Jahrgang 
27-38 (1867)
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Schon zu jener Zeit beſaß der junge Officier ein bedeutendes Vermögen von 30, einige ſagen ſogar von 50,000 Franken jährlicher Einkünfte, und da er gerade nicht ſehr ſparſam lebte, ſo konnte er hiermit eine Rolle ſpielen, welche die ſeiner Kameraden und Vorge⸗ ſetzten bei weitem überragte. Dieſes mißfiel; nicht, daß Neid gegen ihn unter ſeinen Kameraden herrſchte, aber man behauptete, und nicht mit Unrecht, daß er ſeinen unbemittelten Vorgeſetzten gegenüber etwas beſcheidener auftreten könne, und nicht mit einer gewiſſen Art von Wohl⸗ gefallen ſeine echten Racepferde auf dem Corſo zeigen ſollte, während der General, deſſen Adjutant er war, auf einem gewöhnlichen Gaule neben Dem jungen Hauptmann wurde die Mißbilligung ſeiner Kameraden bekannt er ſah deren Grund wohl ein und er beſchloß, durch einen Act großer Munificenz die Mißſtimmung zu zerſtreuen. Am erſten Neujahrstage morgens ſtanden die zwölf engliſchen Pferde Mac Mahons in den Ställen von zwölf Hauptleuten des 23. In⸗ fanterieregiments, welches gerade in Dijon in Garniſon lag jedes hatte ſein Sattelzeug und am Sattel die Viſitenkarte des Grafen an⸗ geſteckt mit der Unterſchrift:pour souhaiter une bonne année. Am ſelben Tage erſchien er ſelbſt auf einem Remontepferde bei der Parade. Dieſes faſt fürſtliche Geſchenk mochte wohl einen Werth von 50,000 Franken haben.

Sonderbarer Weiſe wurde die Abſicht des Gebers gänzlich miß⸗ deutet; man ſah nur einen erhöhten Grad von Renommage darin, und als die Zeitungen erſt das Geſchehene berichteten und mit den nöthigen Randgloſſen begleiteten, ſah ſich der Kriegsminiſter veran⸗ laßt, einzuſchreiten, forderte einen Rapport über den Hauptmann, der, wie man ſagt, nicht ſehr günſtig ausfiel und im Jahre 1835 er⸗ hielt der junge Officier eines Morgens ganz unerwartet den Befehl ſich nach Africa einzuſchiffen. Man erzählt, daß nur die Scheu vor Mißdeutungen ihn bewogen, ſein ſchon aufgeſetztes Entlaſſungsgeſuch zu vernichten, und in einem Briefe an einen Freund gab er dieſem die Verſicherung, daß er nach der erſten Schlacht, der er in Algerien bei wohnt, ſich aus dem Militärdienſte zurückziehen würde.

Wie viele junge Officiere haben wohl ſchon in einem Augenblick des Mißmuthes und weil ſie ſich ungerecht behandelt glaubten, ſolchen Entſchluß gefaßt, und wie viele haben in ſpäteren Jahren ſich Glück wünſchen können, ihn nicht ausgeführt zu haben!

So auch Mac Mahon; im Jahre 1837 finden wir ihn beim Sturm auf Conſtantine als Adjutant des Generals Damremont fungiren und ſehen ihn ſchwerverwundet an der Seite ſeines Chefs vom Pferde ſtürzen, wenige Augenblicke bevor jener den tödtlichen Schuß erhält, der die belagernde Armee ihres ſo bewährten Generals beraubt; und 1840 zeichnete er ſich als Adjutant Changarniers durch perſönliche Tapferkeit ſo ſehr aus, daß er zum Major im Ge⸗ neralſtabe befördert wurde.

Eine ſehr günſtige Wendung ging jetzt in der Carriere Mac Mahons vor ſich; das Bureauleben des Generalſtabes ſagte ihm nicht zu wiederum war er in Colliſion mit einigen Vorgeſetzten gekom⸗ men, die ihm ſeine Renten durchaus nicht verzeihen wollten; er ver⸗ langte aus dem Generalſtabe auszuſcheiden und in die Infanterie einzutreten. Solchem Verlangen wird gewöhnlich mit großer Be⸗ reitwilligkeit nachgekonmmen; ſeine Eingabe wurde zuſtimmend be⸗ antwortet, und in Rückſicht auf ſeine perſönliche Tapferkeit gab man auch ihm das Commando eines der neu errichteten Bataillone der Chasseurs d'Orléans des zehnten.

Die eigentliche Leiſtungsfähigkeit Mac Mahons tritt jetzt erſt in ihrem wahren Lichte hervor. An der Spitze eines Bataillons, mit dem er in gewiſſen Grenzen ſchalten und walten kann, wie es ihm beliebt, erzielt er außergewöhnliche Reſultate, und hier kommen ihm endlich die vielgeſchmähten Renten trefflich zu Statten. Am erſten Tage ſeines Commandos ſchon erklärt er den Officieren ſeines Bataillons, daß er in ſeinem Corps keine Officiere haben wolle, die Schulden hätten, läßt ſich von ſämmtlichen ein Verzeichniß ihrer Schulden geben, fordert das Ehrenwort dieſer Herren, daß ſie ihm alles angegeben... und bezahlt am nächſten Morgen 12,000 Franken für die Officiere ſeines Bataillons. Die Menage der Leute wird von ihm einer gründlichen Reviſion unterworfen und, Dank ſeinen Zuſchüſſen, die beſte der Diviſion; er beſtraft wenig, aber aus⸗ nahmsweiſe hart und ſtets mit einer faſt peinlichen Gerechtigkeit. Auf ſolche Weiſe hat er ſich bald des Geiſtes ſeines Bataillons be⸗ mächtigt, und die Leute, die in Wirklichkeit viel ſtrenger behandelt werden, als alle anderen, finden dennoch ein unausſprechliches Gefühl

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von Genugthuung darin, einen ſolchen Commandanten zu haben. Er verlangt aber auch Unmögliches von ihnen... und ſie leiſten es ihm zur Liebe, ihm zur Ehre! Auf einen Marſch nach dem Tell er⸗ bittet er ſich fünf Tage lang die Vorpoſten, und am ſechſten führt er mit brillanter Bravour ſein Bataillon ins Feuer! Sein Avance⸗ ment iſt ſeitdem über alle Maßen rapid 1842 wird er Oberſtlieutenant 1845 Oberſt und 1848 Brigadegeneral... zu 39 Jahren, nachdem er 8 Jahre vom Hauptmann zum Major gebraucht. Die Republik hatte ſich ſeiner Sympathien mehr zu er⸗ freuen, als der des Generals Canrobert, und in einigen von ihm auf⸗ bewahrten Kundgebungen ſchlägt der Edelmann vollſtändig den Ton einesBürgergenerals an. Jedoch der Staatsſtreich fand in ihm wiederum einen unbegrenzten Anhänger, und nachdem er an der Expedition von 1851 1852 Theil genommen und ſich aufs neue durch ſeine brillante Tapferkeit hervorgethan, wurde er im letztge⸗ nannten Jahre Diviſionsgeneral und Commandant der Provinz Conſtantine.

Schon jetzt erhoben ſich viele Stimmen, welche mit einem be⸗ geiſterten Enthuſiasmus von dem trefflichen General ſprachen und ihm in den zukünftigen Feldzügen des Kaiſerreichs eine glänzende, vielleicht die glänzendſte Stellung prophezeiten; jedoch gab es auch andere, die obgleich in großer Minderzahl, kopfſchüttelnd be⸗ haupteten, daß Mac Mahon nur in Afrika überhaupt etwas zu leiſten fähig wäre. Bei der Krimexpedition trat letztere Partei in den Vordergrund, und Mac Mahon erhielt kein Commando. Man kennt den Verlauf der Dinge und weiß, wie Canrobert das Obercommando dem General Peliſſier übertrug. Dieſer letztere ein Mann, der vielleicht in der ganzen franzöſiſchen Geſchichte ſeines Gleichen ſucht, dem jegliche Generoſität ebenſo fremd war wie jegliches Mitleid, konnte nicht allein die Charakterfeſtigkeit Canroberts, welcher ein Commando unter ihm annahm, nicht würdigen, ſondern die Popu⸗ larität despère des soldats berührte ihn unangenehm ihn, der Furcht und Haß ſtets zur Seite gehabt und der ſich cyniſch rühmte (in Gegenwart des Schreibers dieſer Zeilen),daß das Gefühl der Verehrung ihm fremd, daß er ſeit ſeiner Kindheit noch keinen Menſchen geachtet, und daß es ihm gleich ſei, ob man ihn achte oder nicht, wenn man ihn nur fürchte.

Wie geſagt die Gegenwart Canroberts bei der Armée d'Orient war ihm unbequem, und in einem Schreiben, das zu ſeiner Zeit durch Indiscretion veröffentlicht wurde, behauptete er, Malakoff nicht ſtürmen zu können, wenn Mac Mahon nicht die erſte Diviſion commandire.

Ruhig und würdig legte Canrobert auch dieſes Commando nieder und übergab es ſeinem Nachfolger; doch dieſer ſchien die Größe des ſcheidenden Generals zu fühlen, denn beim Abſchiede ſagte er zu ihm in Gegenwärt ſämmtlicher Officiere:

General, ich erkläre hiermit öffentlich, daß, wenn das Kriegs⸗ glück mir hold iſt, und ich mit Ihrer Diviſion Erfolge erringe, Ihnen der größte Theil derſelben gehört, denn Sie haben die Armee ſo er⸗ halten, daß ſie überhaupt noch zu kämpfen fähig iſt!

Welchen Antheil Mac Mahon an dem Ruhmestage gehabt, iſt allbekannt. Seiner Tapferkeit und Energie gelang es, die geniale Schöpfung Tottlebens den Thurm von Malakoff zu erſtürmen und ſo factiſch den Fall Sebaſtopols herbeizuführen. Weniger be⸗ kannt mag es ſein, daß im Augenblicke, wo Mac Mahon triumphirend die Zinne der eroberten Veſte beſtieg, ein Adjutant Peliſſiers athem⸗ los herangeſtürzt kam nnd den Befehl brachte, augenblicklich den Thurm zu verlaſſen, da er minirt und durch einen elektriſchen Draht mit der Stadt in Verbindung ſei.

In dieſem Augenblicke war Mac Mahon ein wirklicher Held in dem Augenblicke, wo vielleicht der Boden unter ſeinen Füßen ſich öffnen und er und ſeine Diviſion von der explodirenden Mine gen Himmel geſchleudert werden konnte, erwiderte er ruhig und kalt:

Sagen Sie dem General, er möge den Truppentheil beſtim⸗ men, der, wenn ſeine Prophezeiung ſich erfüllt, die Trümmer von Malakoff beſetzen ſoll; dieſe Stelle iſt der Schlüſſel der Krim, von hier darf die franzöſiſche Fahne unter keinen Umſtänden weichen!

Die Furcht Peliſſiers war vollſtändig gerechtfertigt, und hätte nicht ein Zufall obgewaltet, ſo wäre der heldenmüthige General nebſt ſeiner Diviſion das Opfer ſeiner Soldatenpflicht geworden. Ein Sappeur, welcher die Aufgabe hatte, mit vielen anderen eine Palliſade umzuhauen, zerhieb zufälliger Weiſe mit ſeinem Beile den

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