Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
561
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.

Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

III. Jal rga Ausgegeben am 8. Juni 1867. er Jahrgung läuft vom Oetober 1866 bis dahin 1867. hrgang. Iusgeg Jahrgang

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1867 Nℳ 36.

Die Frau des berühmten Mannes.

Novelle von E. Junker. (Fortſetzung.)

Jahre waren vergangen ſeit jenem Sommerabend. Unſer Doctor war ein berühmter Mann geworden.Er iſt ein ge⸗ borner Arzt, ſagen ſeine Collegen, die wohlmeinend genug waren, ihm Gerechtigkeit angedeihen zu laſſen,er beſitzt die ſicherſte Dia⸗ gnoſe, die objectivſte Behandlung, den kälteſten Scharfblick, einen Scharfblick, der ihn ſelbſt in entſetzlichen Fällen menſchlichen Leidens nicht im Stich läßt, und ſein klares Urtheil wird niemals durch Mit⸗ gefühl oder Theilnahme getrübt. Mit einem Wort, er iſt das Ideal eines Arztes.

Er iſt der angenehmſte Hausarzt der Welt, ſagten ſeine Pa⸗ tienten,ſtets gleichmäßig ruhig, ſtets mit der nämlichen Geduld unſere Klagen entgegennehmend, nie ermüdet, nie reizbar, entmuthigt er uns in keinem Fall durch ein Zeichen ſeiner Beſorgniß, von der bisher niemand den leiſeſten Schatten auf ſeinem undurchdringlichen Geſicht entdeckte.

Wir können den Doctor nicht leiden, ſagten in einſtimmigem Chor die Kinder, die er behandelte,er iſt ein harter, grauſamer Mann. Wenn man ſie nach ihrem ſeltſamen Urtheil näher befragte, konnten ſie mit ihrem Mangel an Logik im unſchuldigen Gefühlsſinn nur erwidern, er habe grauſame Augen, mit denen er ſie ſo forſchend anſähe, außerdem lache und ſcherze er nie, und rufe ſie nicht bei ihrem Namen, ſondern ſage ſtets:der Patient oderdie kleine Kranke. Dieſes letzte Argument war das ſtärkſte, auf das ſie ſich mit aller Hartnäckigkeit ſtützten, denn ſie fühlten ſich in ihrer Perſönlichkeit ver⸗ letzt und eben nur als Object behandelt.

Jedoch, was bedeuteten dieſe kleinen Stimmen im Vergleich zu der entſcheidenden, volltönenden Weltſtimme, welche den Doctor als ein ſegenſpendendes, nützliches Mitglied der menſchlichen Geſellſchaft pries!

Und das war er auch. Von unermüdlichem Eifer und ſeltener Pflichttreue in ſeinem Beruf hatte er ſich auch in der mediciniſchen Welt durch ſeine Schriften einen Namen gemacht und war durch Praxis, Conſultationen, Vorträge ꝛc. ſo ſehr in Anſpruch genommen, daß er für viele ein Gegenſtand der Bewunderung war und man ihm rühmend nachſagte, er habe ſeiner großen Miſſion das Privatleben geopfert.

Wirklich wußte die geſchwätzige, allwiſſende Welt von ſeinem Privatleben wenig mehr zu erzählen, als daß er vor der Stadt ein elegantes Haus und in demſelben eine ſchöne Frau mit einem ein⸗ zigen Kinde beſaß. Von der Frau des großen Arztes wußte die Welt gar nichts zu ſagen.Der Märtyrer ſeines Berufes, wie er zuweilen genannt wurde, hatte vielleicht keine Zeit gefunden, ſeine Gattin in die faſhionablen Kreiſe in denen er durch das ſicherſte Mittel, die Noth, ſo feſten Fuß gefaßt einzuführen; vielleicht auch war dieſe Zurückgezogenheit ihr eigener Wunſch; gewiß iſt, die Welt führte ihren Namen nicht auf ihrer Liſte, die Welt kannte ſie nicht. Deſto beſſer kannten ſie die Armen, die Kranken und die Kinder ihrer nächſten Umgegend. So viel heimlich getrocknete Thränen, ſo viel ſtumme Segenswünſche, ſo viel dankbare Liebe bezeichneten den Weg der unbekannten Frau des berühmten Mannes, daß es ſchon der Mühe gelohnt hätte, ihn zu kennen. Da weder die Welt noch ihr vielbeſchäftigter Gatte Anſprüche an ſie machten, hatte ſie ja vollauf Zeit für ihre Schützlinge.Unſer guter Engel, ſagten die Leiden⸗ den,unſere liebe Frau, die Kinder, wenn ſie vorbeiging. Folgen wir den beiden denn, mit dem Vorrecht, was wir vorder Welt be⸗ ſitzen, in ihre Häuslichkeit.

Es war ein kalter Winterabend. Der Schnee knirſchte draußen unter den Füßen der Vorübergehenden, und der Wind fuhr ſauſend durch die entlaubten Bäume, die das Haus umgaben. In einem der Wohnzimmer, hinter den heruntergelaſſenen Jalouſien brannte ein luſtiges Kaminfeuer. Es beleuchtete ſehr angenehm das Gemach, deſſen Einrichtung in tauſend Kleinigkeiten den feinen weiblichen Ge⸗ ſchmack ſeiner Bewohnerin verrieth, und warf ſein Hauptlicht auf die Frau Doctor, welche in einem Armſtuhl vor demſelben ſaß. Ihr ſiebenjähriger Knabe hatte ſein Stühlchen dicht an ſie herangezogen und lehnte den Kopf auf ihre Kniee. In einiger Entfernung von dieſer Gruppe, vor einem Tiſch, der mit Büchern und Scripturen ſo be⸗ deckt war, daß er kaum Platz für die Lampe hatte, ſaß, ganz vertieft in ſeine Arbeiten, der Doctor.

Es war die Theeſtunde, die einzige am Tage, die er, wenn über⸗