Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
527
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lerGegeſte, und nt ich ſein Charak⸗ und Römer, Fran⸗ lät in ſchr und en fort. Wie die rägt, ſo das Land Rämerſtadt Trier. üden, mehrere Ne⸗

Wionville(Dieden⸗ lon Igel liegt an die Stadt Luxem⸗ nannte Straße ein. lheim und auf dem Ausgrabungen mit Thränenfliſchchen ngeniſtet hatte. deutſchen Lande, in nicht der jungfräu⸗ Originalität, aber fahrhunderte zurüc⸗ ichen monumentalen eicher und mächtiger urggekrönten Felt⸗ verſchollene Namen. ettethal, Simmern rſch am Zuſammen⸗ r romantiſche Felt ſeldingen, die Her man der Our, das en Glanz, einer der re ſtumme Zeugen ſonders, den hohen des Geldadels ge

clloß zu Lupembun efen, vnn mefuree, und Königin, und achporufen brauchen s in ihte ſernſte miſchen. Ueber de wir hinweg. Aut

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an Burgund. Merkwürdig genug, die Väter des Volkes, das heut⸗ zutage ſo leichten Kaufs franzöſiſch werden möchte, haben damals mannhaft gegen die romaniſche Herrſchaft geſtritten, gerade, weil ſie lieber einem deutſchen Fürſten angehören wollten, mit dem ſie gleiche Sprache redeten. In einer dunkeln Novembernacht des Jah⸗ tres 1443 erſtiegen die Burgunder die Feſtungsmauern und unter wem Siegesruf:Notre-Dame! Ville gagnée! Bourgogne! Bour- gogne! brachen ſie in die ſtillen Straßen ein. Der Burgunderherzog Philipp, der ſ. g. Gute hielt dann ſeinen Einzug und war Zeuge der grauſamen Plünderung der eroberten Stadt.

Das Jahr 1462, wo ſich der Uſurpator mit den rechtmäßigen Erben des Landes abfand, iſt der entſcheidende Wende⸗ punkt in der Geſchichte Luxemburgs. Seitdem iſt und bleibt es ein Glied größerer Staaten, es geht wie eine Waare von Hand zu Hand. So hat es Karls des Kühnen Ruhm und Sturz, Maximi⸗ lians und Marias gemeinſame und des erſteren Alleinregierung, Philipps des Schönen elfjährige Herrſchaft erlebt und in dieſer Zeit Kriege und Kriegsnoth faſt Jahr um Jahr. Maria von Burgund, Maximilians früh heimgegangene Gemahlin, verſtärkte die Befeſti⸗ Zung der Oberſtadt und legte das Bollwerk(Baſtion) Maria an, von dem 1478 die erſten Kanonen herausſchauten.

In den langen Fehden zwiſchen Karl V. und Franz I., Philipp II. und Heinrich II. wurde die Feſte(1542 und 1543) wiederholt von ven Franzoſen genommen und wieder zurückerobert. Karl V. war ein warmer Gönner von Land und Stadt, auch hat er an dem Feſtungs⸗ vau rüſtig weitergebaut.

Luxemburg gehörte nun mit den Niederlanden zu Spanien.

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Von den Stürmen des Freiheitskrieges der Niederländer gegen Phi⸗

üpp II blieb das Ländchen faſt unberührt. Damals wie heute war as Volk ſtreng und ausſchließlich katholiſch, des Königs Statthalter, der Graf Peter Ernſt von Mansfeld, wußte die Zügel ſtraff und feſt uu führen, die Geſellſchaft Jeſu, ſeit 1594 im Beſitz der ausgedehnten Zauten, in denen jetzt das Athenäum, die Stadtbibliothek, das Mu⸗ eum und Prieſterſeminar Raum finden, wirkte Hand in Hand mit Lönig und Statthalter.

Das Hauptbaudenkmal aus jener Zeit iſt leider bis auf ſchwache Keliquien und die Erinnerung erloſchen, der Prachtbau des Mans⸗ ſelder Palaſtes. Jeder, der Luxemburg betritt, hört von jenem Bunderbau, aber das Auge ſucht vergebens, nur dürftige Mauerreſte nugen von der verſchwundenen Pracht.

lagert.

Inſchrift des einen Thores: Immortalis gloriae parens labor!*) Als Albrecht von Oeſterreich 1598 die Statthalterſchaft der Niederlande übernahm, geſtattete er den Luxemburgern alsechten Deutſchen, den Huldigungseid in deutſcher Sprache zu leiſten!

Auch der dreißigjährige Krieg ſchlug hier Wunden und hinter⸗ ließ Narben. Doch wurde das Land erſt ſeit 1636 in Mitleiden⸗ ſchaft gezogen. Franzoſen als Feinde, Croaten, Ungarn, Polen als Beſchützer beide hauſten, mit Peſt und Hungersnoth im Bunde, gleich ſchrecklich.

Auch der große weſtfäliſche Friede brachte dem armen Lande keinen Frieden. Spanien und Frankreich kriegten noch eilf Jahre weiter, bis zum Pyrenäiſchen Frieden, in dem Ludwig XIV den Süden des Landes erhielt; die erſte Zerſtückelung Luxemburgs.

Aber der Appetit kam auch hier im Genießen. Die berüchtig⸗ ten Reunionen ſollten dem allerchriſtlichſten König die Brücke auch zum Alleinbeſitz Luxemburgs bauen. Heute ein ſchnöder Kaufhandel, damals ein noch ſchnöderer Rechtshandel! In dem langen und blutigen Krieg, der ſich nun entzündet, wird die Stadt durch den Marſchall Créqui von der Trierer Straße aus eingeäſchert, dann 1684 die Feſte mit faſt 40,000 Mann regelmäßig be⸗ Spanier, Wallonen, Deutſche, zuſammen nur 4000 Mann, unter dem energiſchen Prinzen von Chimay lagen in dem halb ausgebrannten Felſenneſte; muthig und opferbereit ſtellte ſich ein freiwilliges Bürgercorps von 350 Mann unter die Befehle des Gouverneurs. Der Franzoſenhaß war demnach ſtark und allgemein im Volke. Die Geſchichte dieſer Belagerung iſt reich an feſſelnden Details, heroiſchen Zügen. Am 8. Mai wurden die Laufgräben eröffnet, am 4. Juni unterzeichnet der Gouverneur die ehren⸗ volle Capitulation. Auch 80 Bürger waren geblieben, viele verſtümmelt, viele verließen die Stadt, um nur der franzöſiſchen Herrſchaft zu entgehen. Für die Eroberung der Niederlande, ſeinen nächſten politiſchen Plan, war ein ſtarkes Luxemburg dem franzö⸗ ſiſchen König von größtem Werth. Daher beginnt jetzt der Um⸗ und Neubau der zerſchoſſenen Feſte durch den großen Vauban,

den erſten Ingenieur ſeiner Zeit, der 33 neue Feſtungen erbaute,

300 feſte Plätze verſtärkte, 53

Belagerungen leitete, 546 Gefechten beiwohnte. 3

Er war gewiſſermaßen der zweite Gründer Luxemburgs. Eine Reihe wichtiger Werke, wie die beiden Grunewalder Forts, der Bau mehrerer Caſernen erinnern an ihn und ſein Genie.

Der Ryswicker Frieden 1697 brachte Land und Feſtung wieder in ſpaniſche Hände, aber nur auf drei Jahre. Kaum war an der Schwelle des Jahrhunderts der große Succeſſionskrieg ausgebrochen, ſo übernahm der Generalſtatthalter Philipps V, des Prätendenten der ſpaniſchen Erblande, Maximilian Emanuel, Herzog von Baiern, die Regierung, ſeit 1711 als ſouveräner Herr.

Die Friedensſchlüſſe von Utrecht und Raſtatt ſtellten das viel⸗ umworbene Land unter das Haus Oeſterreich. Achtzig Jahre lang hat es dem Habsburg⸗Lothringiſchen Scepter angehört. Es war jedenfalls eine Stärkung des deutſchen Elements, dieſer Anſchluß an das alte Kaiſerhaus, wenn auch keine durchgreifende. Noch lebt das Andenken an die öſterreichiſche Zeit, an Karl VI, an die edle Maria Thereſia, an den übereiligen Reformator Joſeph II.

man für einen Groſchen einen Capaun oder einen Korb Gemüſe oder gar ein Gericht Fiſche gewinnen kann. Am Tage, der den großen Feſten, wie Oſtern, Pfingſten und Weihnachten vorausgeht, ſieht man Frauen mit Körben, in denen ſich eine Mahlzeit für 6 10 Perſonen mit Wein und Apfe ſinen be⸗ findet, die Straßen durchziehen und Looſe für 3 Groſchen ausbieten, worauf man nicht allein den Inhalt, ſondern auch den Korb dabei gewinnt, wenn man das nöthige Glück dazu hat. Auf alle Branchen des Haudels erſtreckt ſich dieſe Spielſucht, und nicht ſelten ſieht man an den Schaufenſtern der beſten und reellſten Geſchäfte die Anzeige, daß am nächſten Sonnabende ein oder die ſämmtlichen Werke Lope de Vegas oder

Doch alles dies könnte man noch das officielle Spiel nennen, welches das Licht der Sonne nicht ſcheut und ſich auch bis zu einem gewiſſen Punkte vertheidigen ließe; jedoch neben dieſem öffentlichen Spiele beſteht das geheime, das wie ein Krebsſchaden an dem Gedeihen der ganzen Nation nagt das

dennerwal ſi uud Springbrunnen, Vogelhäuſern und Orangerien wechſelte. Wo Beagbünge edrung iſ all die Herrlichkeit geblieben? Nach des Grafen Tod verfiel das tLuxenburg de Lanze; man brach dann ab, die Belagerung von 1684 zerſtörte im Volke fort. giegftie eräffat witer, der Reſt wurde 1777 vollſtändig niedergeriſſen. Nur zwei Nong nete na Tvore und einige Mauerreſte ſind erhalten. Wie Jronie klingt die*) Die Mutter unſterblichen Ruhmes iſt die Arbeit. G Obeiſtau⸗f eſtiger de ral- 1 Gealen dit.1. le ne va Am Jamilientiſche. Reihe de Baldu El Monte. Scbiſefrnges Wenig bekannt mag es ſein, daß die Spanier mit Ausnahme der tlich denkwü lndt Kapolitaner vielleicht die ſpielſüchtigſte Nation ſind, die es gibt, und uch dem d oh) dazu iſt wohl anzunehmen, daß das Laſter des Spieles erſt durch die mm d in Lande 1 Sanier in Neapel ſolch eine außerordentliche Verbreitung gefunden hat. II. iſt des Ir lner allen Formen und Geſtalten wird jenſeits der Pyrenäen dieſer Lieblings⸗ königs, ſieenſchaft gefröhnt. Es gibt dort eine Staatslotterie ähnlich der unſeren jen um 4.. 4 Tode ka 8 Dann ein Staatslotto, dem öſterreichiſchen gleich, welches alle 10 Tage ge⸗ V o in hat als Ki deben wird ferner Prämienanleihen wie z. B. die bairiſche, wo jede reußen al zur N lcüe gleichfalls in einem beſtimmten Zeitraum von Jahren gezogen wird und ſchwarz ſeidnes Kleid m Saarth ktlich eine unnennbare Anzahl von ſtädtiſchen Lotterien, welche mehrere ein Paar Reitſtiefeln verlooſt werden ſollen. buf ulle des Jahres mit einfacher Autoriſation des Stadtrathes den guten 4 mu Luxem- klregern das Geld aus den Taſchen zu locken wiſſen. Doch dies alles genügt lbſt 71 digkeit w ato nicht! Wenn am Ende eines Markttages einem Händler irgend ein zalſti. das 99 evenſtand übrig geblieben iſt flugs hat er eine Lotterie eingerichtet, wo 2 a npfen 4 2

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