Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
481
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.

Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

III. Jahrgang.

Iusgegeben am 4. Mai 1867. Ber Jahrgung läuft vom October 1866 bis dahin 1867.

1867 N. 31.

Clelia.

Eine Erzählung nach mitgetheilten Papieren von A. Mels.

(Fortſetzung.)

Wir trennten uns, und ich begab mich gleich ins Hotel zurück legte mich aufs Sopha und begann über die zwei Abenteuer zu innen, welche ſich ſo unverhofft meinem Leben aufgedrängt und ſich nun ſo ſeltſam einander durchkreuzten. Ich muß die Empfindungen, de damals meinen Geiſt beſchäftigten, offen bekennen die Sorge um das Kind des Majors war ganz und gar in den Hintergrund ge⸗ heten, während unaufhörlich vor meiner Erinnerung ein bleiches Geſicht mit thränenſchweren Augen, eine liebliche kleine Geſtalt ſtand, die ſich leicht wie eine Sylphide bewegte eine ſo klangvolle und ſo treue Stimme, die mir... die mir ein trauriges Adieu geſagt ſatte!... Nein! nein! das konnte nicht ſein unmöglich ich mußte ſie wiederſehen... mußte ihr ſagen, daß... was?

Und nun begann ich über mich ſelbſt nachzudenken mich zu fragen, ob ich denn endlich in meinem raſtloſen Leben den Anker ge⸗ funden zu haben glaubte, der mich feſt untrennbar an ein häus⸗ lces Glück feſſle... o wie viel Luftſchlöſſer zogen mit roſigen Farben in den Paar Stunden, die ich in meinem Zimmer verbrachte, vor meinem Geiſte vorbei, und in allen leuchtete das Bild Clelias wie ein gänzender Stern, der mir Ruhe, Glück, Liebe und Frieden brachte! Und ich hatte ſie erſt zweimal geſehen nur ſechs Worte mit ihr gewechſelt! O, wie oft hatte ich es für eine Sage gehalten, das, vrs man mir von dem zündenden Blitze der Liebe erzählt hatte! Ich ſatte mir eingebildet, daß die Liebe nur nach und nach aus einer zauernden gegenſeitigen Hochachtung ſich entwickeln könne, wie eine rangende Blume, die vom Samen und Keim langſam bis zur nospe ſich erhebt und dann über Nacht ihre Farbenpracht ent⸗ faltet!...

Und jetzt kaum wußte ich ihren Namen... und war nahe daran, ihrethalben eine heilige Pflicht zu vergeſſen!! Und wiederum kreuſten ſich die beiden Abenteuer in meinem Geiſte, und ich fragte rnich was wohl die Erregung Clelias beim Anblicke Palla Caſſottis wenurſacht habe und ich fand keine Antwort... und bereute, ihnen mict nachgegangen zu ſein, um ihre Wohnung und ihren Namen zu esfuſchen und fragte mich, was wohl der Marquis zu unter⸗

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nehmen gedenke und warum denn Clelia ſo abgehärmt ausſehe ... und... und ſprang mißmuthig auf... denn in meinem Kopfe war alles verwirrt!

Da klopfte es an die Thür und auf mein Hereinrufen er⸗ ſchien ein Menſch.... nein, die Caricatur von einem Menſchen, der mir dermaßen komiſch vorkam, daß ich in ein lautes Gelächter ausbrach.

Man denke ſich einen Mann von mittlerer Statur aber dermaßen fett, daß er faſt eben ſo breit wie hoch erſchien nun ſtelle man ſich dieſen Menſchen mit einem ausnahmsweiſe engen Rock bekleidet vor, ſo eng, daß es ihm faſt unmöglich war, ſeine Arme dem Körper zu nahezubringen und die wie ein Bogen ohne Sehne, wenigſtens einen Fuß weit von jenem abſtanden. Graue Zwirnshandſchuhe bedeckten Hände, die ihrem Umfange nach eher dem Fuße eines Elephanten als der Hand eines Menſchen glichen und hielten einen mikroſkopiſch kleinen Hut und einen ſehr dünnen Spazierſtock. Sein Geſicht... o ſein Geſicht! nie hatte ich eine täuſchendere Aehnlichkeit mit einem Kürbiſſe geſehen dick dabei von Blattern verunſtaltet und hochgeröthet eine Wulſt von krauſen, ſchwarzen Haaren auf dem Kopfe und einen mächtigen, pech⸗ ſchwarzen Schnurrbart, der ihm den ganzen Mund bedeckte! Er war, ich wiederhole es, die komiſchſte Figur, die ich in meinem Leben geſehen habe!

Pardon, Signore! ſagte ich endlichich fürchte, daß Sie ſich getäuſcht haben ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen.

Fra Angiolo ſchickt mich zu Ihnen ertönte eine tiefe Baß⸗ ſtimme, und er überreichte mir ein kleines, mit Bleiſtift geſchriebenes Billet, in welchem mir der Marquis anzeigte, daß der Ueberbringer derjenige wäre, von dem er mit mir geſprochen ein äußerſt zu⸗ verläſſiger Menſch, in welchen ich ein unbedingtes Vertrauen ſetzen könne. Ich glaubte, der Mönch wolle ſich einen Spaß mit mir machen; denn der Menſch... was ſollte ich mit dem anfangen!

Signore, ſagte er mit etwas erregter Stimmeder gute Padre hat mir ungefähr alles geſagt, weshalb er mich zu Ihnen

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