl.): Abstam- mung; Nachkommenschaft, Abkömmling(Her- der Cid 33). Jägerwort des 18. Jh. Abstand, m.(-es, Pl. Abstände): Weg- treten, Verzichtleistung auf ein Recht(früh- nhd., erhalten in A. nehmen); Entferntstehen wovon(Zesen in Dögens Kriegsbaukunst). abstatten, v.: an der dazu bestimmten Stelle anbringen. Frühnhd. Kanzleisprache. abstechen, v.: 1) trans. durch Stechen wovon entfernen oder trennen, mhd. abe- stechen;(Tiere) tot stechen, schlachten; über- treffen, eig. im Turnier beim Gegenrennen vom Pferde stechen; im Kartenspiel durch eine höhere Karte zum Untern machen; durch Stechen nachbilden. 2) intrans. in die See stechen(eig. mit der Schifferstange), fort- fahren(Fischart Garg. 117); sich merkbar unterscheiden(bei Ludwig 1716, gleichzeitig auch sich a.: diese Bed. scheint von der von a. oder abstecken«abgrenzen» aus entwickelt). Abstecher, m.(-s, Pl. wie Sing.): kurze Nebenreise. Nach Heynatz Antib. 1,35 zuerstvon Bode und Mylius gebraucht und aus dem Nie- dersächs. aufgenommen, wo es als dialektischer Ausdruck 1781 bei Dähnert verzeichnet ist. abstehen, v.: 1) intrans.(veraltet) wo- von niederstehen, z. B. vom Pferde, mhd. abestün, stén; wovon entfernt stehen; allzu lange stehen und dadurch schwächer werden, alle innere Kraft, die Lebenskraft verlieren, sterben, z. B. der Essig, Baum, Fisch ist abgestanden(bei Maaler 1561, mhd. mit dem lõde abestén);(von etwas a.) von etwas ab- lassen, darauf verzichten(mhd. eines dinges abestén). 2) trans. einem andern überlassen (nach Adelung 1774 besonders in Nieder- sachsen häufig). Abstich, m.(es, Pl.-e): Abgestochenes, z. B. von Torf, eines Bildes; Sich-Hervor- heben gegen anderes im Widerstreit mit die- sem, Kontrast(Wieland 9, 21, Schiller 10, 101). abstimmen, v. l)trans. gründlichstimmen, z. B. ein Instrument. 2) intrans. abweichend stimmen, eine andere Meinung haben(bei Luther, noch bei Adelung 1793); seine Stimme abgeben(nach Heynatz 1796 obd. Ausdruck). abstoßen, v.: 1) trans. weg- oder herunter- stoßen, mhd. ahestõzen:(Verpflichtungen usw.)
beseitigen durch Erfüllung(erst bei Adelung


