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Kartenhaſardſpiel: El Monte. Ich kann dem Leſer keinen deutlichen Begriff geben, wie ſehr dieſes unglückliche Spiel ſich mit dem ganzen Volke ſo zu ſagen verkörpert hat. Ich ſelbſt habe die Deputirten der Cortes während einer Pauſe in der Büvette der Deputirtenkammer eine Bank auflegen ſehen — ich ſah in St. Jago de Compoſtella die Studenten während der Vorleſungen ſpielen— noch mehr, ich ſah Kinder nach der Schule um Kirſchen Monte ſpielen und hörte lachend einem gjährigen Burſchen zu, der dem Bankier gegenüber und mit vollem Recht behauptete, daß es gegen die Regeln des Spiels„unter Caballeros“ wäre, das Capital der Bank während der Taille zu verringern— was hier ſo viel hieß, als von den gewonnenen Kirſchen zu naſchen.— In allen Schichten der Geſellſchaft in allen Provinzen — bei beiden Geſchlechtern herrſcht das Monte, obgleich im Süden mit mehr Energie und Leidenſchaft noch als im Norden— vielleicht mit Ausnahme der baskiſchen Provinzen.—
El Monte iſt ein höchſt einfaches Spiel. Der Bankier legt die beiden oberſten Karten des Spiels auf eine Reihe und ladet die Spieler zum Poin⸗ tiren auf dieſe oder jene Karte ein. Iſt dies geſchehen, ſo dreht er das Spiel Karten um und fängt an mit der größten Langſamkeit die Karten eine nach der andern abzuziehen. Sobald nun eine Karte kommt, welche den gleichen Werth mit einer der beiden hat, welche auf dem Tiſche liegen, ſo verdoppelt der Bankier den Satz auf dieſer Karte und zieht für ſich all das Geld ein, welches auf der andern ſteht.— Ich glaubte dieſe Auseinanderſetzung der Technik des Spiels voranſchicken zu müſſen, um dem Leſer eine Spielepiſode zu ſchildern, der ich ſelbſt beigewohnt und die ihm den beſten Beweis liefern wird, daß bei der Leidenſchaft des Spieles niemand— ſelbſt der ehrlichſte— auf ſeine eigne Ehrlichkeit bauen kann!— Ich befand mich in Murcia und war eines Abends im Militärcaſino, in welchem ſich die ausgeſuchteſte Geſellſchaft, unter andern auch der Gouverneur der Provinz befand, ſowie der Archidiakonus der Kathedrale. Natürlich wurde, nachdem die Unterhaltung einige Zeit gedauert, ein Monte aufgelegt, deſſen Bank ein zur Dispoſition geſtellter noch ziemlich junger Officier hielt. Ein Bekannter erzählte mir, während wir uns einen Platz hinter den Spielern ausſuchten, daß dieſer Bankier im vergangenen Monate über tauſend Unzen Gold(23,000 Thlr.) verſpielt hätte, aber daß er ſeit ungefähr 14 Tagen Abend für Abend und nicht unbedeutende Summen gewönne.— Die Partie ging ihren gewöhn⸗ lichen Gang, und obgleich kein außerordentlicher Coup geſchehen war, ſo war der Bankier doch entſchieden im Gewinn. Da mit einem Male— an⸗ noncirt er, daß es der letzte Coup wäre, da er kaum noch ſo viele Zeit hätte, zur Diligence zu kommen, denn er reiſe am ſelben Abend ab.— Auf dem Tiſche lagen links die Zehn, rechts der König. Man pointirt, die einen hier, die andern dort, aber überall ſehr hoch, wie das gewöhnlich bei einem letzten Coup geſchieht.— Der Bankier gibt das Zeichen, daß er das Spiel umdrehen wird, und alles harrt erwartungsvoll.— Da im Augenblicke, wo er ſchon Miene macht, das Spiel aufzuheben— wo er es ſchon in der Hand hat— ergreift ihn ein heftiges Nieſen, das ihn einige Augenblicke lang erſchüttert. Als er wieder zu ſich kömmt, ergreift er mit der rechten Hand— während die Linke immer noch die Karten hält, ſein neben ihm liegendes Taſchentuch, jedoch dermaßen ungeſchickt, daß es zu Boden fällt.— Er beugt ſich ſchnell zur Erde, um es aufzuheben, ſcheint jedoch zu vergeſſen, daß ſeine Linke immer noch die Karten hält, und daß die natürliche Bewegung des Körpers hervor⸗ bringen muß, daß die Linke mit dem Spiele ſich hochhebt.— Und ſo ge⸗ ſchieht’s.... Deutlich ſehen wir alle, daß unten der König liegt— daß alſo der König gewinnen wird. Der Bankier hat während deſſen ſein Tuch gefunden und reinigt ſich die Naſe...
„Schnell Caballeros,“ ruft er—„wer noch ſetzen will, der ſetze... ver⸗ teufelter Schnupfen... hatſchi... hatſchi!“... Und wiederum beginnt das Nieſen!
Was geſchah nun?.... Hat es der Leſer nicht vielleicht ſchon errathen? Es ſtanden um den Tiſch herum wenigſtens ein Dutzend von Männern, welche man im gewöhnlichen Leben keine Secunde gezögert hätte, als Ehrenmänner im vollendeteſten Sinne des Wortes anzuſehen— Officiere, hohe Beamten— Granden von Spanien und Gutsbeſitzer, deren Vermögen nach hundert⸗ tauſenden zu zählen war!
Was thaten ſie— alle die, welche den König unten geſehen hatten?.... Sie zogen ihr Geld von der Zehn(es iſt dies bis zum letzten Augenblicke beim Monte erlaubt) und ſetzten es auf den König— ja ſogar einige von ihnen ſetzten Hände voll Gold noch dazu!!
—„Ahora Sennores!“— ruft der Bankier, der endlich zu nieſen auf⸗ gehört hat—„zum Teufel— alles auf den König?“— Er dreht langſam das Spiel um.......... die Zehnliegtunten!!
Ich kann nicht erklären, wie der geſchickte Betrüger dies Kunſtſtück zu Wege gebracht hat. Man nennt die Art und Weiſe, eine Karte unbemerkt unter die andre zu ſchieben:„Volte ſchlagen,“ weiter weiß ich nichts davon. — Er ſcharrte den Haufen Gold und Silber, der vor ihm lag, zuſammen, ſteckte ihn zu ſich— wünſchte allerſeits gute Nacht und verließ eilig den Saal. Niemand hielt den frechen Gauner auf, niemand warf ihm ſeinen offenkundigen Betrug vor.... da niemand das Recht dazu hatte, da es noch ſehr die Frage war, wer eigentlich der wirkliche Betrüger hier geweſen— der Gauner von Profeſſion.... oder die hohen Herrſchaften!
Doch ſei es zu Ehren letzterer geſagt, daß ſie am ſelben Abend, nachdem ſie dies Ereigniß genügend beſprochen, ſich mit 150 Unzen Gold ſtraften und dieſe Summe dem Hoſpital zuwieſen.
Freilich— am nächſten Abend.... ſpielten ſie von neuem El Monte.
M. C. Auflöſung der Räthſel in Nr. 32. I. Flechte.— II. Windroſe.
Briefkaſten.
Der Frühling ſendet ſeine Lieder auch in unſere ernſten Redactionsräume, bald in ge⸗ reimter, bald in ungereimter Rede. Leider klingt's faſt immer ungereimt:
Biſt du ſchon im Hain geweſen Haſt du ſchon hinaufgeſchauet
Und haſt gelauſcht mit Aug' und Ohr? In das ätherblaue Hoch,
Haſt du jene Schrift geleſen, Das, wie von neuem ſich erbauet,
Die nimmermehr verſteht der Thor? Die Sonn' in höhere Bahnen zog? werden wir von P. L. in S. angeſungen. Laſſen Sie dieſe„Erſtlingsblü then“ ruhig — in den Papierkorb fallen; ſie werden ntemals zu Früchten reifen!— Ein Produkt der berauſchenden Lenzesdüfte iſt wohl auch die Schauer⸗ und Rührgeſchichte:„Der ver⸗ heimlichte Erbe oder die verheiratheten Geſchwiſter“. Wenn die Einſenderin wirklich ihr Brot durch Handarbeit verdienen muß, ſollte ſie ibre Nächte lieber zur Ruhe und zum Schlafe verwenden, als zur Abfaßung ſo krankhafter Erzeugniſſe.— Der Frühling iſt wohl auch Herrn O. R. zu Kopfe geſtiegen, der in unſerer harmloſen Mittheilung des „Lobes der Poſt“(S. 448) eine„Verhöhnung des Poſtinſtitutes“ überhaupt erblickt und uns in geflügelter Proſa eine Standrede hält.„Mit Verachtung leſen wir eine ſolche Zeitſchrift“ heißt es darin,„die es ſich zur Aufgabe macht, ein Inſtitut herabzuwürdigen, das vorzugsweiſe dazu berufen iſt, dem Gemeinwohl zu dienen und mit Hilfe deſſen wir Leſer erſt in den Beſitz der Literatur gelangen“ Wenn Sie noch einmal mit kälterem Blute— den incriminirten Artikel leſen, werden Sie ſich gewiß beruhigen; aber ein anderes Mal, bitte, frankiren Sie Ihre Zuſchriften!— Auch„beſcheidene Anfragen,“ wie die III. Jah der Leſerin E. W. in Danzig erbitten wir uns frankirt, da wir ſonſt keine Antwort er⸗ theilen können.— Auf die von G. B. in Halle u. a. an uns gerichteten Fragen über den jungen Tjark(S. 432) bemerken wir: Nur wenige Schiffer können ſchwimmen; hätte T. es aber auch gekonnt, ſo wäre es ihm in der heranſtrömenden Flut doch wohl un möglich geweſen, ſtch dadurch zu retten. Die Dünen konnten dem Unglücklichen nicht den Wes weiſen, weil ſie außerbalb des Strandes liegen, oft Stunde und mehr von dem ſelben entfernt. Er konnte ſie desbalb nicht ſehen— der Strand aber ſieht überall gleich aus.— Daß 9 Wochen ſpäter die mit Bleiſtift geſchriebenen Zeilen noch lesbar ware⸗ 1 nicht überraſchend: Graphit löſt ſich im Seewaſſer durchaus nicht auf. Daß in Knnaſen früher Hochwaſſer war, als in Oſtfriesland, liegt in der Natur der Sache. Die Zeit, un welche die Flut an einem Orte zu Zeit des Neu⸗ und Vollmondes ſpäter eintritt, als de Durchgang des Mondes durch den Meridian, heißt bekanntlich die Hafenzeit eines Ortes. Man Nun beträgt die Hafenzeit für den dortigen Norddeich 11 h. o. m., für Kuxbafen abet 4 ve 1 h. o. m.— Nicht zu verwenden ſind die Einſendungen von A, K. in Br.— R. R. 88 Aumen, Re Breslau.— H. S. aus K.—. J. V. in A.— E. v. B. in B.— Mit der„Gerbere datte und Färberei der Zickel“ haben wir uns nie beſchäftigt, können deshalb Herrn M. DW n. Ich in A. leider die gewünſchte Auskunft nicht geben.— Herrn B. v. D. in K.— Ein lebendiges 4 Si n und anſchauliches Bild der ſegensreichen Thätigkeit des Johanniterordens im letzt 1 gnc jährigen Kriege finden Sie in den„Erlebniſſen eines Johanniter⸗Ritters auf 3 Plan vorbere
dem Kriegsſchauplatz in Böhmen“ von B. von Werder(Halle, R. Mühlmann.— Es wird Sie gewiß auch intereſſiren zu hören, daß die Jobanniterritter die einzigen„Wieſ Perſönlichkeiten ſind, die im vorigen Felzuge auf ibren Wunſch nicht durch Orden Ein decorirt worden ſind. Der Ertrag der kleinen Schrift iſt übrigens für das Jo⸗ 1 6 4. e hanniterkrankenhaus in Genthin beſtimmt.— Auf die Beſchwerde des„Abon. eben wird ang nenten in Holſtein“ antwortet uns das Berliner Zeitungs⸗Comptoir:„Das geſchoh„nlg Daheim koſtet in Holſtein nicht mebhr als 18 Sgr. pro Quartal. Selbſtredend ſoben ſei. können jedoch Recherchen in Betreff der queſt. Reclamation dieſſeits nicht angeſtellt werden W. 1 wennes dem betr. Abonnenten nicht beliebt, aus ſeiner Anonymität herauszutreten.“ 4 alleg 7 1 en com inirl
Inhalt: Clelia. Nov. von A. Mels.(Fortſ.) Das Leben des deutſchen Waldes. II. Von H. Wagner. Mit Illuſtr. von Brinckmann.— Das edelſte der Bretſpiele. Von G. R. Neumann.— Die Feldherren des zweiten Kaiſerreiches. 1. Canrobert.— Ein Zufluchtshaus in den Alpert Mit Illuſtr.— Bilder aus Luxemburg. V. VI.— Am Familientiſche.
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