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nuß, den freilich jede, auch die beſte Ueberſetzung ſchwächt, denn die altlateiniſche Kirchenſprache hat durch Vermählung mit dem Ton der heiligen Schriften eine Einfalt, eine Tiefe, einen Schwung und Wohl⸗ laut empfangen, den die alten Tonkünſtler wohl zu würdigen verſtanden, wenn ſie ihre Oratorien lieber noch in dieſer, als in der italieniſchen Sprache componirten. Aber den Doppeleindruck von eben ſo viel himmliſcher Schönheit als Wahrheit kann keine Ueberſetzung aus⸗ löſchen: jeder wird aus der Offenheit, mit der Auguſtin ſpricht, aus dem Abſcheu, mit dem er die Sünde brandmarkt, aus der Liebe, mit der er ſich in Gottes Dienſt und Willen verzehrt, den Eingang des Ganzen wieder und durchklingen hören:„Groß biſt Du, o Gott, und ſehr löblich, und loben will Dich der Menſch, ein Theil Deiner Creatur, Du erweckſt ihn, daß er an Deinem Lobe ſich freut.“
Auguſtin zeigt uns, was zum Bekennen im Sinne des 32. Pſalms gehört. Bekennen kommt nicht aus heiler Haut, ſondern lernt ſich nur in der Schule eines höheren Geiſtes. Der Drang, nicht blos ſich zu äußern, ſondern zu bekennen, iſt ein allgemeiner, aber wie carikirt macht er ſich geltend! Dem Gletſcher in ſeiner Reinlichkeit genügt ein Naturproceß, um nach Jahr und Tag die Steine und den Schutt wieder auszuſtoßen, die ein Bergſturz oder ſonſt ein Zufall ihm beigemiſcht hat. Aber der Menſch kann nur an einer höheren Hand und vor einem höheren Auge dieſe Selbſtbefreiung im Bekennen vollziehen.
Rouſſeau beichtete nicht ſeinem Gott, ſondern ſeinem Publicum, Rouſſeau beichtete auch nicht zu Gottes, ſondern zu ſeiner eigenen Ehre. Der Buchhändler Roy hatte ihn aufgefordert, Memoiren zu ſchreiben. Rouſſeau beſchloß, mehr als Memoiren zu geben, er wollte ein Werk ſchaffen, das einzig wäre durch beiſpielsloſe Wahrhaftigkeit, damit man wenigſtens einmal einen Menſchen ſo ſähe, wie er in ſei⸗ nem Innern beſchaffen iſt. Vinet ſagt ſchneidend wahr bei dieſer Gelegenheit:„Mancher Menſch will lieber Schlechtes als gar nichts von ſich erzählen.“ Auch bei Rouſſeau dieſelbe Eitelkeit. Er nennt das Buch geradezu das nützlichſte Unternehmen für die Tugend, das je ein Sterblicher vollbracht hat. Dabei rechnete er ſo: gäbe er das Böſe zu, ſo müſſe man ebenſo bereit ſein, auch das Gute zu glauben, das in ihm ſei, der letztere Eindruck würde überwiegen, dieſe Art Selbſtapologie würde eine Vernichtung ſeiner Feinde ſein, die Menſchheit ſollte wenigſtens nach ſeinem Tode einſehen, was ſie an ihrem Rouſſeau gehabt. Widerwärtig, wie er ſich beſtändig lob⸗ hudelt, wie ſophiſtiſch er Eingeſtändniſſe beſchönigt und durch dieſe Beſchönigung wieder zurückzunehmen verſucht, unverzeihlich, wie er anderer Leute Geheimniſſe, die ihm gar kein Mandat zu Veröffent⸗ lichungen gegeben haben, bloßſtellt, oft ſolche gerade, von denen er Wohlthaten empfangen hat, er, der beſtändig über Verrätherei gegen das Vertrauen ſchreit! Empörend endlich, wie er die an⸗ ſtößigſten Dinge lachenden Mundes erzählt und oft Schandthaten in Romanfarbe kleidet, Grund genug, um jedem die Lectüre dieſes Buches zu widerrathen, wen nicht Beruf dazu führt, ſei es ein pſychologiſches oder ein culturhiſtoriſches Intereſſe, etwa damit man ſich überzeuge, welchem Lootſen die Hälfte der europäiſchen Menſch⸗ heit ſich am Ende des vorigen Jahrhunderts anvertraut hat trotz Klippen und Sandbänke.
Bekanntlich iſt Rouſſeau eine Zeitlang auf dem Gebiete der Pä⸗ dagogik Tonangeber geworden durch ſein Werk„Emil“. Seine Confeſſionen laſſen deutlich erkennen, daß mit dem Hauptſatz:„Der Menſch iſt von Natur gut, wird aber durch die Geſellſchaft verdorben“, der ſowohl dem„Emil“ als dem„Contrat ſocial“, den ich den Col⸗ lectiv⸗Emil nennen möchte, weil er eigentlich im großen Ganzen nur eine Wiederholung des Aufwachſens des Einzelnen in der Wildniß darſtellt— daß, ſage ich, Rouſſeau im Grunde damit ſein eigenes Leben nach den dunklen Seiten hin rechtfertigen, nach allen andern Be⸗ ziehungen zum Muſter erheben wollte, weil er ſo lange unverdorben geweſen ſei, bis er mit der Geſellſchaft in Berührung gekommen. Wie aber ſtand es mit Rouſſeaus Beruf zum Pädagogen des Menſchen und der Menſchheit? Eine Zeitlang fungirte er als Hauslehrer in Lyon. „Mein ſanftes Naturell würde mich für dieſen Beruf geſchickt ge— macht haben, hätte nicht mein Aufbrauſen darunter gedonnert. So lang alles gut ging, war ich ein Engel, aber ich war ein Teufel, wenn es ſchlecht ging. Verſtanden mich meine Zöglinge nicht, ſo war ich außer mir, zeigten ſie Bosheit, ſo hätte ich ſie gerne umge⸗ bracht. Der eine triumphirte nie beſſer über mich, als wenn er mich
dann war er der Wei ———————
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loren gehe.“
ich aber das Kind. Was] der Kirche, dieſer Mitbürger im himmliſchen Jeruſalem, daß ihnen
half mir's, das Böſe zu ſehen, wenn ich mich nicht aufs Heilen des⸗ ſelben verſtand?“
Ich denke, wir haben genug an dieſer Pädagogik. Und doch nicht genug! Was ſagen wir zu Rouſſeaus pädagogiſchen Talenten, was zu ſeinen Verherrlichungsverſuchen in Betreff der zarten Bande der Natur, wenn wir erfahren, daß er ſeine fünf Kinder ins Findel⸗ haus geſchickt hat?— das einzige, dem er eine Erkennungsmarke mit⸗ gab, war ſpäter auch nicht mehr herauszufinden. Schändlicher, als dies Betragen, iſt nur noch der Verſuch, es zu rechtfertigen.„Ich habe mich irren können, aber nicht verhärten. Mein Fehler iſt groß, aber er iſt ein Irrthum. Wie haben ſich die Barbaren meine Handlungsweiſe zu Nutze gemacht, wie gehäſſig dies ans Tageslicht gezogen! Wie haben ſie ſich bemüht, mich als einen entmenſchten Vater zu zeichnen, weil ich— zu beklagen(!) war. Nicht aus dem Grunde meines Charakters kam dieſer Fehler, er war das Werk meines Unglücks!“ Wohl hätte er Reue ſeitdem gefühlt, aber ſeine Vernunft verſichere ihm, es wäre gut ſo, am Ende hätte man die Kinder nur noch Haß gegen ihre Eltern gelehrt in dieſer verderbten Welt, übrigens müßte er wünſchen, daß ihn ſein Vater eben ſo erzogen haben möchte. Und nun erhebt er eine giftige Anklage gegen die, welche ſein Vertrauen gemißbraucht und ſeine Ausſetzung der Kinder weitergeſagt und dadurch die Freundſchaft verletzt hätten,—„dieſen heiligſten aller Verträge.“ Wohlverſtanden, die Freundſchaft gegen Rouſſeau brechen, das iſt eine Schändung der Natur, aber wenn Rouſſeau ſeine Kinder auf die Straße wirft, das iſt ein Irrthum!— Nur eines weiß ich als eine Minderung dieſer ungeheuren Schuld anzuführen, die, wie geſagt, durch die Rouſſeauſche Entſchuldigungs⸗ weiſe viel furchtbarer wird— Rouſſeau hat eigentlich nie ein Elternhaus gehabt, die Mutter ſtarb bei ſeiner Geburt, der Vater hat ſich nie ernſtlich um ihn bekümmert, das einzige, was er that, war, mit dem noch nicht ſechsjährigen Kende Romane zu leſen. Der Vater hatte nicht einmal eine Warnung für ſeinen Sohn, als er ihn bereits auf entſchieden ſchlechten Wegen ſah. Dieſe Art von Vaterherz ging auf den Verwahrloſten über.
Das iſt allerdings ein unſchätzbarer Vorzug, den Auguſtin, um dereinſt ſo ganz andere Dinge und in ſo anderer Weiſe ſagen zu kön⸗ nen, vor ſeinem Mitbekenner Rouſſeau voraus hat— eine gläubige Mutter, die chriſtliche Matrone, das Vorbild der Frauen, Monica! Ihre Geſtalt iſt nächſt der des Sohnes die hervorragendſte in den Confeſſionen, mit aller Zartheit gezeichnet, deren die Pietät fähig iſt, im Bewußtſein einer unabtragbaren Dankesſchuld, denn ihr verdankt Auguſtin nächſt Gott ſeine Rettung:„Die mich dem Fleiſche nach in dies zeitliche Leben gebar, die gebar mich auch mit viel größeren Schmerzen an das ewige Licht.“ An allen Orten ſtrömen ihre Thränen und Gebete für des Sohnes Heil. Ich darf jene Antwort als bekannt vorausſetzen, die ein alter Biſchof der bekümmerten Mutter gab:„Es iſt nicht möglich, daß ein Sohn von ſo viel Thränen ver⸗ Bekannt auch jenen Trau, in welchem ein Engel der Monica zurief:„Wo du ſtehſt, ſteht auch er.“ Als Auguſtin dieſen Traum hörte und der Mutter zu verſtehen gab, es würde wohl eine Aenderung ihrer Sinnesart zu der ſeinigen bedeuten, rief ſie lebhaft, „nein, er hat nicht geſagt, wo der Sohn, da wird die Mutter ſtehen, ſondern umgekehrt,“ eine Antwort, die durch ihre Schnelligkeit einen größeren Eindruck auf ihn machte, als der Traum ſelbſt. Um ein ungebundenes Leben zu führen, wollte der Sohn von Afrika fliehen. Die Mutter ahnte es und flehte um Verhinderung der Flucht. Aber während ſie in der Grabeskirche des Märtyrers Cyprian betend lag, gerade da eilte der Sohn davon, er floh— und floh ſeiner Rettung entgegen.
„Du haſt, Gott, nicht gethan, was ſie damals bat, um zu erhören, was ſie ſtets erbat.“ Sie ſollte ſelbſt noch Zeugin der Taufe ihres Sohnes in Mailand ſein. Im 9. Buch theilt er die tröſtliche Unterredung mit, die Mutter und Sohn in Oſtia hatten, kurz vor ihrem Hinſcheiden, ein Geſpräch vom Licht der Ewigkeit umſtrahlt. Der Tod im fremden Lande ſchreckte ſie nicht mehr. „Was thu ich hier, ſeit all mein Wünſchen erfüllt iſt. Begrabt mich, wo ihr wollt, nur daß ihr meiner vor des Herrn Altar gedenkt.“ Treulich hat Auguſtin danach gehandelt. Nachdem er die herrlichſte Lobrede auf ſie gehalten, bittet er alle ſeine Leſer, alle denen er je zum Segen geweſen, ſie möchten vor Gottes Altar ſeiner Mutter und ſeines Vaters gedenken,„dieſer beiden Glaubensgeſchwiſter durch das Band
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