Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
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ergönnt, daß der Au

eeling, den Anderßen t ſechs gegen acht Ge interlegenheit, ſonden 3s ein Verſtoß gege gt. Dies erhellt an r gegen ſeinen jungel

nach durchaus correck Wir geben ſie mitd

ihn einige Zeit lang täglich zu ſehen, wird demſelben beiſtimmen, wenn

nern namentlit er behauptet, daß der franzöſiſche Feldherr in ſeinem ganzen Aeußern e aicht die geringſte Spur desMilitäriſchen trägt.

Man ſagt hier gewöhnlich, er ſehe wie ein Muſiklehrer aus, und, ich weiß nicht warum, aber dieſe Definition ſcheint mir treffend. Klein, von ge⸗

ſu vrungener Figur, mit langem, nach hinten gekämmtem Haar, hat

leine ganze Geſtalt ſo etwas Zierliches, Feines, daß man es ſich nie⸗

ig mals vorſtellen könnte, daß dieſer Mann fähig ſein ſollte, das Ge⸗

t ümmel einer Schlacht zu beherrſchen. Seine Hände ſind weiß und llein, und um ſeinen Fuß hat ihn ſicherlich ſchon manche Dame be⸗ neidet. In einem Worte man kann ſich keinen Soldaten unter d dem Aeußern Canroberts vorſtellen, und ſelbſt als Privatmann be⸗

ührt die faſt übertriebene Sorgfalt für ſeine Perſon unangenehm. Das 6 inzige, was mit ihm ausſöhnt, iſt ſein offener, heller Blick, aus velchem Verſtändniß und Güte leuchten, der aber, wie es ſcheint, heſſer dazu taugt, Empfindungen aufzunehmen als wiederzugeben und ſem auf jeden Fall die Energie fehlt, die man ſich gewöhnlich bei ſinem Feldherrnblick vorſtellt.

Wenn jedoch die Phyſiognomik jemals getäuſcht hat, ſo iſt der Marſchall Canrobert ſicherlich der eclatanteſte Fall. Dieſer kleine e terliche Herr iſt durch und durch Soldat in des Wortes wei⸗ g eſter Bedeutung ſeine zarte weiße Hand führt heute den Mar⸗ ſhallsſtab wie ehemals den Säbel mit einer kalten Verwegenheit, die in Erſtaunen ſetzt, und dieſerHerr, welcher, wie man es ſich vor⸗

Arderſen ſellt, nur in den Salons der feinſten Welt ſich zu bewegen ſcheint, H T. A8s er, wie man hier ſagt, ausſieht, als wenn er ſich nur von Milch und 4 ²§. 8- s hühnerfleiſch nährt, hat einen Körper, der nicht allein allen Strapazen D T. b8 4 und Leiden der härteſten Campagne Trotz bietet, ſondern ſogar ein h.ES=Ds pewiſſes Vergnügen darin zu finden ſcheint, dieſelben aufzuſuchen E50 D.Bd- N ind zu erdulden. Und endlich, um ſein ganzes Aeußere, welches 1 A5- 44) de Verkörperung der etwas leichtſinnigen Lebhaftigkeit, die dem Fran⸗ 91 M ziſen eigen iſt, zu ſein ſcheint, noch mehr Lügen zu ſtrafen, iſt Mar⸗ 1 1 K A41 4 ſhall Canrobert ein Mann von ernſten, kalt⸗vernünftigen Gedanken, 83 4.D8-h r mit mathematiſcher Genauigkeit ſein Leben eingerichtet hat, und Fl T. ES- As it derſelben Genauigkeit... ſeine Pflicht thut. D T. M B4 Wir wollen das Leben dieſes ſo wenig begriffenen Generals zu I 2. 1 ſtaziren verſuchen. Sein Vater, ein ziemlich unbemittelter Land⸗ 3 9 A1n. Bt uann, der jedoch einer guten Familie der Auvergne angehörte, ſchickte 31 D. B6 B1 ſänen 1809 zu St. Cerré gebornen Sohn im Jahre 1826 in die IS D. M v. D2 Militärſchule von St. Cyr. Es war eine Zeit, wo der Haß gegen 62 D. p die von dem Auslande der franzöſiſchen Nation aufgedrungene Dy⸗ II† S. z, uſtie der Bourbonen faſt ihren Höhepunkt erreicht hatte und be⸗ 201 L. B3-(3 ſanders in der Jugend der Schulen ihre lebhafteſten Vertreter fand. 6 4+*.01= B5 der junge Canrobert floh inſtinctmäßig alle jene ohnmächtigen De⸗ B24 f. nonſtrationen, lag mit eiſernem Fleiße ſeinen Studien ob und ver⸗ n. T Gt ſuß ſchon nach 1 ¾ Jahren die Schule als Seconde⸗Lieutenant eines B5

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·1n, ntereſſtre 4 Aika verſetzt zu werden. 1836 wurde ihm dieſe Bitte gewährt, und

hanäſſce ſeinen undet wurde.

Aafanterieregimentes. Seine kleine Statur und ſein zierliches Weſen gen ihm oft den Spott ſeiner Kameraden zu, jedoch Canrobert er⸗

uſtien wirklich wie eine Maſchine, die dazu eingerichtet war, der beſte 1 Soldat eines Regimentes zu ſein. Seinen Dienſt mit der ſtricteſten,

ſanlichſten Gewiſſenhaftigkeit erfüllend, fehlte er bei keinem Schmauſe 1 der Officiere, war der gefälligſte, ja liebenswürdigſte Kamerad, trank, unzte und duellirte ſich... doch am nächſten Morgen, und wenn er

eiih nuch die ganze Nacht fröhlich durchſchwärmt hatte, war er der erſte i 1 ja r

uf dem Exercierplatze, und ſeine Soldaten die beſtgeſchulten, und i, welche amordonnanzmäßigſten aufmarſchirten. So kam t denn, daß bald der jüngſte Officier auch der beliebteſte beim Regi⸗ nente ward, und er hat einen gewiſſen Ehrgeiz darin geſetzt, vierzig Juhre hindurch von den unterſten Stufen bis zu den höchſten der Anmee dieſe Eigenſchaft ſich zu bewahren.L'ami des officiers, le Pore des soldats das iſt der Spitzname des Marſchalls Can⸗ wohert in der franzöſiſchen Armee, um den ihn wohl jeder General der Wllt beneiden kann. Sein Avancement ging ziemlich langſam in dieſer erſten Epoche ſeines Lebens vor ſich; 1835 ward er erſt Premierlieutenant und machte als ſolcher eine Eingabe an das Kriegsminiſterium, um nach

n nächſtfolgenden Jahr errang er ſeine erſten Lorbeeren beim Sturm

Luu/ auf Conſtantine, wo er an der Spitze ſeiner Compagnie in die Stadt m. Cer ta nailii⸗ eindrang und ziemlich ſchwer durch den Schuß eines Biscayen ver⸗

Im Jahre 1840 kehrte er mit dem Grade eines

i ale, dauptmannes und Regimentsadjutanten(in Frankreich der Ueber⸗

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gangsgrad vom Hauptmann zum Stabsofficier) und dem Kreuze der Ehrenlegion auf der Bruſt, nach Frankreich zurück und wurde zur Organiſirung einer neuen Truppengattung der ſeitdem ſo be⸗ rühmt gewordenen chasseurs d'Orléans, dann chasseurs de Vin- cennes und jetzt chasseurs à pied verwendet. Zwei Jahre ſpäter ſehen wir ihn an der Spitze eines ſolchen Bataillons des 5. als Major nach Afrika zurückkehren, um die Kriegstüchtigkeit der neuen Truppen im Felde zu prüfen. Der Herzog von Aumale, unter welchem auch der General Cavaignac damals in Afrika com⸗ mandirte, hatte bald ſeine Aufmerkſamkeit auf die außerordentliche Befähigung des jungen Officiers gerichtet, der das Talent beſaß, ſeine Truppen ſelbſt im Felde dermaßen zu discipliniren, daß ſie als Muſter der ganzen Armee hingeſtellt werden konnten und er, obgleich ſehr ſelten beſtrafend, von den Soldaten dennoch wie die Hölle ge⸗ fürchtet, und wiederum wirklich geliebt und geachtet wurde. Während der Campagne von 1843 1844 hatte Canrobert Gelegenheit, ſein Muſter⸗Bataillon vielfach zu zeigen, und nur die, welche das wüſte Leben und die lockere Disciplin des franzöſiſchen Heeres zu jener Zeit in Afrika kannten, ſind fähig zu beurtheilen, welchen Werth ein General auf einen Officier legen mußte, welcher fähig war, ſein Bataillon ſo zu halten, wie Canrobert es that. Die Folgen dieſes Feldzuges waren, daß er 1845 zum Oberſtlieutenant ernannt wurde und man ihm auftrug, ein neues Meiſterſtück zu machen, indem er das damals gänzlich desorganiſirte 2. Regiment der Fremdenlegion unter ſeinen Befehl bekam.

Dieſe Aufgabe wurde in den Grenzen der Möglichkeit mit ſo überraſchendem Erfolge von Canrobert ausgeführt, daß ſchon nach 18 Monaten die Regierung ihm eine neue Belohnung ertheilte, ihn zum Oberſten ernannte und ihm das 1. Zuavenregiment gab. Mit dieſem Commando betraut, war es ihm zum erſten Male ge⸗ geben, ſeine militäriſchen Fähigkeiten in ihrem wahren Lichte zu zeigen. Dem bekanntlich mehr als unfähigen General d'Herbillon war eine Expedition gegen die Oaſe Zaadſcha aufgetragen worden, wo die Araber hinter einer noch in der Römerzeit erbauten und in der letzten Zeit, wie man ſagte, von engliſchen Ingenieuren ſtark reſtaurirten Veſte, den franzöſiſchen Streifcolonnen Trotz boten. Mit einer nicht zu rechtfertigenden Leichtfertigkeit griff General d'Herbillon das be⸗ feſtigte Dorf an, und was in den Annalen der franzöſiſchen Armee in Afrika ſeit Jahren nicht mehr aufgezeichnet werden konnte wurde mit großem Verluſte zurückgeſchlagen.

Ein zweiter Verſuch, ſich des Dorfes zu bemächtigen, mißlang gleichfalls, und das kleine Expeditionscorps des Generals d' Herbillon wäre in eine ſehr mißliche Lage gerathen, wenn der Rath des Oberſten Canrobert nicht endlich angenommen worden wäre.

Dieſer Rath beſtand darin das Dorf Zaadſcha... regel⸗ recht zu belagern. Man kann ſich kaum eine Vorſtellung machen, mit welchem Enthuſiasmus die Officiere oder mindeſtens ein großer Theil derſelben, welche die Kriegsſchule beſucht hatten, dieſen Plan zur Ausführung brachten. Es war dies ſo etwas Neues in Afrika! Unter der umſichtigen Leitung Canroberts werden Lauf⸗ gräben hergeſtellt, das Lager wird durch Erdwälle befeſtigt und die drei Feldobuſiers beginnen ihre winzige Kanonade. Die Araber haben ſo etwas noch nie geſehen mit Staunen betrachten ſie die

geſchoſſen und Canrobert ſeine Zuaven perſönlich zum Sturm führt, weichen ſie überall zurück und die Schlappe des General d'Her⸗ billon iſt wieder gut gemacht.

Im Jahre 1850 zum Brigadegeneral avancirt, wird er nach Paris berufen und tritt zum erſten Male und mit einer gewiſſen Art von Scheu dem damaligen Präſidenten der franzöſiſchen Republik bei der Meldung unter die Augen. Dieſer empfängt ihn kalt und

gemeſſen, richtet einige kurzſilbige Fragen an ihn und erhält von dem General kalte, kurzſilbige Antworten; das meergrün⸗bläuliche Auge des Präſidenten ruht apathiſch auf den ſonnverbrannten Zügen des jungen Generals, und dieſer ſchaut in daſſelbe mit jenem freien,

offenen Männerblick, welcher ihn charakteriſirt. Die Audienz hat kaum 5 Minuten gedauert, und der General verläßt ziemlich miß⸗ vergnügt den Prinzen, indem er im Vorzimmer des Elyſée, laut genug, um gehört zu werden, zu dem ebenfalls zur Meldung erſchei⸗ nenden Oberſt Espinaſſe ſagt:er habe ſich unter einem Napoleon doch etwas anders vorgeſtellt!

Am ſelben Abend jedoch läßt ſich der Deputirte Fialin de

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Trancheen, die ſich um ihre Veſte ziehen, und als endlich die Breſche

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