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Hafen, da liegen wohl ein Paar Schiffe, aber von dem munteren, führigen Treiben, wie ich es noch von Königsberg und Memel her in riiſcher Erinnerung hatte, keine Spur.—„Ja, ſehen Sie,“ ſagte mir ein Libauer Kaufmann, den ich um die Aufklärung dieſer ſelt⸗ ſamen Erſcheinung befragte,„an unſerem Hafen wird nun ſchon ſeit Jahren gebaut, und wenn er auch fertig iſt, ſo werden wir es doch zu Lichts Rechtem bringen, Riga und Petersburg nehmen uns alles fort. Zu Gunſten dieſer beiden Städte hat man den kleinen Oſtſeehäfen ſen Handel mit vielen Artikeln ganz verboten. So iſt z. B. in Windau ellmählich ſo viel von der Importliſte geſtrichen, daß nur noch Süd⸗ rüchte, Affen und Cremoneſer Geigen übrig blieben. Und dann fehlt ens eine Eiſenbahn nach Litthauen.“
Trotzdem iſt Libau die Perle der Städte Kurlands, die Haupt⸗ kadt Mitau gar nicht ausgenommen. Von allen hat Libau das am nneiſten deutſche Gepräge. Das jüdiſche Element, das ſich in den ibrigen Städten und Flecken auf die widerwärtigſte Weiſe breit macht, rritt hier beſcheiden in den Hintergrund; eine ungleich größere Nettig⸗ ſeit und Sauberkeit iſt die unmittelbare Folge davon. Zugleich macht ſas Ganze den Eindruck einer behaglichen, ſoliden Wohlhabenheit, vährend unſer Auge ſonſt durch die ſchreiendſten Contraſte beleidigt wird. Am ſchärfſten tritt das in Mitau zu Tage, wo ſich der blen zende Glanz der kuriſchen Ariſtokratie inmitten der ſchmutzigen, düſtern Armuth eines zahlreichen jüdiſchen Proletariats entfaltet, wo der randioſe, impoſante Bau des alten Herzogspalaſtes auf ein ſo bunt⸗ ſcheckiges Gewirr von Häuſern und Häuschen ſieht, daß man dabei en die Zuſammenſetzung einer Wahlverſammlung nach allgemeinem, ſirectem und geheimem Stimmrecht erinnert wird. Libau iſt Original, Mitau nur die Copie der ehemaligen herzoglichen Reſidenz, die ge⸗ vöhnlichen Fehler der Copien, Mangel an Symmetrie, Grellheit ſer Farben, innere Gehalt⸗ und Zweckloſigkeit theilend; die übrigen ſünf oder ſechs Städte Kurlands, vielleicht mit Ausnahme von Win⸗ ſau, ſind wieder nur elende Copien dieſer Copie.
Der Verkehr zwiſchen dieſen durchſchnittlich ſechs bis zehn Meilen auseinanderliegenden Neſtern wird durch ein höchſt merk⸗ würdiges Inſtitut vermittelt: die jüdiſche Diligence.— Die Gou⸗
WMeernante hatte in Libau Abſchied von mir genommen; als Aus⸗
ſunder durfte ich es ſchon wagen, der öffentlichen Meinung ein Schnippchen zu ſchlagen, ich hüllte alſo meine Glieder in einen alten Mantel und ſchlich mich in den Hof, wo die jüdiſche Diligence der Lbfahrt Tnach Haſenpoth und Goldingen harrte. Es gehörte der lanze Eifer des wißbegierigen Touriſten dazu, um nicht durch ihren Koßen Anblick zur ſchleunigen Umkehr veranlaßt zu werden. Drei unſäglich magere Exemplare der Species Pferd, welche ſelbſt eine Gerliner Droſchke vorzuſpannen ſich geſchämt haben würde, ſtanden
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gebeugten Knies vor einem Wagen, deſſen Idee nur dem ebenſo phan⸗ taſiereichen als praktiſchen Kopfe eines Israeliten entſprungen ſein konnte. Der Aufſatz deſſelben war zuſammengefügt aus den Deckeln von Waarenkiſten, deren mannichfaltige Signaturen ihm das Aus ſehen eines mit Hieroglyphen bemzalten egyptiſchen Sarkophags gaben. Damit aber nicht ein Reiſender durch unvorſichtiges Anlehnen einen nur zu leicht möglichen Durchbruch verurſachen könnte, ragten zoll lange eiſerne Nägel als beredte Warnungszeichen in das Innere. Ueber dieſem Raum wölbte ſich ein Baldachin, eine kunſtvolle Moſaik, aus den Rudimenten desjenigen unentbehrlichen Kleidungsſtückes, welches eine berühmte Kaiſerin lieber miſſen wollte, als die Provinz Schleſien. Die Conſtruction der Sitze verrieth eine ebenſo freie als geniale Anwendung der bewährten Regel, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Die todten Frachtſtücke gewährten den lebenden die Annehmlichkeit des Sitzens; mir ward ein Platz auf der Ecke eines ſtark mit Eiſen beſchlagenen Koffers, der außerdem noch zwei Individuen des ſchönen Geſchlechts zur Unterlage dienen mußte, einer dicken Jüdin, wie ſie ſagte, Beſitzerin von fünf Häuſern in Haſenpoth und ihrer hoffnungsvollen Tochter. Parallel mit un ſern drei Naſen und in bedenklicher Nähe derſelben baumelten ſechs Füße in den leeren Raum, deren Inhaber wir bei einem Blick nach oben auf einem phantaſtiſchen Kiſtenconglomierat entdeckten, ein kleiner ſpindeldürrer Jude, der ſchon beim Einſteigen das Zeug meines Mantels hatte prüfend durch ſeine Finger gleiten laſſen„wird wohl fünf Rubel gekoſtet haben die Elle, he?“ ein vierſchrötiger Tiſchlerburſche und eine zarte ſchmachtende Kammerjungfer, die ſich ſofort in einen lebhaften optiſchen Telegraphenrapport zu mir ſetzte. Endlich alle überragend, oben an dem Gewölbe des Baldachins wie ein Schutzengel ſchwebend, der zwölfjährige dereinſtige Erbe dieſes Gefährts, mit kundiger Hand die Roſſe lenkend; ein penetranter Häringsgeruch von einem nachfolgenden Wagen verrieth aber die be ſtändige ſchützende Nähe ſeines Erzeugers. Daß ein ſo ehrwürdiges patriarchaliſches Weſen, wie unſere Arche, ſich nur ernſten und ge meſſenen Schrittes durch dieſes Erdenleben hinbewegt, iſt kaum nöthig zu bemerken.
Ich kann indeſſen dem geneigten Leſer nicht zumuthen, in dieſemn langen Andante mit mir auszuhalten, fort daher in ſchnellem Fluge der Phantaſie nach Haſenpoth und Goldingen, fort auch aus ihren engen Gaſſen, die ganzen Neſter ſehen ſo unmotivirt aus, als ſeien ſie nur ſo um Gotteswillen zuſammengekleckſt, weil doch ein jedes rechtſchaffene Land auch ein Paar Städte haben muß— hinaus in die Felder und Wälder, unter die Barone und Bauern, da pulſirt das echte, urſprüngliche Leben des Landes, da liegt ſeine vergangene und gegenwärtige Geſchichte aufgeſchlagen vor uns.
Am Jamilientiſche.
Ein Opfer der neunſchwänzigen Katze.
Vor einer Reihe von Jahren diente ich als Lieutenant in einem Linien ugimente, das in Meerut im Nordweſten von Indien ſtationirt war. Seit
(angerer Zeit beklagten ſich unſere Leute über das ihnen gelieferte Brot, das
neder ſo gut gebacken, noch ſo weiß, noch ſo wohlſchmeckend wäre, als das der mit uns in gleicher Garniſon ſtehenden Artilleriſten und Dragoner. Eine genaue Unterſuchung ſtellte heraus, daß allerdings das Brot der letzteren heſſer ſei, weil dieſelben aus ihrer eigenen Taſche dazu etwas beiſteuerten, deß aber dasjenige unſerer Leute der Regierung ausreichend gut erſcheine. Unſer Oberſt hielt damit die Sache für erledigt, nicht ſo indes die Soldaten, die darin eine Ungerechtigkeit erblickten, obgleich ihnen nachgewieſen wurde, daß viele der höheren Officiere in ihren eigenen Häuſern daſſelbe Brot äßen. Läglich wurden die Brotlaibe ausgetheilt und täglich wurden ſie von den Goldaten faſt ſämmtlich— 11—1200 an der Zahl— den Hunden vorgeworfen. Die Vernünftigeren wurden durch eine Art Terrorismus gezwungen, ſich an djeſer ruchloſen Auflehnung zu betheiligen. Leider ſchritt unſer Commandant ncht raſch genug dagegen ein— und die Gährung nahm mit jedem Tage zu. Miir lag es ob, jeden Morgen zur Frühſtücksſtunde alle Zimmer der gaſernen zu beſuchen und zu fragen, ob ſich jemand über etwas zu beklagen habe. Ueberall bemerkte ich die verächtlich bei Seite geworfenen Brotlaibe ſtatt derſelben aßen die Leute ſ. g. Bazarbrot oder Chowpatties, eine Art Kuchen, die beide unendlich ſchlechter waren, als irgend ein Brot, das dſe Lieferanten jemals geliefert hatten. Das ging mich indes nichts an. gu einem oder zweien der Caſernenzimmer ließ ſich eine düſter gemurmelte Be⸗ ſewerde vernehmen ober die halblaute Frage,„wann ſie beſſere Rationen ehalten würden,“ was ich ſo gut als ich konnte, beantwortete. Aber als io aus einem der letzten Zimmer heraustrat, traf mich ein Laib Brot, mit emlicher Kraft geſchleudert, an meinen Hinterkopf und warf mich faſt zu
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Boden. Zugleich hörte ich im breiten Iriſch den höhniſchen Zuruf:„Da iſt Brot zu Ihrem Frühſtück! he! he!“
Alle Bemühungen, den Schuldigen zu entdeden, waren ganz vergeblich. Mir blieb nichts übrig, als die Namen der vierzehn im Zimmer gegenwär tigen Soldaten aufzuzeichnen und den ganzen Vorfall dem Oberſten zu melden. Jedoch Nachmittags bereits denuncirte einer von der Zimmergeſellſchaft einen Kameraden, Namens O'Brien, als den Uebelthäter. Mir that es um dieſen Burſchen beſonders leid. Er war aus einer guten Familie in Cork, nicht ohne einen gewiſſen Grad von Erziehung, hatte gute Manieren, und ſein bis heriges Verhalten war durchaus untadelhaft geweſen. Vor ſeinen Richter geſtellt leugnete er die That, und weiter gefragt, ob er den Schuldigen kenne, antwortete er kein Wort. O'Briens Ankläger beharrte auf ſeiner Denunciation, obgleich drei andere Kameraden feierlich verſicherten, er ſei nichte der Schuldige. Da aber auch dieſe keinen anderen angeben wollten, kam die Sache nicht aus der Stelle, wurde endlich an den Diviſionsgeneral und von ihm nach dem Hauptquartier in Simla berichtet, von wo wir den Befehl erhielten, O'Brien vor ein Kriegsgericht zu ſtellen. Erſt nachdem das Urtheil deſſelben vom Hauptquartier begutachtet und definitiv feſtgeſtellt war, wurde die Garniſon auf dem Paradeplatz verſammelt, um das Urtheil über O'Brien zu vernehmen.
Die ſämmtliche Mannſchaft ſtellt ſich auf, verſtärkt durch die anderen europäiſchen Corps, die von ihren Sammelplätzen herbeieilen ſo wird ein Carré von 2400 Mann aller Waffengattungen gebildet. In der Mitte ſtehen die„Triangles“ drei Hellebarden in den Boden geſteckt und oben zuſammengebunden, das berüchtigte Marterinſtrument, an das die engliſchen Soldaten zur körperlichen Züchtigung feſtgebunden werden. Der Brigaden major tritt vor und verlieſt das Protokoll der Kriegsgerichtsverhandlungen mit dem Verdict:„Schuldig“ und dem Urtheil, daß der Gefangene, Private John O'Brien, Regimentsnummer 2841, von der vierten oder Capitän⸗ Smiths Compagnie, vom 114. Regiment, die lörperliche Züchtigung von 300


