Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
601
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unſer Meſte hat e angeprieſen, er nſt Rearbeitet und der S nache e, dieſe Kir 1 lier ſcheint jedoch nkünſtler Glau⸗ pitzbart drehend, egenhewarkungen üſt. lähvohl u ſäine Fauſ ein le er ſe zu einen cenn, bei dem der ſß einer der Tänzer legt, an einſamer grunde, eine Lache uml ickem de gegen ſolche gefähr⸗ noch feſtes Rappier r Der Stmied n zieht er ihn durch Eiſen, hartes und die Härte. Eine Parade verlieren ägt den Stahl, daß thut einen Schlag vie die Schneide ge⸗ worückneigt und auf . Dann erhebt er lang.Keine Spur, auch er läßt ſeine at keine Scharte be⸗ ſtarker war, und nun t ſeinen Beutel und deitstiſch, nimmt das ent ſich dun 19

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er tio⸗ uzn zvr⸗ Steariumht ſind. An jeder Laterne und an jedem Candelaber hingen pracht⸗

Auch mir wurde es eiskalt im Herzen die

bläſſe überzog ſein Geſ, Schlitten entgegen, aber ſie waren über und

Hunde ſprangen heulend d. ver mit Blut befleckt.

Kaum ſich ſeiner usch bewußt, jagte er weiter, dort endlich iſt die unſelige Stätte. Mit einem waltigen Zügelruck bringt er das dampfende Pferd zum Stehen, wir ſpringen aus dem Schlitten und ſtürzen weiter. Ein Blick belehrte uns, was geſchihen war, Der Schnee weithin zertreten und mit Blut und abgeriſſen alles bewies, daß hier ein ver⸗ eefunden hatte. Dort hinten lag auch der Bär ver⸗ Der Jagdſpieß ſteckte ihm bis zum Schaft im Halſe, aben aber der unglückliche Vater achtete gar nicht

er ſuchte nur ſeinen Sohn, ſein einziges geliebtes Kind. Er hatte nich, lange zu ſuchen, dort unter dem Leichnam des Bären ragte ein menſchliches Dein hervor. Das Herz will ihm vor Schmerz ſpringen, die Thränen ſtrömen über ſein Geſicht, verzweiflungsvoll und nach Troſt ringend ſieht er empor zum Himmel. Ich wagte ihn nicht zu ſtören, denn auch mir ſchnürte ſich bei dem Anblick die Bruſt zuſammen, und ich konnte ſeine Ge⸗ fühle verſtehen.

Doch kurz darauf Grimm gegen das Ungethüm;

zweifelter Kampf ſi endet auf dem Sch auch das Beil lag 4. auf dieſ edendinae

ermannte er ſich, ſein Schmerz verwandelte ſich in er erfaßte es bei den Hinterfüßen und warf es mit Rieſenkraft bei Seite da ſprang plötzlich der Knabe auf, packte mit keiden Händen den Bären und ſagte in feierlichem Ernſte:Das iſt mein Bär, Vater, den bekommſt Du nicht. Wir ſtanden beide bei dem unerwarteten Anblicke wie verſteinert. Der Efcheremiſſe war unfähig, ein Wort über die Lippen zu bringen. Er ſchaute wiederum auf gen Himmel und abermals rannen Thränen über ſeine Backen, aber diesmal waren es Freuden⸗ und Dankesthränen; ſein Kind, ſein Iwan war nicht todt, er war ihm wiedergegeben, und einSlawe tjebae Gospo- din! Gelobt ſeiſt Du, Gott! entrang ſich ſeiner Bruſt.

Dann wollte er den Knaben in ſeine Arme ſchließen, aber der verwegene Junge war ſchon zum Schlitten gelaufen, zog das Pferd herbei und rief: Hilf mir, Vater, meinen Bären aufzuladen.

Der Tſcheremiſſe ſah mich an; er ſprach nicht, aber ich las in ſeinen Augen, was in ihm vorging. Alle Angſt und Noth war vergeſſen, aus dem Blicke ſprach jetzt nur der Stolz des Vaters über die Kühnheit des Sohnes. Als der Bär auf den Schlitten geladen war und wir uns auf dem Heimwege befanden, befragte der Tſcheremiſſe Iwan nach den Einzelheiten des Kampfes. Als Du heute Morgen fortgingſt, hub der kecke Burſche an,hatte ich keine Ruhe mehr. Mir träumte die ganze Nacht von dem Bären, deſſen Lager Du mir gezeigt, und es trieb mich gewaltſam, ihn aufzuſuchen und ihn zu erlegen. Ich ſchlich mich aus der Stube, ohne daß die Mutter etwas merkte, nahm Dein Jagdzeug und die Hunde und ging zum Lager. Ich fand den Bären, der an den Pfoten ſaugte und leiſe brummte. Ich ſchlich mich ſeitwärts heran und ſtieß ihm den Spieß in den Hals ſtatt in die Bruſt, weil ich mich

an Vorn nicht an ihn wagte. Er ſprang auf, packte den Griff des Spießes und biß würhend hinein, ohne ſich jedoch anfänglich um mich zu kümmern. Nun rief ich die Hunde und ſie faßten ihn; Belka hatte ihn am Ohr, Morka an der Naſe. Alle drei wälzten ſich dann heulend und brüllend im Schnee, ſo daß mir ganz angſt wurde und ich ſchon fortlaufen wollte. Da ſchrie Morka laut auf, der Bär hatte ſie gekratzt. Ich wollte helfen und ging mit dem Beile auf ihn los, aber da richtete er ſich auf und kam auf mich zu. Ich lief fort, kehrte aber wieder um, als ich Morka zum zweiten Male laut ſchreien hörte, um ſie loszureißen. Als ich ſie faßte, fiel der Bär um und riß mich unter ſich nieder. Da lag ich, bis Du kamſt, Väterchen, ſchloß der kühne Knabe ſeine einfache Erzählung,und nun iſt der Bär mein und das Geld dafür umme ich. Dies geſchah, denn ich kaufte ihm den Bären ab, um doch wenigſtens etwas von der Partie mit nach Hauſe zu bringen.

Ich verließ bald darauf die Gegend und habe Iwan nicht wiedergeſehen, aber ſeitdem oft von ihm gehört. Er iſt inzwiſchen ein Jüngling und ein ebenſo kühner und glücklicher Jäger geworden, wie ſein Vater. Dieſer ängſtigt ſich nicht mehr, wenn er ſeinen Sohn allein auf der Bärenjagd weiß. A. F. Sommermeyer.

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Im Theater von Shangai.

. Für denjenigen, welcher auf langen und außereuropäiſchen Reiſen Volks⸗ ſtudien zu machen gedenkt, gibt es keine beſſere Gelegenheit dazu, als die Theatervorſtellungen. Ich kann dem Leſer die Verſicherung geben, daß ich daſelbſt oft in wenigen Stunden eine Bevölkerung beſſer kennen gelernt habe, als wenn ich mich wochenlang in den Salons und auf den Promenaden be⸗ wegt hätte. Einen mir unvergeßlichen Eindruck machte auf mich das große chineſiſche Theater in Shangai dadurch, daß ich hier nicht die geringſte Nach⸗ ymung einer unſerer europäiſchen Bühnen, ſondern etwas ſo durch und durch Originelles fand, daß ich gleich beim Eingang frappirt wurde und mein Intereſſe während der ganzen Vorſtellung rege blieb.

Schon der Preis an der Kaſſe kam mir etwas theuer vor; ich mußte für meine Perſon einen ſpaniſchen Kollonadenpiaſter(1 Thlr. 14 Gr.) bezahlen ind für jeden meiner Diener die Hälfte dieſer Summe. Auf meine Anfrage,

n welche Zeit die Vorſtellung beendet wäre, erhielt ich die Antwort:... m ſechs Uhr Morgens! Es war halb zehn Uhr, als ich eintrat. 1 Der große Saal, in welchem die Zuſchauer Platz nahmen, bildet ein mächtiges Quadrat, deſſen Diagonale wohl gegen fünfzig Schritt betragen

/ mag und iſt durch einige ſechzig Horn⸗ und Glaslaternen erleuchtet. Außer⸗

vem ſtanden noch ſymmetriſch vertheilt zwanzig Candelaber im Saale herum, rf denen eine Unzahl von rothen Talglichtern brannte. Die Form dieſer chter iſt gänzlich von der der unſeren ver chieden. Oben, d. h. da, wo ſie gezündet werden, beträgt ihre Dicke wenigſtens einen Durchmeſſer von zwei Zoll, während ſie unten kaum ſo dick wie bei uns ein gewöhnliches

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volle rothſeidene Quaſten, von denen einige wohl eine Elle lang waren. Lange Tiſche durchliefen in mehreren Richtungen hin den Saal und waren mit ziemlich bequemen Rohrſeſſeln umgeben. Ib ſchätze die Zahl dieſer Stühle auf dreihundert, jedoch ſtanden längs der Wände Canapés, auf denen die Opiumraucher während der Vorſtellung nach und nach Platz nahmen.

Das hohe Eintritttsgeld wurde mir erſt dann erklärlich, als, ſobald ich mich geſetzt, ein ſehr reinlicher und flinker Burſche eine Anzahl von Geräth⸗ ſchaften, die augenſcheinlich den Zweck des Eſſens und Trinkens hatten, vor mir auf den Tiſch ſetzte. Auf meine Frage erfuhr ich nun, daß in dem Ein⸗ trittsgelde auch die Bezahlung der Beköſtigung bis ſechs Uhr Morgens ent halten ſei, und daß, wie mein Nachbar, ein Franzoſe, mir ſagte, man ſo viel eſſen und trinken könne als man wolle. Bald darauf kam jener Diener wieder, füllte die Taſſen, die alle einen Deckel haben, mit ſchwarzem Thee einen Augenblick ſpäter erſchien ein zweiter, der ſiedendes Waſſer darauf goß dann ein dritter, welcher in einem trompetenartigen Gefäße den ſo⸗ beliebten Santſiou(Reisbranntwein) brachte ein vierter legte Bibous (kleine, gelbe, apfelartige Früchte), ein fünfter Badjis(eine Art von Kaſtanien) und endlich ein ſechſter, Biscuits, Zuckercandi, Melonenkörner und Kuchen vor mir hin. Dieſe ſechs Kellner ſchleichen faſt während der ganzen Vor⸗ ſtellung gebückt durch die Reihen der Zuſchauer und füllen ſtets von neuem die Teller, die leer ſind. Ich habe nie eine zuvorkommendere Bedienung gefunden, als bei dieſen quittegelben Kellnern. Dieſen ſechs geſellten ſich alle Viertelſtunden noch zwei andere Diener zu, von denen der eine dem Zu⸗ ſchauer ein in warmes Waſſer getauchtes wollenes Tuch übergab, welches der andere einige Minuten ſpäter wieder abholte. Ich wußte beim Beginn nicht recht, was ich damit anfangen ſolle, jedoch mein Nachbar ſagte mir, es wäre zum Mundabwiſchen, und als ich mich lachend meines Taſchentuches bediente, erklärte er mir, daß die Chineſen dies und mit einem nicht ge⸗ ringen Anſchein von Recht für unſchicklich und beſonders für unſauber hielten.

Ich war erſtaunt gar keine Damen zu ſehen; aber, daß dieſelben gewöhnlich erſt gegen Mitternacht erſchienen und dann ziemlich geräuſchvoll eintreten....tout comme chez nous fügte er hin⸗ zu. Wirklich um die angegebene Zeit zeigten ſich einige dreißig junge Frauen und Mädchen im Alter von 1216 Jabren, die am Arme einer Matrone mit vielem Geräuſche, aber äußerſt langſam angewatſchelt kamen. Glauben Sie nur ja nicht, ſagte mein ſkeptiſcher Nachbar, daß dieſe Damen nicht beſſer und ſchneller gehen können, als ſie es jetzt thun ſie wollen nur glauben machen, daß ſie dermaßen mikroscopiſche Füße haben, daß es ihnen kaum möglich iſt, ſich aufrecht zu halten. Chineſiſche Coquetterie.... tout comme chez nous! Sie waren alle in prachtvolle Seidenſtoffe ge⸗ hüllt und reich mit Geſchmeiden beladen, auch waren einige darunter, die man trotz ihrer ſchiefgeſchlitzten Augen ſelbſt nach europäiſchen Begriffen hälte hübſch uennen können. Sie ließen ſich nieder, entfalteten ihre Fächer, und als ich die Bemerkung machte, daß trotz der Vorſtellung und des Theetrinkens rechts und links vielſagende Blicke mit den jungen Schönen gewechſelt wurden, erhielt ich die ſtereotype Antwort meines Nachbars wiederum:tout comme chez nous. Auffallend iſt es noch, daß die Männer während der Vor⸗ ſtellung und nach derſelben ſich nie zu ihren Frauen geſellen, vielmehr dieſelben gänzlich zu ignoriren ſcheinen.

Beim Beginn der Vorſtellung erſchien ein Schauſpieler und zeigte dem hochverehrten Publikum eine lange Elfenbeintafel, auf der mit einem Pinſel und in vielerlei Farben die Namen ſämmtlicher aufzuführender Stücke auf⸗ gezeichnet waren. Aber zu gleicher Zeit zeigte er ein Buch von ungefähr 150 Seiten von blauer Seide, worauf ebenſoviel Titel von Stücken ver⸗ zeichnet waren und meldete, daß die Geſellſchaft, der anzugehören er die Ehre habe, dieſe 150 Stücke auswendig wiſſe und daß jeder der Zuſchauer das Recht habe gegen Zahlung eines Piaſters eins der Stücke des Programms gegen eins derer des Buches auszutauſchen. Es fanden ſich ſich in der That faſt augenblicklich acht Kaufleute, welche acht Piaſter zahlten und ſich dafür ſechs Comödien und zwei Dramen ausſuchten.Es iſt dies die allabendliche Spekulation, erklärte mir mein Nachbar,denn ſie ſetzen abſichtlich ſtets die langweiligſten und bekannteſten Stücke auf das Programm und haben auf dieſe Weiſe eine artige Nebeneinnahme; auch bedienen ſich Liebhaber oft des Mundes der Schauſpieler, umEinlagen in das Stück mahen zu laſſen, die gewöhnlich nur ihren anweſenden Schönen verſtänd ich ſind.

Ich muß geſtehen, daß, obgleich das Chineſiſche mir noch nicht ganz ge läufig war, ich doch beurtheilen konnte, daß... aus gezeichnet geſpielt wurde. Der chineſi che Charakter war von den Schauſpielern bis ins kleinſte Detail ſo merkwürdig ſcharf aufgefaßt worden, daß ſo barok auch das Ganze war ich wirklich einen Kunſtgenuß hatte.

Was mich jedoch am meiſten in Erſtaunen ſetzte, war die gänzliche Ab⸗ weſenheit des Souffleurs. Man kennt in den hieſigen Theatern ſolche Perſönlichkeit gar nicht. Es iſt dies ein Zeichen einer bewundernswürdigen Gedächtnißkraft. Man denke ſich ein Repertoir von 158 Stücken, die ohne vorhergehende Probe, ohne Souffleur nach der Wahl des Publikums ohne Vorbereitung in Scene gehen! und da alle chineſiſchen Stücke in Verſen ſind, ſo iſt auch eine Improviſarion ſehr ſchwer! Unſere Schauſpieler, die ein Stück oft Monate lang einſtudiren und die trotzdem oft ihr ganzes Ver⸗ trauen in den Souffleur ſetzen, würden ihren Augen und Ohren nicht trauen, wenn ſie ein chineſiſches Theater beträten.

Das vorletzte Stück an dieſem Abende war eine Oper aber es war mir nicht möglich, dieſelbe mit anzuhören, und einem jeden, dem ſein Txommel⸗ fell lieb iſt, gebe ich den guten Rath, es ſo wie ich zu machen und ſchleunigſt der chineſiſchen Muſik das Feld zu räumen. Ich lief mit memmem achbar davon, als wenn wir Furien an den Ferſen hätten.

Das Orcheſter beſtand aus einem Gong eine Art von großer Braten⸗ ſchüſſel aus Kupfer einer dreiſailigen Violine, einer Picoloflöte, einer rieſigen Trommel und einem Inſtrumente aus Bambusrohr, mit einer

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mein Nachbar ſagte mir.