Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
599
Einzelbild herunterladen

kliche deſſen holt; te ihn igten, t dem eines Hand Augen V V

er und

fürch⸗

haben, ments engten, n Cut⸗ che das ie bau⸗ hen der ſtille zu kile ge⸗ ord, die

ſrien zu V gungen, ährliche

ir avh inn vor, von der ter hatte

icht uwhr on Miſ hren wir

egleitung mmäͤchen l ahrt nach 4 iit ihrem

ch Japan gours ge⸗ en. Hier tilluntee ngegriffn mannung eiterinnn) jaw iw rrer hoffte Eguipage

eefangenen

von ihm;

welches wir ſo erfolgreich begonnen hatten,

Sambas ſtammender Reichthum ihm Söldlinge zuführte, ſo viel er wollte. Prinz Anom hielt es daher bei paſſender Gelegenheit ge⸗ rathen, ſich mit ihm zu verſöhnen, ließ ſich ein Jahrgehalt auszahlen, und verlegte ſich mit Leidenſchaft auf das Seeräuberhandwerk. Dies verdankte ihm in jener Meeresgegend die Organiſation, die es ſeither ſo furchtbar gemacht hatte. Oft hörte man Hahre hindurch nichts von dem Pangerang wahrſcheinlich war er dann auf Raubzügen in der Sulu⸗See man hatte ihn für todt gehalten, plötzlich war er wieder emporgetaucht mit einem Schlage, der ſeinen Namen in aller Mund brachte. Groß war daher die Wehklage im ganzen Lande über den gefallenen Helden, noch größer ward ſie, als der unerbitt⸗ liche Radſchah ſeinen Leichnam neben denjenigen der vier gefangenen Piraten aufknüpfen ließ.

Wir blieben, nachdem der ſchwer verwundete Capitän Shaw in das Haus des britiſchen Arztes gebracht worden war, nur einen Tag auf der Rhede von Sarawak, denn wir wurden zurückbeordert nach Singapore. Gern ward geſtattet, daß das ſo unerwartet glücklich wieder vereinigte Brautpaar die Rückreiſe mit dem Kutter mache; Lady Brooke verſah Miſſ van Gaasbeck auf das zuvorkommendſte mit Kleidungsſtücken und weiblicher Bedienung; unſer Kiel wandte ſich wieder nach Weſten. Leider hatten wir faſt immer conträren Wind und erreichten unſer Ziel erſt nach neun Tagen. In Sin⸗ gapore wir durften die Stadt jetzt betreten, ſo oft wir wollten waren die Mannſchaften des Mariners eine volle Woche lang die Löwen des Tages überall ſtreckten ſich uns volle, unde und Becher entgegen, nirgends aber reicher und wärmer als in dem Bun⸗ galo(Landhaus mit Park) des Mynheer van der Boſch, der uns ſammt und ſonders, bis auf die Schiffsjungen herab, als ſeine Gäſte betrachtete, ſo lange wir am Lande blieben. Und ein prächtiger An⸗ blick war es, als wir alle, Mann für Mann, in den beſten Sonntags⸗ anzügen in der Kirche ſtanden, um der Trauung des wackeren Mannes mit der gleich einer Roſe wiederaufgeblühten Miſſ van Gaasbeck bei⸗ zuwohnen unſer Commandeur und Lieutenant Davies gehörten

zu, de euge 4 ein nicht minder ſchöner uns darauf zu hen in Garten dos. 8-Dard

ſehen im Ge rten. des. Burtals unter Kaſuarinen, Muſen, Palmen

und Bam

. bus, welche durch Guirlanden farbiger Lampen verbunden waren, verſammelt um die rieſige Bowle aus dem ſchimmernd erleuchteten Saale ſchallte rauſchend die Muſik und wie kräftig übertönten unſere Cheers ihre Klänge und wie hold war die Braut, als ſie lächelnd heraustrat auf die bedachte Vorhalle, und das Glas hob und mit jedem von uns anſtieß es war ein unver⸗ geßlicher Abend. Einſtimmig hatte die Bemannung desMariner die tauſend Guineen des Mynheer van der Boſch ausgeſchlagen, aber der wackere Herr legte noch tauſend dazuim Namen ſeiner Gattin und ſchenkte das Capital demSailors Home. Ehre ihm! Er blieb vann nur noch kurze Zeit in Singapore und reiſte mit ſeiner Frau nach Yokohama; Jedermann von der Equipage bekam ein Andenken den wackeren Foung⸗Tſchi nahm er mit, um ihm eine Wir blieben noch ungefähr drei Wochen auf der Rhede von Singapore, bekamen aber keine Gelegen⸗ heit, uns abermals gegen die Lampongs zu verſuchen. Das Werk, ſetzten nämlich die Schiffe Seahorſe und Thunderer wo möglich noch gründlicher fort; ſie ver⸗ nichteten in der That auf viele Jahre hinaus das Piratenthum längs der Nordweſtküſte Borneos faſt gänzlich; freilich ward auch die An⸗ klage gegen ſie erhoben, daß ſie die Unſchuldigen mit den Schuldigen

dauernde Anſtellung zu geben.

599

vernichtet hätten, allein wer kann unter jenen Verhältniſſen richtig ermeſſen und gerecht wägen!

Dies alles erfuhr ich aber erſt Jahre lang nachher auf der an⸗ deren Erdhälfte, und zwar auf Trinidad in Weſtindien. Ich blätterte in alten Zeitungen, da fiel mein Blick auf folgenden Artikel der Times, den ich wörtlich wiedergebe.*)Im Herbſt vergangenen Jahres hat der Radſchah und britiſche Baronet Sir J. Brooke mit⸗ telſt J. M. Kriegsſchiffen Seahorſe, Mariner und Thunderer den malayiſchen und dajakiſchen Piraten mehrere Treffen geliefert und eine große Anzahl derſelben iſt in dieſen Kämpfen gefallen. Um über eine derartige That das Entſetzen der ſogenannten gebildeten Welt auszudrücken, iſt auf den 30. Januar ein großes Meeting in der London Tavern zuſammenberufen worden. Auch Cobden war eingeladen, er gehört aber zu den Friedensfreunden anderen Schlags und ließ ſich entſchuldigen. S. F. Sturge von Birmingham hatte das Präſidium übernommen, und begann ſeinen Vortrag damit, daß in der Sunda⸗See noch niemals ein auf geſetzlichen Wegen begriffenes britiſches Schiff nur beläſtigt, geſchweige denn angegriffen worden ſei. Da erhob ſich plötzlich mitten aus der Verſammlung eine mar⸗ kige Seemannsſtimme mit dem Erbieten, ſofort das Gegentheil be⸗ weiſen zu wollen. Natürlich gerieth hierdurch das Meeting ſehr in Verwirrung, der Vorſtand wußte ſich nicht anders zu helfen, als durch die Einladung an den Mann, ſich unter ihnen niederzulaſſen, bis eine Reſolution gefaßt ſei. Geſtützt auf einen ſtämmigen Matro⸗ ſen und einen Krückſtock, hinkte darauf ein wettergebräunter Seemann auf die Tribüne und nahm Platz. Der Reverend Mr. Richard ſchilderte ſodann die Bewohner von Borneo als völlig unſchuldige, harmloſe Naturkinder, welche einen unüberwindlichen Abſcheu gegen Blut hätten, den Sir J. Brooke dagegen als einen Tiger in Menſchen⸗ geſtalt; worauf Mr. Gribble die Reſolution vorſchlug, daß das Ver⸗ fahren Sir J. Brookes als eine grobe Verletzung der Menſchlichkeit und Gerechtigkeit zu brandmarken ſei, welche auf den Charakter der civiliſirteſten aller Nationen, der Briten, einen unauslöſchlichen S, Da erhob ſich mühſam der Seemann und ſtellte ſich dee Aofs g vor als Capitän Shaw. deſſen Rauk-epeen an der Küſte von Borneo von den Seeräubern überfallen, verbrannt, die Bemannung aber gnadlos niedergemetzelt worden ſei.(Ungeheure Senſation.) Er erzählte die haarſträubenden Einzelnheiten des Falles, wie die einzigen Ueberlebenden durch die engliſchen Kriegs⸗ ſchiffe gerettet, er dabei aber auf meuchelmörderiſche Art zum Tode, eine mitgefangene Lady nach unmenſchlicher Behandlung gleichfalls leichter verwundet worden ſei und er nur nach langem Siechthum ſich endlich erholt habe, um als ein Krüppel durchs Leben zu gehen. (Unbeſchreibliche Aufregung; eine Stimme ruft:Der hat der Ver⸗ ſammlung den Hals gebrochen! Allgemeines Gelächter.) Unter dem Eindruck dieſer eben ſo kernigen als überzeugenden Rede, welche mit den Worten ſchloß:die Herren möchten erſt ſelbſt nach Borneo gehen, um die Verhältniſſe dort beurtheilen zu können, ehe ſie einen Mann wie Sir J. Brooke verleumdeten ſchloß die Verſammlung eben ſo kleinlaut, als ſie großſprecheriſch eingeleitet worden war, allerdings mit der Zuſtimmung von Seiten der wenigen, im Saale Zurückgebliebenen, die Reſolution als Petition ans Parlament zu bringen. Aber hier wird ſie wohl noch weniger Beifall finden; denn gar viele britiſche Seeleute wiſſen zu erzählen von den Gefahren zwiſchen den Piraten.

) Thatſache!

Beim Klingenſchmied.

(Mit Abbildung auf S. 597.)

Rauchgeſchwärzte Wände, an vielen Stellen ſchadhaftes Mauer⸗

werk, welches die Dünſte mit einer glitzernden Decke überzogen haben.

Durch das kleine, mit bleigefaßten Scheiben verſehene Fenſter fällt ein trübes Licht und der alte Rabe auf der Stange neben dem winkligen Vorbau krächzt ganz abſcheulich, wenn einmal zufällig der Sonnenſchein weiter in die dunklen Ecken hinein ſich verirrt. Ge⸗ ſchieht das, ſo erkennt das Auge allerlei Rüſtzeug; An plumpen Eiſenriegeln hängen Arm⸗ und Beinſchienen, eine Hundskappe aus

ſpielt auf den Kanten der Halsbergen und Rüſtſtücke und zeigt auch die zackigen Blätter eines Bündels Partiſanen und Hellebarden, welches auf eiſernen Klammern ruht. Die räucherige Werkſtätte hat an vielen Stellen kleine Höhlungen in ihrem Mauerwerke, in ſolchen ſtehen Töpfe, Büchſen und Gläſer, wohl verwahrt und verbunden, mit Zetteln daran. Wenn man dieſe Zettel betrachtet, ſo lieſt man Aufſchriften wie:Eine köſtliche Beitze oderEin Arcanum, wie man in Eiſen, Stahl und Kupfer ätzen ſoll,Ein Mittel wider den Roſt u. dgl. Unter dem Fenſter iſt eine Arbeitsbank mit dickem

Schraubſtocke. Auf derſelben liegt allerlei wunderſames Geräth bunt

ſchwarzem, geſchlagenem Eiſen gefertigt, mit verſchoſſenem Sammet gefüttert, hängt neben der Fenſtervertiefung. Der Sonnenſtrahl 4

1 2 .y