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ablassen 10
abgeschmackt, adj.: reizlos widrig für den Geschmacksinn. Mit angetretenem t statt des ältern abgeschmack und so gleichsam in das Part. Prät. eines Verbums abschmecken «den Geschmack verlieren» umgebildet. Bei Duez 1664.
Abgott, m.(es, Pl. Abgötter): Abbild eines Gottes, nachgemachter Gott; falscher Gott. im Gegensatz des wahren. Mhd. ahd. abgot n. (selten m.). Zu dem got. Adj. afgubs«von Gott abgewichen, gottlos»s. 4B L. abgöt- tisch, adj., sputmhd. abgötisch. Abgötterei, f., spätmhd. abgõterd.
Abgrund, m.(-s, Pl. Abgründe): in die Tiefe hinabgehender Grund. Spätmhd. ab- grunt m. neben häufigerm abgründe n., ahd. abgrunti n., ndl. afgrond. Got. afgrundiha f. «Abgrunds mit andrer Ableitung.
Abgunst, f.: die von jemand abgewandte freundliche Gesinnung. Mhd. abegunst, ge- wöhnlich abegünste f. 4BL. abgünstig, adj., 1482 abgunstig(voc. theut. a 32).
abhanden, adv.: nicht zu Handen, weg, verloren. Mhd. abe handen, ahd. aba hantum. Aus der Präp. ab mit dem Dat. Pl. von Hand (s. d.). Alternhd. bei Mitteldeutschen selten und noch von Adelung und Heynatz Antib. 1, 30 als oberd. Redensart bezeichnet.
Abhandlung, f.(Pl.-en), im 17. Jh. von Schottel gebildet für lat. tractatus.
Abhang, m.(-S, Pl. Abhänge): nieder- würts gehende Seite einer Fläche. Wohl von Zesen(in Dögens Kriegsbaukunst) gebildet. Von abhangen, durch Vermischung mit dem tran- sitiven Verbum auch abhängen, v.: nieder- wärts hangen(frühnhd.); wodurch bestimmt werden, etwas zur Voraussetzung haben(nach frz. dépendre in der 1. Hälfte des 18. Jh. ent- wickelt, bei Nieremberger 1753 verzeichnet). 4BL. abhängig, adj.(um 1480 im voc. inc. teut. à 2 b abhengig,«acclivus⸗, in der über- tragenen Bed. bei Adelung).
abhold, adj.: abgeneigt. Spätmhd. abholt. Urspr. oberd. Wort, aber seit 1700 allgemein in den Wörterbüchern, doch noch bei Hey- natz Antib. 1, 33 beanstandet.
Abhub, m.(es, Pl. Abhübe): was wovon aufgenommen und weggetan wird. Von ab- heben. Im 18. Jh. erscheinende Neubildung (Jablonski 1721, übertragen bei Goethe 21, 259).
äbicht, adj.: verkehrt. Nur mundartlich (auch äbisch, äbsch, entsprechend ndl. aafsch). Mit angetretenem f aus mhd. ebich, ahd. abuh; dazu asächs. qbuh, anord. öfugr, auch engl.
auck- in aowlaward ungeschickt). Von ab abgeleitet, also eig.«abgewendety.
Abiturient, m.(en, Pl.-en): der nach vollendeter Schulzeit von der Schule Ab- gehende. Aus abituriens(Gen. abiturientis), Part. Präs. von neulat. abitarire«abzugehen verlangen?.
abkanzeln, v.: tüchtig ausschelten. Eig. von der Kanzel herab eine Strafpredigt hal- ten. Als Wort der Umgangssprache bei Ade- lung erwähnt und von Voß 1, 67 gebraucht.
abkapiteln, s. kapiteln.
abkappen, v.: zurechtweisen(Schiller Räuber 4, 3). Eig. tüchtig mit Kappen d. i. Ohrfeigen(s. DW 5, 193) versehen. Schon im 16. Jh.(Fischart Nacht Rab 3641).
abkarten, v.: heimlich verabreden. Eig. die Karten nach heimlicher Verabredung mischen oder geben. Bei Rädlein 1711.
Abklatsch, m.(-es, Pl.-e): genaue Nach- bildung ohne eigenen Wert. Moderne Bil- dung. Von abklatschen, v.:(bei den Buch- druckern usw.) eine Nachbildung durch Auf- klopfen herstellen.
Abkomme, m.(-n, Pl.-n): Nachkomme. Zuerst bei Campe 1807 verzeichnet, von älter- nhd. abkommen cabstammen».— Abkömm- ling, m.(-S, Pl.-e). Bei Schottel 370 ab- kömling. Im Mhd. erscheint nächkomelinc.
Abkommen, n.: Ubereinkommen. Zuerst bei Steinbach 1734. Urspr. subst. Inf. des V. abkonmen(mit einem a.«übereinkommen).
abkonterfeien, s. Konter fei.
abkratzen, v.: durch Kratzen wegbringen oder von etwas befreien; sich entfernen, ster- ben. In der 2. Bed., die der neuern Um- gangssprache eigen ist, geht Kratzen auf das Scharren mit den Füßen beim Weggehen, vgl. abschurren.
Abkunft, f.: Abstammung(bei Stieler 1691); Ubereinkommenſerst bei Adelung 1774).
abküpsen, v.:(der Feder) die Spitze ab- schneiden(Lessing 3, 308); küpsen ist eine Weiterbildung von küppen«die Kuppe, Spitze abhauens, obersächs. die Feder abkeippen.
Ablaß, m.(-Sses, Pl. Ablässe): Erlassung der Sünden; Lossprechung von Kirchenstrafe. Mhd. abeläz, abläz m., seltener n.(auch bei Luther n.), ahd. ablãg m. neben abläzi n.; dazu mnd. aflãt n. und got. afléts m.«Erlaß, Vergebung» neben aflétan v.«erlassen», ags. ofltan, ahd. oblãgzan«entlasseny.
ablassen, v.: 1) intrans. sich von der Fort- setzung einer Tätigkeit abwenden. 2) trans.


