Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
535
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einzuſetzen, ſie zur Verwaltungsſprache des Landes zu machen.

Man verſäumte die geſchichtliche Stunde. Ob ſie unwieder⸗

bringlich iſt?

Wir ernten, was damals geſäet worden.

Im Titel eröht es wird Groß herzogthum, in ſeinen Grenzen beſchnitten es muß die Quartiere Bittburg und St. Vith und eine Reihe einzelner Orte an Preußen abtreten wird das Land dem König der Niederlande zugeſprochen zur Entſchädigung für den Verluſt der naſſauiſchen Erblande. Zugleich aber wird das Land Glied des deutſchen Bundes, die Hauptſtadt Bundesfeſtung. Halbheit auf Halbheit und wahrlich kein Boden für kräftige Ent wicklungen, für geſundes nationales Wachsthum.

Alsbald verdrängt wieder das Franzöſiſche das Deutſche als Verwaltungsſprache. Wer hatte auch ein Intereſſe, die Mutterſprache zu pflegen?

In der franzi zecken Zeit hatte der Luxemburger ſein Hochdeutſch verlernt, und die Myaheers fühlten keinen Beruf, es wieder zu erwecken.

Gerade die Freiheitskriege, dieſe gründliche Reaction gegen revolutionäre undimperialiſtiſche Uniformirung, haben die Nationali⸗ täten zu einem ſelbſtbewußten Eigenleben kommen laſſen. Seitdem und in immer wachſender Kraft iſt das Nationale eine Macht, eine bindende oder zerſprengende, geworden. Falſche Miſchungen wurden gelöſt, die natürlichen Verbindungen aufgeſucht. Nur Luxemburg ent⸗ zog ſich dieſem Geſetz und damit dem Lebensſtrom, der hiervon über unſer Land und Volk ausging.

Das Königreich der Niederlande, wie es der Wiener Congreß erſchaffen, erfuhr an ſich ſelbſt die Macht jenes Zugs. Die belgiſche Revolution von 1830 zerſtörte das diplomatiſche Machwerk, das kein Kunſtwerk war.

Luxemburg blieb inmitten dieſer Stürme anfangs ſtill und ſtumm. Dann gelang es der belgiſchen Revolution, das Land mit Ausnahme der Hauptſtadt und des Feſtungsbereichs in ihre Netze zu ziehen. Der deutſche Bund, der zunächſt und vor allen zum Handeln berufene, hüllte ſich in tiefes machtloſes Schweigen. Endlich ging aus dem Londoner Vertrag vom Jahre 1831 das Definitivum von 1839 hervor. Uns geht hier nur das an, daß Luxemburg zum drittenmal getheilt wird. Die weit größere Landeshälfte zehn Quartiere fällt an Belgien, nur ſechs bilden das Groß⸗ herzogthum.

Das Jahr 1848 brachte der Hauptſtadt kleine Putſche ohne weitere Folgen. Die Bundesfeſtung, ſeit 1826 in großem Umfang weiter entwickelt, verwandelte ſich auf anderthalb Jahre in eine Reichsfeſtung. Die drei luxemburgiſchen Abgeordneten gaben in der Frankfurter Paulskirche dem Könige von Preußen ihre Stimmen als Erbkaiſer der Deutſchen

Hier ſtehen wir am Ziel unſerer geſchichtlichen Schattenbilder. So kurz die Skizzen ſind und ſein mußten, das ſieht doch jeder, der Augen hat zum Sehen, daß die Geſchichte dieſes Erdwinkels vielfach eine Leidensgeſchichte iſt. Sein ſtolzer und ſchöner Felſen, zu des Landes Wehr und Schild geſchaffen, iſt wie oft zum Magnetberg geworden, der das Eiſen erobernder, ſtürmender Scharen anzog.

Dabei der Unſegen der Grenzlage, der Fluch eines ſo oftmals getheilten Herzens! Aber man vergeſſe nicht: es gab hier Zeiten nationaler Selbſtbeſinnung, ja deutſchen Selhſtgefühls, und

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Wie man durch Zuſammenſtellung von Biogre hien nicht blos den Gevinn hat, die Männer ſelbſt, einen jeden für ſich, beſſer kennen zu lernen, wie man auf dieſem Wege zwiefacher Einblicke in ihre Zeiten Nationalitäten, Werke und Einwirkungen theilhaftig wird, das haruns Plutarch durch ſeine Parallelen berühmter Griechen und Römer gelart. Doppelt reiz⸗ und gewinnreich muß die Parallele

von Selbſtbirdaphien ſein, wenn dieſe Rückblicke und Schilderun⸗

gen wirkliche Bedantniſſe, Beichten enthalten. Nicht blos, was die Bekennenden ſagenſondern wie ſie es thun, macht ſie uns vertraut. Während die Theilneme eine überwiegend äſthetiſche bleibt, mit

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Kuguſtin und Rouſſeau, nach de. Parallele ihrer Bekenntniſſe. Von Dr. Rudolf Kögel.

wenn bei der tragiſchen Lage der Dinge von Schuld die Rede ſein ſoll, ſo haben ſich das oft ſtiefmütterliche Mutterland und der ab⸗ trünnige Sohn darin zu theilen.

VIII.

Wieder ſitze ich im Dampfwagen, nach Oſten, der Heimat zu. Nicht alles, was ich in jenen Tagen geſchaut und gedacht, ſteht auf dem Papier: vieles nehme ich ungeſchrieben mit, ſchwere und er⸗ hebende Gedanken begleiten mich unſerm Rhein zu, deſſen deutſcher Charakter Gott ſei Dank keine Frage iſt. Wieder öffnet ſich das helle grüne Moſelthal, und in der alten Stadt der Trevirer, zwiſchen Rebenhügeln und den älteſten Ruinen des Vaterlands, finde ich Zeit, meine Luxemburger Eindrücke zu ſammeln und zu geſtalten.

Ich habe die Mundart an Moſel und Mittelrhein nie für eine beſonders ſchöne gehalten, aber wie vertraut und heimlich klang ſie mir doch jetzt nach den Räthſeln desletzelburgiſch Deutſch und nach den Phraſen des angezwungenen Franzöſiſch.

Wer möchte den Wunſch nicht theilen, daß es dem von Haus aus echt deutſchen Lande gelänge, ſich auf ſich ſelbſt, ſeinen Urſprung, ſeine Geſchichte, ſeine Traditionen zu beſinnen und in wahrhaft centripetralem Zuge den uralten Schwer⸗ und Herzpunkt, das Vater⸗ land zu ſuchen? Würden und könnten wir ihm dann das Haus verriegeln? Dazu gehört aber viel, ſehr viel. Alles, was ich in jenen Tagen erfahren, von der traurig verkümmerten Preſſe an unter der in wunderlicher Sprachverwirrung gerade das franzöſiſch geſchriebene Journal, derCourrier noch einen Reſt deutſcher Sympathie hegt, während die deutſchen BlätterLand undWort franzöſiſch geſinnt ſind bis zu dem obſcurſten Kaffeehausgerede und den unumwundenen Aeußerungen von Männern des Adels, alles iſt darin einſtimmig: nur nicht zu Deutſchland! Was die letzten Tage ge⸗ bracht von öffentlichen Kundgebungen dort, es iſt nur die traurige Be⸗ ſtätigung dieſer Geſinnung oder Geſinnungsloſigkeit. Den Zollverein will man nach wie vor ausnutzen, die Garniſon könnte auch noch als milchende Kuh dienen, aber hiermit hat auch das Band mit Deutſch⸗ land ein Ende.

Gerade jetzt, wo das reorganiſirte Vaterland aufzuathmen und aufzublühen beginnt, dreht ihm der Kleine im Schmollwinkel erſt recht den Rücken. Was ihm eine Ehre dünken müßte, die Zugehörigkeit zu dem großen Ganzen, erſcheint ihm als Qual. Kein Deutſcher wird ihn zwingen wollen. 3

Noch ſteht es nicht feſt, wie die Würfel fallen, ob der Friede bleibt oder ob ein Weltkrieg ſich entzündet. Was im letzteren Fall aus Luxemburg wird, Gott weiß es. Zwiſchen den zwei ſich zer⸗ reibenden Mühlſteinen wird das Körnlein ſchwerlich unzerrieben bleiben. Wird der Friede erhalten und Luxemburg neutraliſirt, ſo iſt das in meinen Augen nur ein Proviſorium bis zur nächſten europäiſchen Kataſtrophe. Vielleicht wird die Zwiſchenzeit zu einer Beſinnungs⸗ und Läuterungszeit, und es erwärmt ſich die erkaltete Liebe an dem Feuer unſcres nationalen Aufſchwungs. Groß iſt unſere Hoffnung nicht. Erſt müßte in ſtrengem Selbſtgericht das Volk ſich arm fühlen lernen, um den rechten Weg, den Rückweg ins Vaterhaus zu finden. Aber nicht durch äußeres Prosperiren, nur von innen heraus kann auch hier das Heil kommen. Da liegt der Kern und die Löſung der Luxemburger Frage.

der wir einen Goethe begleiten, wenn er uns inDichtung und Wahrheit ſeine Entwicklung zum Künſtler beſchreibt, ſo fühlen wir uns dagegen ethiſch erregt, hier abgeſtoßen, dort erwärmt, wenn uns ein Rouſſeau, ein Auguſtinus auffordern, ihnen in die geheimſten Gänge ihrer Seele zu folgen. Daß der eine dieſer beiden Männer dem vorigen Jahrhundert, der andere dem vierten und fünf⸗ ten angehört, daß der eine ein ſocialiſtiſcher Schriftſteller, der andere ein Biſchof iſt, jener der franzöſiſchen Schweiz, dieſer den Geſtaden Nordafrikas entſtammt, das varf uns an der Aufſtellung unſeres Themas nicht hindern. Gewiſſe Aehnlichkeiten jener beiden Männer