Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
557
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Stillleben in bewegter Zeit.

Das Kindesalter iſt ein wichtiges Alter. Kinder nicht auch zuweilen ein ganz wichtiges Anſehen haben, wie das kleine Mädchen auf unſerem Bilde? Es iſt gar zu reizend, dem jungen Völklein zuzuſchauen, wenn es ſich in irgend einem Winkel von Papas Studirſtube ſeine Miniaturwelt herrichtet. Da holt ſo ein junges Mäuschen, das eben erſt zu trip⸗ naa peln angefangen, Jh htisg 6 ein Buch, faſt ſo 8 5 ſ groß, als es ſelbſt, egme baut es ganz vor⸗ ſcfaaae ſichtig auf den 1 Schemel, trägt ein e 1n Fußbänkchen her⸗ 4 bei, ſetzt ſich davor und blickt mit einem ganz poſſir⸗ lichen Ernſte in die aufgeſchlage⸗ nen Seiten, mur⸗ melt dazu, als ob es leſe, blättert um und geberdet ſich ganz wie ſein Papa. So ein Buch iſt ihm die Quelle des aller⸗ mannigfaltigſten, nimmer ermüden⸗ den Vergnügens, worin freilich Pa⸗ pas Anſichten oft von den ſeinigen etwas abweichend ſind, da bei aller Behutſamkeit der kleinen Finger denn doch hie und da ein Blatt zum Opfer fällt. Aber was ſonſt nie⸗ manden geſtattet

wäre, darf ſich das Neſtkükchen kühn erlauben;

das wird nicht nur von der Ma⸗ ma, ſondern auch von dem Papa trotz ſeines Pro⸗ teſtes! gar zu gern ein wenig verzogen. Oder die Fußbank wird ſelbſt zum Tiſche, an dem es ſich auf dem Boden niederläßt und nun aus Bauſteinen oder anderem Spielzeug ein buntes, mannigfaltiges Leben mit wichtiger Miene und regem Ernſte aufbaut. O ſtöre nicht ſein Weben, O ſieh nur heimlich hin, Wie wunderſeltſam waltet Das zarte Händchen drin!

Wie überwacht das Auge Die Habe allerwärts,

Wie ſchwebt mit Sorg' und Liebe Ob ſeiner Welt das Herz!

Und wie viel anmuthender noch wird dieſer Anblick, wenn das Spiel zugleich eine ernſte Bedeutung hat, wie in den ſchweren Kriegs⸗ zeiten, deren Jahrestage mit allen ihren erhebenden und betrübenden Erinnerungen jetzt bald nahen, und die wir um ſo ungeſtörter werden feiern dürfen, als Gottes Hand ihre bereits drohende Wiederholung. ſo eben gnädig von uns abgewendet hat.

Warum ſollten die

Stilllebens.

1MG-

Die kleine Samariterin.

Originalzeichnung nach ſeinem Bilde von F. Wieſchebrint

Wir haben öfters in dieſen Blättern der Friedenswerke der Fraueni im Kriege rühmend gedacht, und gewiß wird ihr Lob fort und fort erklingen, ſo lange die Heldenthaten der Männer geehrt und ge⸗ feiert werden. Aber auch der Kinder ſollte nicht vergeſſen werden. Auch ſie haben treulich mitgeholfen und mitgeſchafft an der Arbeit der Mütter und älte⸗ ren Schweſtern. Während die letz⸗ teren Binden zu⸗ geſchnitten und genäht, haben ſie mit ihren zarten Fingerchen uner⸗ müdlich Charpie gezupft für die Wunden der Krie⸗ ger im Felde. Sieh nur, wie flink es dem klei⸗ Gehſ nen Fräulein da M K vor uns von der M 5 W ah ah Hand geht, und 1 1 wie das Körbchen zu ſeinen Füßen mit dem blendend⸗ weißen, ſchaum⸗ artig emporſtei⸗ gendenGefäſel wie man das Fremdwort ver⸗ deutſchen könnte ſich zuſehends füllt.

Während die Frauen im Hin⸗ tergrunde die Schreckensnach⸗

richten vom

Schlachtfelde aus⸗ tauſchen, die eine thränenden Auges und mit gerunge⸗ nen Händen ihrer

vorleſenden

Freundin zuhört, läßt das arbeiten⸗ de Kind ſich gar nicht ſtören, ſon⸗ dern fährt ruhig in ſeiner wichti⸗ gen Arbeit fort. Vielleicht iſt es ſein Vater oder ſein Bruder, über den eine Trauer⸗ botſchafteingelau⸗ fen Duweißt es nicht, harmlos glückliches Kind, und erſt die Thränen Deiner Mutter werden auch Deine Augen zum Weinen bringen, aber raſcher als ſie wirſt Du auch das Leid und den Schmerz vergeſſen. Schnell verſiegen ja die Thränen der Jugend, und tiefe Wunden ſind ihr unbekannt.

Im Andenken an den Saus und Graus des Kriegsgetümmels ruht unſer Auge gern und lange auf dieſem friederfüllten Bilde des Und unwillkürlich reiht unſere Phantaſie ein zweites Bild daran, wo die weinende Frau andere Thränen vergißt, während ſie jubelnd dem heimgekehrten Gemahle entgegeneilt und das Kind mit dem jetzt ſo ernſt brütenden Hunde dem ſieggekrönten Vater und Herrn um die Wette entgegenſpringen. Nicht wahr, ihr Kinder, die ihr das erlebt habt und jetzt durch unſer Bild daran erinnert werdet, das war eine Freude? R. K.

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