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durcheinander: Feilen und Raſpeln, Polirſtahle und Grabſtichel. An
den Wänden hängen in Klammern die Werkzeuge zur Bearbeitung
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di V des Eiſens und Stahles, und neben der Arbeitsbank lehnen blitzende, de bbreite Schwertklingen. Ganz fertige Degen mit zierlichen Körben ſtt ſtehen beim Kühlgefäß, ſie ſind eben vollendet worden, noch bedeckt ſchden Boden eine dünne Lage von feinen Stahlſpänen, welche die Feile n über die zerbrochenen Steinflieſen der Werkſtatt geſtreut hat. In der D ANiitte des Gemaches ſteht der Amboß und hinter demſelben die kraft⸗ te volle Geſtalt des Meiſters, des Herrn und Beſitzers aller der in dem m geſchwärzten Raume befindlichen Dinge, von dem alten Raben auf ſte der Stange an bis zu dem mit leichtem Roſte bedeckten Hellebarden⸗ eit eiſen. Vor dem Amboß ſitzt auf dem gepolſterten Schemel, der ehe⸗ P mals in einem fürſtlichen Vorzimmer geſtanden, ein Mann, deſſen al Kleidung zur Hälfte die eines Stutzers, zur Hälfte die eines Kriegs⸗ vo mannes iſt. Solche Männer waren um die Zeit des Beginns des w 17. Jahrhunderts gar häufig zu treffen. Der auf unſerer Illuſtra⸗ W tion dargeſtellte Cavalier iſt einer von den Leuten, welche den Degen ſeir aus Liebhaberei führen. Dieſe Liebhaber des Degens waren eigent⸗ fer lich recht gefährliche Perſonen. Sie bildeten einen Theil der Bevölkerung 1 ggroßer Städte, der den Friedliebenden zur Plage wurde.
Das Büffelwamms und die eiſerne Halsberge darüber, der fer Fillzhut mit rother Feder, das Bandelier mit langem Stoßdegen Pr daran, kennzeichneten dieſe Herren für Jedermann. Gab es Krieg, die ſo ſah man ſie ſeltener, denn ſie zögerten nicht, mit den Fahnen zu au Ziehen, aber wenn eine Pauſe eintrat, dann plagte ſie die Langeweile, Co— und ſie zogen, in ihre Degen verliebt, umher, Händel zu ſuchen. Ein ger berühmter Sittenſchilderer ſeiner Zeit, der alte Garzonus, widmet Ri V dieſer Menſchenklaſſe in ſeinem„Schauplatz der Künſte, Wiſſen⸗ ,2 ſchaften und Gewerbe“ einen beſonderen Artikel unter dem Titel: lau„Von den Balgern, Schnarchern und Pflaſtertretern“. Er erzählt,
wie dieſe Leute bei jeder Rauferei in den Straßen ihre Hand im La Spiele haben, wie der Zweikampf und Händelſuchen ihre Beſchäfti⸗ „gung ſei und beſchreibt das Tagewerk dieſer Herren:„Des Morgens Ho ſtehen ſie auff, ziehen das geſteppte Pantzerwammes an, ſetzen den„ Lei-fütterten Hut oder die Pickelhauben auff den Kopf. ihre werhand⸗ hat ſchue an, den Degen auff die eine, ven Dolch auff die andere Seite, liel den Fäuſtling(Piſtolen) in den Sack, die eyſerne Kugeln in die Hoſen Joh und ausgerüſtet wie ein Ritter Sanct Georg ziehen ſie auß dem err Haus, gehen ein Mal über den Markt, nehmen mit zwo oder drey laſt Oeſichtigungen den ganzen Platz, ein. Unterdeſſen ſchleppert ihnen abl der Degen auff den Waden, wann ſie nicht die Hand ſtetig auff den un Knopf halten, ſchwingen denſelben bald unter ſich, bald ober ſich, ſo mil daß ihnen Jedermann nachſiehet und einer zum andern ſaget: Welch Se ein großer Eyſenfreſſer ſtolzirt daher! Bisweilen lauffen ſie ra auch hinaus ins Feld, bereden Jedermann, ſo ihnen begegnet, ſetzen ſcht ihre Federn auf Guelſiſch oder Ghibelliniſch, ſo daß man ſie für die ſch weydlichſten Hahnen halten möchte. Viele ſeyend muthig und behertzt erf— genug. Weichen nicht von der Stellen, wenn ſie im Handgemenge Eit ſind, biß ihre Feind am Boden ligen oder biß ſie ſelbſten mit Blut der beſprützet ſeyen, welches dann ihre Freud und Ehre iſt.“ hip I. Dergleichen Leute waren in Deutſchland nicht allzuhäufig, aber ve in Frankreich, beſonders in Spanien und Italien fanden ſich ſolche do Balger in Maſſen. Cremona, Vicenza, Brescia, namentlich Verona un wimmelten von ihnen.
Ja Die Perſon auf unſerer Illuſtration mag nun vielleicht nicht ver zu der ſchlimmen Geſellſchaft gehören, aber jedenfalls iſt es ein Mann, we der den Degen in gutem und böſem Sinne führen kann. Der SS äußerſt feine Korb ſeiner Waffe, den wir deutlich vor uns ſehen, be⸗ A zeugt, daß der Träger eine beſondere Liebhaberei für Degen beſitzt, na denn nicht jeder führt ein ſo ausgezeichnetes Exemplar an der Seite. da Außerdem iſt die Waffe nicht zum Zierrath allein ſo vielfach ver⸗ err ſchlungen und gewunden, der Korb ſoll auch die Hand vollſtändig an decken, er hüllt den unteren Theil der Fauſt ein, deckt die Finger und S durch ſeine Ausbiegung ſogar das Handgelenk vollkommen, während
1 er zugleich weit genug iſt, um der Hand Spielraum zu laſſen— alles Fe Zeichen, daß der Herr der Waffe dieſelbe nicht nur zum Putze bei ſich go trägt. Mehr noch als dieſes iſt aber die Situation bezeichnend, in Fu welcher ſich beide, der Cavalier und der Klingenſchmied einander ge⸗ bes⸗ genüber befinden. Der Cavalier hat offenbar die Abſicht, ein neues, 3 jedenfalls werthvolles Waffenſtück zu erhandeln. Gewiß hat der * Meeiſſter ihm ein ſolches angeprieſen; die Klingenſchmiede jener Zeit in nannten vielfache Geheimniſſe und verſuchten auf verſchiedene Weiſe
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die Arbeiten berühmter Genoſſen nachzuahm dem Kunden auf dem Seſſel eine hispani hat ſie ſelbſt nach mit einem jener vollen Körbe verſehen, die min in der Sprache der damaligen Waffenſchmiede„Maulkörbe“ zauute, dieſe Körbe ge⸗ hören auf ein hispaniſches Rappier. JTer C valier ſcheint jedoch nicht ſo blindlings dem prächtigen, muskulöſen ankünſtler Glau⸗ ben zu ſchenken. Mit der Miene des Kenners, de pitzbart drehend, hört er die Lobpreiſungen ruhig an, macht einig degenhewerkungen und weiß ſo genau Beſcheid, als der Schmied lhſt. Gleſchwohl gefällt ihm die blanke, zierliche Waffe. Sie wird in ſeiner Fauſt ein gefährliches Werkzeug, und es ſcheint faſt, als wolle er ſie zu einem in nächſter Zeit ihm bevorſtehenden Tanze gebrauchen, bei dem der Kehraus ein blutiger ſein und damit enden wird, nach Verlauf einer halben Stunde am Boden liegt, an einſamer Stelle im grünen Walde auf dem feuchten Wieſengrunde, eine Lache von Blut um ſich und die verglaſten Augen zum Himmel richtend, den er zum letzten Male anſehen ſoll. Gute Deckung gegen ſolche gefähr⸗ lichen Stöße— dazu gehört ein leichtes und dennoch feſtes Rappier „Alſo macht die Klingenprobe, guter Meiſter!“ Der Schmied nimmt den Degen und biegt ihn hin und her, dann zieht er ihn durch den Schraubſtock, endlich probirt er ihn gegen Eiſen, hartes und weiches.„Ja,“ ſagt der Cavalier,„aber nun die Härte. Eine Scharte beim Stoß oder Hieb, und ich kann die Parade verlieren.“ Der Klingenſchmied nimmt die Funken ſprühen, dann faßt er die Waffe und thut
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gegen die Kante des Amboſſes.„Wollen ſehen, wie die Schneide ge⸗ Der2 blieben iſt,“ ſagt er, ſtolz lächelnd, indem er ſich zurückneigt und auf hn ſun den Degen deutet, der noch in ſeiner Hand ruht. Dann erhebt er ls der d ihn und fährt mit den Fingern die Schneide entlang.„Keine Spur, befanden, ſeht hier,“ ſagt er. Der Cavalier erhebt ſich, auch er läßt ſeine 120 Du Finger über das Eiſen gleiten. Die Klinge hat keine Scharte be⸗ nii ne kommen, obwohl der Hieb gegen den Amboß ein ſtarker war, und nun Ich cic iſt ver Mann des Degens ganz befriedigt, zieht ſeinen Beutel und Din Jag legt eine Reihe blanker Goldgülden n Arbeitstiſch, nimmt das au 1 3 1 Auun ch di eran un Rappier, gibt dem Meiſter die Hand und entfernt ſich vurch die alle, a vorn mit Eiſen beſchlagene Thür, wobei ihm der Rabe von ob-. F. udblömd als Abſchiedsgruß nachruft:„Schlag todt— ſchlag todt!“ Der iijic die Klingenſchmied aber ſetzt ſich wieder an den Schraubſtock und beginnt du 8 eine der bereit ſtehenden Klingen in das zierliche Gefäß zu ſtoßen, ai da welches zu dieſem Zwecke ſchon auf dem Tiſche liegt. Heute im Tufe uf in des Tages erwartet er noch andere Cavaliere, die Beſtellungen gemacht tin dh haben, und die ihn ihren„Freund“ nennen. Thatſächlich ſtanden ſc l die Klinge iede i fnhn g nſchmiede in hoher Gunſt und großem Anſehen. ſeine einf Die chevalereske Zeit des ſiebzehnten Jahrhunderts, nament yume der erſten Halfte deſſelben, hatte die Verfertiger von Waffen bedeutend die gehoben. Man war zwar ſeit dem Tode Kaiſer Karls V., der be⸗ unper. kanntlich die Waffenfabrikation mit kaiſerlicher Muniſicenz unterſtützte, aber 5 von vielen Extravaganzen zurückgekommen, doch erhielt ſich die Var benſe liebe für ſchönes und gutgearbeitetes Rüſtzeug. Spanien hatte zu Pagſigt jener Zeit einen mächtigen Aufſchwung bezüglich der Waffenerzeugung genommen. Seine Klingenſchmiede wetteiferten mit denen der Orientalen. Man ſuchte allerdings vergeblich damascirte Klingen herzuſtellen, allein die Verſuche, ſolche zu erzeugen, ließen doch treſſ⸗ Fü liche Arbeiten entſtehen. Die Waffenſchmiede von Toledo und Se aubien; villa haben ſich Ruhm für ewige Zeiten erworben. Man kann ihr⸗ dee — 18 1 4 re aafelbſt Zahl— die Zahl der wirklich großen Meiſter— allerdings nur auf als wen 99 angeben, aber dieſe Meiſter haben zu ihrer Zeit den Adel d* egt hä Europa faſt ganz allein mit Klingen verſorgt. Die beſonders her. anuſc
Ihm gleich an Kunſtfertigkeit ſteht Julian del Rey. 58 noch an Zierlichkeit der Ausführung. iege. Er arbeitete in Toledo und Saragoſſa. Ein ſehr geſchätzt“ Klingenſchmie war Lupus Aguado in Toledo. Sein Phr debi ſt ein C auf kleinem Wappenſchilde. Die Fabrikation blieb hochge⸗ ſchätzt und machte bis gegen 4 ſchritte. Hier zeichneten ſich Sebaſtian Hernandez und deſſen Sohn in Sevilla arbeitend, aus, auch die beiden Nielos.
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