Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
497
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.

Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen.

Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

III. Jahrgang. Ausgegeben um J1. Mai 1867. Ber Jahrgang läuſt vom Grtober 1866 bis dahin 18617. 1867 No. 32.

Glelia.

Eine Erzählung nach mitgetheilten Papieren von A. Mels. (Fortſetzung.)

VIII.

Ich muß es unverſucht laſſen, dem Leſer auch nur eine an⸗ nähernde Idee zu geben von dem Chaos ſich widerſprechender Ge⸗ fühle, welches in meinem Innern hauſte, während der Zug mit Pfeilesſchnelle dahinbrauſte. Ich glaube, ihm ſchon einmal von der nervöſen Aufgeregtheit geſprochen zu haben, die mich jedesmal vor der Gefahr oder der Ausführung eines gefahrvollen Unternehmens ergreift, und die mich glücklicherweiſe während der Kriſis verläßt, wenn es mir gegönnt iſt, dem Gegner ſei es ein Menſch oder ein Gegenſtand deutlich vor Augen zu haben.

Die Perſonen im Coupé hier nebenan, ich habe es ſo eben

erfahren dürfte es eigentlich nicht wiederholen aber Ihnen: es

ſcheint mir, als wenn ich Ihnen nichts Neues mittheilte.. da wahr⸗

ſcheinlich die Befehle von Ihnen ſelbſt ausgehen...

Der Zug brauſte dahin, und ich, den Kopf in das Polſter ge⸗

drückt, verſuchte durch gleichgültige Gedanken mein ſiedendes Hirn zu beruhigen. Endlich endlich kamen wir in Aleſſandria an, und der Conducteur näherte ſich meinem Coupé.

Ich erwarte Ihre Befehle, Signore, ſagte er.

Was geſchieht hier nebenan?

Nichts! Man bleibt ſitzen, wahrſcheinlich fährt man bis Genua.

Nun... im letzten Augenblicke vor der Abfahrt kommen Sie wieder zu mir heran und geben mir Gewißheit darüber.

heran.Noch immer nichts wir fahren gleich ab. Wollen Sie gefälligſt beſtimmen, bis wohin Sie fahren!

Bis Genua, Conducteur! Begleiten Sie den Zug?

Zu dienen!

Nun, ſo laſſen Sie die Perſonen hier nebenan nicht aus dem Auge, und wenn ſie auf einer Zwiſchenſtation ausſteigen ſollten, ſo benachrichtigen Sie mich augenblicklich davon. Wir werden uns in Genua abfinden, und Ihre Gefälligkeit wird Ihnen einen guten Tag bereiten.

Gewiß Signore... gewiß... aber ich möchte Ihnen gern etwas ſagen, aber ich wage es nicht recht, denn vielleicht wiſſen Sie das alles beſſer als ich. Bitte, ſprechen Sie.

Mein lieber Mann, ich verſtehe kein Wort von alle dem, was Sie mir ſagen welche Befehle? was meinen Sie?

Nun Signore ich will nicht indiscret ſein aber Sie werden entſchuldigen, wenn ich errathen habe, wer Sie ſind.

Heraus mit der Sprache, wer bin ich denn?

Nun... wahrſcheinlich... der Herr Polizeidirector!

Ich brach in ein lautes Lachen aus.Und woraus ſchließen Sie das? fragte ich.

Weil die Perſonen, die Sie mir ſo genau zu bewachen auf⸗ gaben, ſagte er mit leiſer Stimme,ſo eben von der Bahnhofspolizei dem Zugführer gleichfalls zur Bewachung aufgegeben worden ſind.

Er hat mich rufen laſſen und mir faſt daſſelbe, wie Sie, geſagt: ſie

zu beobachten und ſobald ſie den Zug verlaſſen, ihn gleich davon zu benachrichtigen!... doch, ich kann nicht mehr... der Zug geht ab. Er verließ das Fenſter und ließ mich in der größten Verwun⸗

derung. Was hatte das wieder zu bedeuten? Zehn Minuten vergingen der Conducteur trat wieder

Ich ſann und ſann; doch bald ward es Licht in meinem Geiſte, ich glaubte die Auflöſung dieſes Räthſels mit Leichtigkeit gefunden

zu haben! Fra Angiolo hatte gewiß, nachdem er ſich von ſeinem erſten Schrecken erholt, Maßregeln treffen wollen, um perſönlich

Clelia nützen zu können hatte entweder mir nicht getraut, oder meine Hilfe als unzureichend betrachtet war auf die Polizei geeilt hatte wahrſcheinlich dem Queſtore das Verhältniß dieſes jungen

Mädchens auseinandergeſetzt und dieſer, um vor der Hand wenig⸗

ſtens den Ort zu kennen, wohin man ſie entführe, hatte durch den Telegraphen an die Polizeiſtation von Aleſſandria Befehle ertheilt, ſie und ihre Begleiter überwachen zu laſſen.

Dies war die Erklärung, die ich mir ſelbſt gab, und die mich auch vollſtändig befriedigte jedoch meine Gedanken hatten wiederum dieſelbe Richtung genommen, und ich ſtellte meinem wirren Geiſte eine