Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
544
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Streichen auf die übliche Art erdulden ſolle. Als der Unglückliche das Urtheil vernommen und den darauf folgenden Befehl:Strip, Sir!(Ab- ziehen, Herr!) rief er aus, während er anfing ſeine Oberkleider auszuziehen: Ach, daß ſie mich doch lieber erſchöſſen! Jetzt bin ich für immer ein ent⸗

ehrter Mann.

Ich will von der nun folgenden Execution nichts ſagen. O

die vollen dreihundert mit derneunſchwänzigen Katze aus; bei jeden 25 Streichen wurde der Züchtiger gewechſelt. losgebunden und ins Regimentshoſpital geführt. konnte er als geheilt entlaſſen werden und ſeinen Dienſt wieder antreten. Aber er war ein verwandelter Mann.

ſchmuckſten und nüchternſten Soldaten im Regiment geweſen, der faſt nie Von nun an konnte man ihn

einen Tropfen Branntwein angerührt hatte.

kaum je nüchtern fin⸗ den. Er beſtand darauf, daß er auf falſches Zeugniß hin verurtheilt worden ſei, aber nie wollte er ſagen, wer der wirklich Schuldige wäre. Mit der Zeit wurde er ſo trunk⸗ ſüchtig, daß es an neuen Vergehen und neuen Züchtigungen nicht fehlen konnte. Ich verſuchte oft, ihm Vorſtellungen zu ma⸗ chen und ihn auf beſſere Wege zu füh⸗ ren, aber es war alles vergeblich. Seine einzige Antwort war ſtets:Herr, ich bin ein entehrter Mann! Ich kann niemals meinen Kopf wieder emporrichten, und je eher ich mich zu Tode trinke, deſto beſſer. Nur zu bald er⸗ reichte er ſein grauſes Ziel. Als ich nach einem längeren Ur laube zurückkehrte, fand ich ihn im Ho⸗ ſpital wieder, wo er, vom Säuferdelirium erfaßt, darniederlag. Eine Woche danach war er todt. Zwei Tage ſpäter kam der Prieſter zu mir, wel⸗ cher ihn auf ſeinem Sterbelager beſucht, und ſagte mir, der Sterbende hätte ihn beſchworen, mir zu ſagen, er erkläre feierlich und Ange⸗ ſichts des Todes, daß

er das Brot vor zwei Jahren nicht auf mich geworfen habe, daß er ungerecht ver⸗ urtheilt und beſtraft ſei und daß er ſich zu Tode getrunken, weil er alsein

Vor ſeiner Beſtrafung war e

Als alles vorüber war, wurde er Nach etwa drei Wochen

Brien hielt

worden.

r einer der

Fürſt Kanonendonner.

daß er der Schuldige ſei. meuteriſchen Act ausgeſonnen. O'Brien und ein Paar andere hätten da⸗ gegen vergeblich proteſtirt, aber gelobt, niemand zu denunciren, geſchehe auch So war der junge Mann, der damals nahe daran war Corporal zu werden, ein Opfer ſeiner übertriebenen Gewiſſenhaftigkeit ge. Mit der entehrenden Strafe war allerdings jede Ausſicht auf Carriere ihm abgeſchnitten ja wäre er ſelbſt avancirt, als ein Mann, der die Narben derNeunſchwänzigen trug, hätte er nie irgendwelche Autorität über ſeine Untergebenen gewinnen können.

Auch ſeitdem die Zahl 300 längſt auf 50 reducirt worden iſt, iſt die

was da wolle.

Nach einem vorhandenen Porträt gezeichnet von L. Löffler.

1

Ich bin ein finſteres, beißendes Weſen,

Im Hauſe

das weiß ich hat niemand mich gern;

Man räumet den Weg mir mit Stricken und Beſen, Tanz gleich nach der Pfeife ich jegliches Herrn. Zur Thüre läßt keiner mich gern aus dem Haus; Man will viel höher mit mir hinaus.

Ich nenn' einen Meiſter, in Deutſchlands Gauen

können.

Räthſel.

des traurig berühmten Mannes

ſeinen zahlreichen

II. Schwarz, wie meine erſte, Sind auch meine letzten, Iſt hell meine erſte,

Siehſt Du nur die andern.

Das Ganze ſteht dunkel Im zweiten der erſten Der ſchweigend ihr Leben, Den Duft, ſie geweiht.

gepeitſchter Mann ſich doch im Regimente nie wieder erheben könne. Einige Zeit danach wurde ſeine Ausſage beſtätigt. Der Soldat, 4 gegen ihn falſch gezeugt hatte, bekannte auf ſeinem Sterbebette in Calcutta.

Er und ſeine Stubenkameraden hätten den

Neunſchwänzige noch immer reich an ähnlichen Opfern.

ſind die Selbſtmorde in der engliſchen Ar⸗ mee in Folge dieſer entehrenden Strafe. Sie würden noch häufiger ſein, wenn nicht tauſende und zwar die beſten lieber jeden anderen Poſten übernähmen, als daß ſie in die Armee einträten. Die Beſeitigung die⸗ ſer Züchtigungsweiſe würde ſogleich 10, ja 20,000 neue, tüchtige Rekruten herbeifüh⸗ ren, die jetzt aus⸗ wandern und ſo dem Heere verluſtig gehen. Ch. D.

Fürſt Kanonen

donner.

Das Porträt der alten Latte, das wir im vorigen Jahr (Seite 576) unſeren Leſern mittheilten, herin ſehr vielen

derſelben den Wunſe, als Seiten ſtück dazu auch das DLuſt desFürſten Kano

erregt,

nendonner, deſſen erſchütterndes Le⸗ bensbild(Seite 3 12)

eine ſo allgemeine Theilnahme fand, zu beſitzen. Wir

freuen uns, heute dieſem Wunſche nach⸗ kommen und ein getreues Conterfei Freunden vorführen zu

Auflöſung des Rebus in Nr. 33. Wenn mild die Sonne ſcheint herab,

Pflanze Roſen mir aufs Grab. 9

Nur gar zu häufig t

Rouſſeau. Von Dr. Kögel. ſern

rmwühſam

7

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2

Erſcheint

lI. Jahrgang

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