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Skizzen aus den ruſſiſchen Oſtſeeprovinzen.
Von E. S.
I. Ueber die Grenze.
Rußland!— Unwillkürlich denken dabei meine Leſerinnen an unabſehbare Schneefelder, erfrorene Franzoſen, knutenſchwingende Koſaken, hungernde Wölfe, Spazierfahrten nach Sibirien ſchreck⸗ lich! So dachte wenigſtens meine kleine, hübſche Reiſegefährtin, die mich wiederholt mit bebenden Lippen fragte, ob die Grenze bald da ſei und einen tiefen Seufzer um den andern ausſtieß. Es wollte mir nicht gelingen, ſie zu zerſtreuen und zu beruhigen. Ihre Ge⸗ vanken mochten wohl bei dem älterlichen, weinumrankten Pfarrhauſe in der ſächſiſchen Heimat weilen, oder ängſtlich herumtaſten an einem großen Schloſſe mit ſtolzen Herr⸗ ſchaften, unverſchämten Bedien⸗ ten, ungezogenen Kindern, bei denen ſie das dornenvolle Amt einer Gouvernante übernehmen ſollte.
Unſere Umgebungen waren auch nicht gerade geeignet, dem ſchönen Kinde Muth einzuflößen. Dumpf und ſchauerlich tönte das Brauſen der Brandung von dem nahen Meeresſtrande herüber. Langſam knirſchte die Poſtkutſche durch den tiefen Sand. Eine trockene, lechzende Zunge ſtreckt ſich dieſer nördlichſte Theil von Preußen in das Ländergebiet ſei⸗ nes mächtigen Nachbarn; Nim⸗ merſatt nennen ſich bezeichnend die wenigen ärmlichen Häuſer, die auf der äußerſten Spitze dieſer Zunge nach dem ſaftigen Waldes⸗ grün da drüben hinſchielen.
Endlich iſt das einſame Poſt⸗ haus erreicht; ſchnell erfolgt die Abfertigung der wenigen Briefe und Packete; nur noch wenige Schritte, ein freundlicher Gruß des preußiſchen Zollrendanten, —„meine Herrſchaften, Ihre Päſſe!“— Wir halten vor dem Schlagbaum mit dem Doppel⸗ adler und haben Zeit genug, uns an ſeinem Bilde zu ergötzen. Dieſer bemalte Balken, dieſer flache Graben und dieſer ſtumpfſinnige, graurockige Kerl mit ſeiner alten Flinte, das iſt alſo die vielberufene Grenze.
Doch jetzt knarrt der Schlagbaum langſam in die Höhe, nur
gerade ſo hoch, daß der Wagen hindurchſchlüpfen kann, um ſich ſchnell
wieder zu ſchließen; ein griesgrämiger Soldat, bewaffnet bis an die Zähne, ſteigt auf den Bock, und vorwärts geht's im ſcharfen Trabe hinein ins große Czarenreich. Sofort fiel mir der vortreffliche Zu⸗ ſtand des Weges im Vergleich zu unſern Landſtraßen auf; ich ſollte ſpäter noch häufig dieſe Bemerkung machen. Meine Gefährtin hatte freilich wenig Sinn für ſolche Beobachtungen, auch der ſchöne hoch⸗ ſtämmige Wald, der uns bald aufnahm, vermochte ihr kaum einen flüchtigen Blick abzulocken, ihre Aufmerkſamkeit wurde völlig abſorbirt durch die ſchäbige Uniform und die verroſtete Flinte vor uns. In der That, auch ich wünſchte den läſtigen Burſchen bald los zu ſein, Polangen wurde daher mit aufrichtiger Herzlichkeit von mir begrüßt. Wohl war ich etwas überraſcht, ich glaubte mich eher in dem gelobten Lande zu befinden, als in dem geſchmähten Rußland. Vor jedem Hauſe, faſt an jedem Fenſter der ſcharfgeſchnittene Typus des Hrients, auch unſer Wagen war bald von einer Rotte von Juden⸗ jungen umſchwärmt, die ſich zu allen möglichen Dienſtleiſtungen er⸗ ſoten. Nur ein energiſches:„Halt’s Maul!“ unſeres dicken Poſt⸗ tonducteurs, weiland preußiſchen Artillerieunterofficiers, vermoch te
Bilder aus Luxemburg.
VIII. Vom Fiſchmarkt in Luxemburg.
die beſchwerliche Geſellſchaft etwas in Schranken zu halten. Sammt unſerem Gepäck werden wir in eine kahle, ſchmutzige Wacht ſtube befördert. Ein ruſſiſcher Secretär erſcheint, ſetzt ſich auf einen Tiſch, von dem er ſeine Beine behaglich herunterbaumeln läßt, und beginnt unſere Päſſe zu ſtudiren, ſo eingehend und mit ſo lang⸗ ſamer Gründlichkeit, als habe er noch nie ein derartiges Papier in Händen gehabt. Darauf erklärt er uns, gutmüthig lächelnd, daß wir noch eine Stunde zu warten haben würden, da der Kammer director mit ſeinem Mittagsſchlafennoch nicht fertig ſei. Die ihm dargebotene Cigarre nahm er bereitwillig an und half mir als galan⸗ ter Cavalier der Dame die Zeit vertreiben, welche durch ein ſo un⸗ erwartet menſchliches Gebahren ſichtlich erheitert wurde.
Die Ankunft des Directors unterbricht dieſes friedliche Idyll; die ſo lange müßig herumlungern⸗ den Soldaten bemächtigen ſich unſerer Kiſten und Kaſten; die gefürchtete Viſitation beginnt.
„Ah, Sie haben Bücher!“
„Ja, etwas für den Reiſege⸗ brauch, das ich doch nach dem neulichen kaiſerlichen Ukas werde uncenſirt mitnehmen dürfen.“
„Wird man ſehen.“
Mit einiger Verwunderung bemerke ich, wie der Herr die Bücher in zwei Gruppen ſondert, franzöſiſche und engliſche auf die eine, deutſche auf die andere Seite.
„Dieſe Bücher— nämlich die deutſchen— müſſen zur Cenſur.“
„Aber ich bitte Sie, ein Reiſe handbuch der ſächſiſchen Schweiz, ein Führer durch Danzig, eine Beſchreibung der Pfarrkirche da ſelbſt, ein Kalender, weshalb ſollen gerade dieſe Bücher zur Cenſur?“
„Iſt nicht wiſſenſchaftlich, nur wiſſenſchaftliche Bücher paſſiren.“
Alle Vorſtellungen waren ver⸗ geblich, ich durfte meinen„Vicar of Wakefield,“„Gedichte von Béranger,“„Propos de Labié⸗ nus“ u. a. derartige„wiſſen ſchaftliche“ Bücher wieder einpacken, die übrigen, nur in ſimplem Deutſch geſchrieben, mußten unweigerlich zur Cenſur, wo man ſich über die Gelehrſamkeit des Herrn Viſitators wohl ſehr ergötzt haben würde, hätte man ſich die Mühe genommen, das Packet zu öffnen.
An dieſen unſchuldigen Papieren ſchien ſich aber der Amtseifer des würdigen Herrn völlig verpufft zu haben. Die weitere Viſitation geſchah mit einer ſo rückſichtsvollen Oberflächlichkeit, daß ich leicht die eben gehabte Chicane vergaß; nur amüſirten ſich die jüngeren Herren damit, die ſonſt dem profanen Blick der neugierigen Menge ſorgfältig entzogenen Toilettengegenſtände der erröthenden jungen Dame mit liebevoller Sorgfalt zu betrachten, vielleicht auch durch die Erfahrung gewitzigt, daß gerade das ſchöne Geſchlecht einen unüber⸗ windlichen Hang zu Steuerdefraudationen beſitzt.
Nach dreiſtündigem Aufenthalte hatten wir endlich unſere Päſſe viſirt in Händen und konnten unbeläſtigt den bereits wartenden ruſſ ſchen Poſtwagen zur Weiterfahrt beſteigen. Ein Gefährt von ge radezu lächerlicher Einfachheit, ein Haufen Stroh die einzige Sf gelegenheit, der Poſtillon vergnügt auf dem Leiterrande ſeine 1, dicke Peitſche ſchwingend. Hü! Die Pferdeglocke läutet, der Wagen ſauſt davon, als gehörten wir zu einem Feuerwehrinſtitut, und als ob jede Minute Verzug die größten Gefahren brächte. Hatten wir bisher bei dem officiellen Rußland eine oſtenſible Geringſchätzung der
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