Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
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4 auf eine daniederliegende unregelmäßige Verdauung; wir wollen die letztere durch eine ſtärkere Anſpornung der Abſonderungen regeln, durch einen raſcheren Stoffumſatz die Eßluſt heben, das Blut ver⸗ beſſern, und dadurch die krankhaften Affectionen der Bruſtorgane heilen. In dieſer auf den Darmkanal als erſtes Angriffsobject ge⸗ richteten Wirkungsweiſe der Molken iſt es auch begründet, wenn wir die letzteren auch bei aus Unterleibsvollblütigkeit entſtandenen Leiden mit großem Nutzen anwenden, und hierbei den Gebrauch einer Milch⸗ kur für unſtatthaft erklären.

Aufs dringendſte empfehlen wir aus vielfacher Erfahrung eine ſolche Stoffumſatzbeſchleunigungskur gerade bei der gegenwärtigen Jahreszeit allen denjenigen Perſonen, die ſich in ihren Lungen nicht ganz capitelfeſt fühlen, ſondern mitunter flüchtige Stiche in der Bruſt empfinden, zeitweiſe über Hüſteln, Heiſerkeit, wohl auch etwas Blut⸗ auswurf und über mangelnden Appetit und Leibesöffnung klagen,

eine größtentheils ſitzende Lebensweiſe führen, abmagern, blaß und

verdrießlich werden, ohne im eigentlichen Sinne krank zu ſein. Eine alljährlich 45 Wochen hindurch im Frühling und Frühſommer ge⸗ brauchte Molkenkur, wobei natürlich eine fleißige Bewegung im Freien gar ſehr mit in Betracht kommt, regelt die Unterleibsthätigkeit, ſteigert den Appetit, verhütet ſchwere Erkrankungen der Lungen, und verbürgt ſolchen Halbpatienten die Wahrſcheinlichkeit eines geſunden Sommers und Winters.

Am Jamilientiſche.

Un caprice.

Der Leſer hat ſicherlich den obigen Titel ſchon auf einem Theaterzettel geleſen. Es iſt ein einactiges Stück von Alfred de Muſſet, und das erſte und zweifelsohne das beſte eines Genre, das ſeit zwanzig Jahren in allen Ländern bis zur Ueberſättigung ausgebeutet worden iſt. Un caprice iſt in alle lebenden Sprachen überſetzt, und die größten Schauſpieler und Schau⸗ ſpielerinnen unſerer Zeit haben ſich in den drei Rollen, welche es enthält, verſucht. Wahrſcheinlich weiß der Leſer jedoch nicht, daß es das Lieblings⸗ ſtück König Wilhelms von Preußen iſt. So oft es ihm nur irgend möglich iſt, wohnt er den Vorſtellungen bei, wenn es gegeben wird und nimmt, nachdem er es vielleicht fünfzig Male geſehen, denſelben regen Antheil an den geiſt⸗ reichſten aller Dialoge, als wenn er ſeiner erſten Aufführung beiwohnte. Da das Stück in verſchiedenen Ueberſetzungen beſteht, ſo haben auch alle Theater das Recht es aufzuführen, und wie man ſagt, hat der König es oft in den Berliner Theatern zweiten und dritten Ranges mit ebenſo großem Vergnügen geſehen wie im königlichen Hoftheater. Ja ſelbſt bei Hofe und in den Dilet⸗ tantenvorſtellungen der hohen Cavaliere und Damen, denen der König bei⸗ wohnt, fehlt un caprice ſelten. Das Urtheil der Kritik iſt in allen Ländern einſtimmig über den Werth dieſes Stückes, welches nur die Anſprüche einer eleganten Plauderei macht, geweſen es iſt ein Meiſterwerk ſeines Genres. Ein einziger Schriftſteller hat ihm jedoch vom Tage ſeiner erſten Aufführung bis zum Tode eine ſtete Oppoſition gemacht und dieſer Schriftſteller der Leſer mag es kaum glauben war der Verfaſſer ſelbſt.... Schreiber dieſes war ſo glücklich, einen Brief zu leſen, welchen Alfred de Muſſet, einige Stunden nachdem er den Beſtürmungen des Theaterdirectors Bocage, ihm die Er laubniß der Aufführung zu ertheilen, nachgegeben, an einen Freund ſchrieb. Dieſer Brief iſt ein merkwürdiger Beleg der vielfach ausgeſprochenen Behaup⸗ tung, daß Schriftſteller ſelten den Werth ihrer eignen Arbeiten richtig zu ſchätzen wiſſen. Er lautet:

Ich werde Sie ſicherlich mit einer Neuigkeit überraſchen, die mir eben ſo neu noch erſcheint, obgleich ich ſie ſeit heute früh kenne. Un caprice ſoll im Odéon aufgeführt werden! Sie lachen?..Nein in allem Ernſt! ich wiederhole es Ihnen! Was dieſer Bocage für barocke Ideen hat! Er bildet ſich ein, daß ſo etwas auf der Bühne gefallen könne! Unſinn! Das Publicum wird ſich fragen, ob man es verhöhnen wolle! Sie wiſſen, wie das Ding entſtand es ſollte eine Novelle werden, da jedoch zu wenig Stoff darin war, hab' ich die Erzählung in Dialogform gebracht. Voilà tout! Und jetzt ſoll es geſpielt werden wahrhaftig ich kann mich nicht darin finden. Ich hatte vor, noch einige kleine Erzählungen auf eben dieſe Art ganz sans façon niederzuſchreiben, aber jetzt, wenn ich daran denke, daß man mir wieder ſolch einen Streich ſpielen könnte, werde ich es ſchönſtens bleiben laſſen. Doch ich hoffe, daß das Publicum mir Recht geben und tüchtig pfeifen wird. Kommen Sie nur ja nach Paris, damit wir dann beide dem Tattet Rechenſchaft abfordern können. Denn er und kein anderer hat den Bocage auf mein armſeliges Caprice gehetzt ꝛc. ꝛc.

Von allen Stücken Alfred de Muſſets hat ſich gerade Un caprice allein ſtets friſch erhalten, und wird in Paris, ſelbſt nach beinahe dreißig⸗ jährigem Erfolg, noch wenigſtens 1015 Male jährlich aufgeführt.

Sa-w. Hundetreue.

Eines Tages ſchlenderte ich längs der Quais von Genf, als ich einen Mann ganz in meiner Nähe erblickte, der einen Hund an einer Kette führte. Das arme Thier war in augenſcheinlicher Aufregung und Angſt, verſuchte aber nicht, ſich gegen ſeinen Führer zu ſträuben oder zu wehren; nur zuweilen blickte es bittend zu ihm empor und verſuchte um ſeine Füße zu ſchwänzeln,

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als ob es ihn anflehen wollte.Armes Thier, ſagte der Mann vor ſich hin;

Zur Bereitung der Molken bedient man ſich verſchiedener, be⸗ ſonders ſaurer Subſtanzen, welche alle die Eigenſchaft haben, den Käſeſtoff aus der Milch niederzuſchlagen. Die Körper, die am ge⸗ wöhnlichſten zugeſetzt werden, ſind Eſſig, Citronenſäure, Weinſtein, Alaun und Kälberlaab. Von letzterem, welcher den Vorzug verdient, wird ein fingerlanges, getrocknetes Stück mehrere Stunden lang in einer Taſſe Waſſer eingeweicht, und von der ſo geſäuerten Flüſſigkeit 3 Theelöffel voll in ein Quart roher abgerahmter Milch geſchüttet. Wird dieſe nunmehr auf einen warmen Ort, wo ſie nur warm werden, nicht kochen darf, geſtellt, ſo geht allmählich der Gerinnungsproceß vor ſich, und der Käſe fällt zu Boden. Beim Durchgießen durch Flor erhält man dann die klare, ſüße Molkenflüſſigkeit. Dies Verfahren iſt etwas umſtändlich. Schneller kann man ſich die Molken ver⸗ ſchaffen, wenn man die vorher abgerahmte Milch kochen läßt und während des Kochens eine der oben genannten Subſtanzen von Wein⸗ ſtein oder Alaun 1 Quent, von Eſſig und Citronenſäure 6 Quent auf das Quart Milch hinzuſetzt. In vielen Apotheken hält man auch Kälberlaabpräparate in Form von Paſtillen oder Eſſenzen vor⸗ räthig.

Was den Gebrauch der Molken anbelangt, ſo trinkt man die⸗ ſelbe nur morgens nüchtern, fängt mit einigen Gläſern an, ſteigt bis zu einem halben Quart und darüber, und macht ſich fleißige Be⸗ wegung im Freien. Die Diäät iſt im ganzen die der Milchkur.

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es ſcheint zu ahnen, was ihm bevorſteht.Was ſteht ihm denn bevor? fragte ich.Ei Herr, ich gehe, ihn zu erſäufen.Warum wollt Ihr

das thun? Seid Ihr der Herr des Hundes?Verſteht ſich, und er iſt

alt armer Ponto, es thut mir recht leid, aber es muß geſchehen.

Der Hund wimmerte leiſe und kauerte ſich zitternd dicht an ſeinen Herrn.Er ſcheint gar nicht ſo alt zu ſein, und es iſt doch grauſam, einen Hund zu erſäufen, erwiderte ich.Herr, er iſt ganz nutzlos, und ich kann ihn nicht ernähren. Dabei band er ein kleines Boot los, hob den Hund in daſſelbe und ruderte eine Strecke in den See hinein. Als er ein gutes Stück vom Ufer entfernt war, hob er den Hund plötzlich in die Höhe und warf ihn mit voller Kraft in das Waſſer. Er mochte ſich indes wohl über deſſen Alter und Schwäche getäuſcht haben, denn das Thier tauchte ſogleich wieder empor und ſchwamm dem Boote muthig nach. Der Mann ſtieß es mehrere Male mit dem Ruder weg, zuletzt wurde er ganz ungeduldig, ſtand auf, holte zu einem gewaltigen Schlage aus, verlor dabei das Gleichgewicht und ſiel ſelbſt in das Waſſer. Er konnte nicht ſchwimmen und wäre verloren geweſen, wenn nicht ſein eben noch von ihm gemißhandeltes Thier alles aufgeboten hätte, ihn zu retten. Der treue Hund ſchwimmt zu ihm heran, packt ihn feſt am Rockkragen, hält ihn über Waſſer und wacht ſo über ſein Leben, bis ein vom Ufer zu ſeiner Rettung entſendetes Boot ihn erreicht und ihn halb bewußtlos aufnimmt. Der Hund aber kauert ſich neben ihn, heult, bellt, leckt ſeine Hände und ſein Geſicht in der größten Aufregung und Hingabe.

Als er das Ufer erreichte und bald danach die Augen aufſchlug, konnte ich mich nicht enthalten, an ihn heranzutreten und ihn zu fragen:Haltet Ihr ihn nun noch für nutzlos dieſen alten Hund?

Ich denke, er verdient einen beſſeren Herrn! ſagte ein Herr, der dem ganzen Vorfall beigewohnt hatte, und machte dem Geretteten ein glänzendes Gebot auf ſeinen Hund, aber der Mann umfaßte ſein Thier und ſagte kurz: Nein, Herr, niemals, ich hatte Unrecht jetzt, ſo lange ich eine Brotrinde habe, will ich ſie mit meinem armen Ponto theilen.

Der Mann hat ſein Wort gehalten und ſeinen Hund treu bis an deſſen Lebensende gepflegt. C. B.

Derkleine General und ſeine Frau.

In dieſen Tagen wurde in Paris ein Act ſpäter Gerechtigkeit geübt; der edlen Gemahlin des erſten Napoleon, Joſephine, ward eine Statue unweit von demArc de l'Etoile errichtet. Sie iſt dargeſtellt im Coſtüm ihrer weit⸗ in einer höchſt anmuthigen Poſitur, wie ſie ſich auf einen Säulenſchaft

ehnt.

Wer denkt nicht unwillkürlich bei dem Anblicke dieſes Denkmales an den erſten Act jenes Dramas, das ſo tragiſch geendet?

Es iſt bekannt, wie Joſephine Taſcher de la Pagerie, die Wittwe des Generals Beauharnais, den jugendlichen General Bonaparte kennen lernte. Ihr Sohn Engen, der den Commandanten der Pariſer Armee am 27. October 1795 um die Erlaubniß bat, den Säbel ſeines Vaters behalten zu dürfen trotz des ertheilten Entwaffnungsbefehles, verſtand es die Aufmerkſamkeit des künftigen Kaiſers dergeſtalt zu feſſeln, daß Bonaparte am 30. October ſelbſt zu Eugens Mutter ging, um ihr die nachgeſuchte Erlaubniß für ihren Sohn perſönlich zu überbringen. Von da an ſahen ſie ſich öfter, und am 1. März 1796 begaben ſie ſich in Begleitung des Aide⸗de⸗Camp Lemarois zu dem Notar Raguideau, einem wackeren Manne und Freunde der Beauharnais, den die Wittwe des republikaniſchen Generals um Rath fragen wollte.

Joſſphine trat allein in das Cabinet des Notars, vergaß aber die Thüre hinter ſich zu ſchließen, ſo daß ihr Verlobter alle Einwände hören konnte, die Raguideau gegen die beabſichtigte Heirath machte.Was! Sie wollen den Bonaparte heirathen, einen kleinen General, der nichts hat als ſeinen Mantel