Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
538
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gierig Geſchlecht, um ein fremdes Leben kennen zu lernen, träge, um das eigene zu beſſern, was ſuchen ſie zu hören von mir, wer ich bin, die von Dir nicht hören wollen, wer ſie ſind? Wollen ſie mir Glück wünſchen, wenn ſie gehört, wie weit ich mich Dir durch deine

ſehr ich durch meine irdiſche Schwere von Dir zurückgehalten werde? So Geſinnten will ich mein Inneres zeigen. Das brüderliche Ge⸗ müth liebe an mir, was Du ihm als liebenswürdig, es bedaure an mir, was Du als bedauernswürdig bezeichneſt. Die werden es

Gnade nähere, oder wollen ſie für mich beten, wenn ſie ſehen, wie

glauben, daß ich die Wahrheit ſage, denen die Liebe das Ohr ur. Wer aber Deiner Stimme immer folgte und wer vermied, was beging, der ſpotte nicht, daß ich geheilt wurde von dem Herrn, d. jenen bewahrte, daß er überhaupt nicht ſo erkrankte. Wie ein Elender ſelig, und wie ein Böſer heilig wird, das wollen die Bekenntniſſe dankend ſagen Dem, welchem ſie bekennen, und denen, vor denen es geſchieht, ſo faßt Georg Rapp in ſeiner trefflichen Ueberſetzung das Ziel der Bekenntniſſe Auguſtins. (Schluß folgt.)

Die Blumen, die Kränze, die grünen Blätter ſind längſt ver⸗ dorrt, mit denen die heimkehrenden Sieger empfangen worden, die Blüten jener großen Zeit, die friſche, fröhliche Begeiſterung, ſind ab⸗ geſtreift, aber nun reifen die Früchte, ein mächtiges deutſches Reich, geeint und geſtärkt um den preußiſchen Kern. Kommende Jahrhun⸗ derte noch werden die Namen der Helden feiern, welche den ſieben⸗ tägigen Krieg zu ſo ſchnellem, glücklichem Ende gebracht doppelt glücklich, weil wir diejenigen, welche uns vorher ehrenvolle Feinde geweſen, jetzt zu uns ehrenden Freunden gewonnen haben. Während aober dieſe Thatſachen offen vor aller Augen liegen und daher von aallen gewürdigt werden können, hat ſich, tief verborgen im Inneren des Volkslebens eine andere Campagne vollzogen, die nicht viel weniger wichtig, zu ihrer ſiegreichen Durchführung gleichen Muth, gleiche Entſchloſſenheit und noch mehr ruhige Energie verlangte, die, wenn ſie mißlungen wäre, das Unglück von tauſenden, ja Millionen nach ſich gezogen hätte und deren glückliches Ende man wohl im Reſultate fühlt, ohne der Mittel beſonders dankbar zu gedenken, wie der Menſch mehr über Krankheit jammert, als über die Geſundheit ſich freut, wir meinen die Sommercampagne auf dem Geld markt, den ſchweren Kampf, den die Preußiſche Bank zu beſtehen gehabt und den ſie glücklich vollendet.

Ja, ſchwer war der Kampf, denn die Bank hatte, wie die Regie⸗ rung, ihre äußeren und ihre inneren Feinde zu bekämpfen: die äußeren waren die ſüddeutſchen Geldmänner und Geldmächte, welche im Frühjahr plötzlich aggreſſiv gegen das Inſtitut vorgingen und unter Führung eines bewährten Feldherrn auf dieſem Gebiete, des berühmteſten Namens, den die Geldariſtokratie aufzuweiſen hat, einen Sturm gegen die Bank unternahmen. Von allen Seiten wurden Rimeſſen eingeſchickt und Baarzahlungen gefordert, welche, wie man hoffte, die Bank zur Einſtellung derſelben zwingen, d. h. den öffent⸗ lichen Credit untergraben, die herrlich aufblühende Induſtrie Preußens zu Grunde richten ſollte, und der Staat Friedrichs des Großen wäre financiell ruinirt geweſen, wie man ihn politiſch zu vernichten gehofft. Aber man hatte auch auf dieſem Gebiet nicht ſolcher Energie, ſo kluger, umſichtiger Leitung zu begegnen erwartet. Mit allerdings großen Opfern kaufte die Bank überall, namentlich aus England, Silber; über 40 Millionen wurden vorräthig herbeigeſchafft, Tag und Nacht kamen die Sendungen an, Tag und Nacht waren die Be⸗ amten unermüdlich auf dem Poſten, die weiten Keller der Bank reichten nicht aus, die Ställe und Wagenremiſen des Präſidenten, die Höfe ſelbſt waren mit Silber belegt, immer neue Maſſen wurden heran⸗ gefahren, immer neue Räume mit dem edlen Metall gefüllt und als der Sturm begann, wurde er ſiegreich abgeſchlagen und nicht die geringſte Stockung trat zig nicht eine noch ſo kleine Zögerung; mit der größten, coulanteſt ereitwilligkeit wurde jeder Anſpruch be⸗ friedigt. Das war großärtig, und das imponirte der Menge ſo ſehr, und beruhigte ſie ſo gänzlich, daß viele, die heute ihr Geld von der Bank zurückgeholt, es morgen ſchon wieder brachten, mit der dringen⸗ den Bitte, es zurückzunehmen! Ein ſolches Zeugniß des uner⸗ ſchütterlichen Vertrauens iſt ohne Gleichen in der neueren Finanz⸗ geſchichte, zumal vor einem Kriege, der ein Vernichtungskrieg ſein

ollte.

So ging es bei der Hauptbank in Berlin; wie aber bei den Filialen in den Provinzen? Auch hier wurde ein Sturm verſucht, und auch hier wurde derſelbe ſiegreich abgeſchlagen, denn von Berlin aus wurden unendliche Summen, bis zu 500,000 Thlr. baar an

In der Königlich Preußiſchen Hauptbank zu Berlin.

mächtigt, das Zehnfache des Betrages täglich auszuzahlen, zu welchem ſie ſtatutenmäßig nur verpflichtet ſind. Eine ſolche Art der Geſchäfts⸗ führung war unerhört und erregte das bewundernde Staunen der Welt.

Noch mehr aber verdient die Bank den Dank des Vaterlandes für die Art und Weiſe, wie ſie die inneren Feinde, das Mißtrauen, die Furcht, den Mangel an Zuverſicht im eigenen Lande beſiegte Wird die Bank auch allen Ereigniſſen gegenüber gerüſtet ſein? Wird ſie ſtets zahlen, wird ſie ſelbſt nicht ängſtlich ſein, nicht ihren Geſchäfts⸗ betrieb einſchränken müſſen? Dieſe Fragen, ſo natürlich in ſolcher Zeit, lähmten den Verkehr, wo man ſie ſich vorlegte, ſie hätten ihn

ganz vernichtet, wenn man ſie bejahen mußte. Die geringſte Schwie⸗ rigkeit, welche das Inſtitut im Verkehr erhoben, konnte namenloſes Unglück über das Vaterländ bringen; ſo wie die Bank ihren Credit im geringſten beſchränkte, wurden alle größeren Firmen gezwungen, ein Gleiches, nur im erhöhten, Maße, zu thun, alle Geſchäftsleute, alle Fabrikanten mußten ihren Betrieb einſtellen, ihre Fabriken ſchließen da an baarem Geſchäftsverkehr in jener Zeit nicht zu denken war und viele tauſende von Familien in dieſem ſo vor⸗ zugsweiſe induſtriellen Staat waren Bettler.

Darum ging die Bank von ihren alten, vorſichtigen Normen⸗ ſogar etwas ab, ſie nahm Wechſel mit zwei Namen, ſtatt daß es ſonſt ihrer drei ſein mußten, ſie wurde deſto mehr entgegenkommend, je mehr das Bedürfniß ſtieg. Und das war wohl gethan und hat ihr doch keinen Verluſt gebracht! So ging das alles recht wohl, bis d Krieg ausbrach und nun der Feind ſich den Grenzen näherte, ſo daß die Filialen ſelbſt gefährdet waren. Und hier entwickelte ſich die Energie der Leitung am ſchönſten, und wir möchten hinzuſetzen, am kühnſten. Denn hier wurde die Ordre gegeben und den Vorſtehern

der Geſchäftsbetrieb darf keinen Tag unterbrochen werden ſelbſt

mußte, erfolgt war! Gleiwitz mit ſeiner ganz bergmänniſchen Bevölkerung ein einziger

gegeben.

zu Aufruhr, Plünderung, Verrath! Darum waren Befehle ertheilt

in ausgedehnterer Weiſe, bis dahin fortſetzen ſollten, wo der Feind ſeinen Fuß in die Stadt ſetzen würde. Dann aber ſollten ſie ſich Privatlocalitäten vorräthig halten, Dachſtübchen, Kellerwohnungen Manſarden in Hinterhäuſern, gleichviel wo, und ſollten heimlich, ſelbſt bei Nacht, die Chefs der Geſchäfte oder ihre Caſſenboten a möglichſt verborgenen Wegen zu ſich beſtellen und ruhig wie in der

fortſetzen! Und wie gerechtfertigt dies war, zeigt ein Vorfall: Die

den Tage verrathen. die Loſung.

Zum Glück war die Ausführung nicht nöthig, und die preu⸗ ſchen Waffenerfolge haben das Land vor dem Aeußerſten glücklich be⸗ wahrt aber die Kühnheit der Anordnung und die weiſe Vorſorge

. N

Commandite täglich nach den Filialen geſchickt und letztere er⸗

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und Directoren der Provinzialinſtitute aufs ſtrengſte eingeſchärft:

nicht, wenn die feindliche Invaſion, auf die man doch gefaßt ſein Denn es war dies nöthig; wenn z. B. in

Sonnabend gekommen wäre, an welchem die Grubenbeſitzer ihre 2 Arbeiter nicht auszahlen konnten und wer anders als die Bank Fr konnte ihnen die Mittel zur Auszahlung gewähren? ſo war dieg ganze Schar der Arbeiter und ihrer Familien dem Hunger preis⸗ n Und Hunger in Kriegszeiten führt leicht zu böſen Thaten ud

und die Tüchtigkeit der einzelnen Filialchefs bürgte für ihre Aus⸗ let führung, daß ſie ihre Thätigkeit uneingeſchränkt, ja wo möglich nocht

beſten, ſicherſten Zeiten ihre Zahlungen und ihren ganzen Betri b

Feinde hatten ihre Spione, und als einer der Filialdirectoren probe⸗ weiſe ſich auf ein Privatzimmer zurückgezogen, war dies am folgen⸗ind Nicht erſt probiren, ſondern ausführen! war

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L nigtſene en Stritt that d te den Disconteſctz tte den eſe u 7 auf 9 g zbringend, und ben 4 ſae ff de glor H welce die Bank ſ Bu aber iſt denn pnßes ſil gel docm ms an ihrem trun dder uns übe laſtag wit ſic bring u geworden, was ſie Wir gehen zuſan Aeralſttraße ſteht ei artere⸗ und Souter nur ſtand ein Poſte u der Außenſeite an 8. März 1848 dor noſten, der bei der! Bir veeten ein und bo derr beginnt die Völle en Geſchäftstreibenden Kampteire, die rchte in die Wohnung des Pr zalle hat keine beſtimme agf ſeder, der zu ihm denen oſt der gerine ſthe iſt er zu jeder⸗ anglich. Einige Her en ſtill ausgeprägten ds Directoriums, di e frlheren Präſid weeſſionsſaal begeben, Willeicht wolle