Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
520
Einzelbild herunterladen

520

1. n arigeJeil

Schachmeiſtern, welche nicht ſelten aus weiter Ferne kamen, hohe Schachmeiſter aus den verſchiedenſten Ländern um hohe Preiſe kämpften. i uytet,da Beweiſe ſeiner Huld. Oft räumte er ihnen den Platz vor den ſtolzeſten Dieſe große Zuneigung zu einem Spiele von Männern namentlich e bch her Rittern ein und überreichte ihnen beim Abſchiede koſtbare Geſchenke. der gebildetſten Claſſe würde Verwunderung und Erſtaunen erregen, iiiae er Dieſen günſtigen Umſtänden verdankt auch das Werk des ſpaniſchen wenn wir nicht wüßten, daß das Schach eine vorzügliche Gymnaſtik emüin ahe 1 Geiſtlichen Ruy Lopez:Buch der edlen Erfindung und Kunſt des des Geiſtes iſt. Deswegen haben es nicht nur Koryphäen, wie warum, r Figu Schachſpiels u. ſ. w.(1561) ſeine Entſtehung. Im ſiebzehnten Friedrich der Große, Voltaire, Rouſſeau, Leſſing, Maria Thereſia, dungen g Jahrhundert wurde das Schachſpiel auch eine Lieblingsbeſchäftigung Napoleon, mit Vorliebe betrieben, ſondern auch Männer, wie Leibnitz, ſir urule deutſcher Fürſten. Herzog Friedrich Auguſt von Braunſchweig⸗ Goethe, Jean Paul, ihre hohe Anerkennung über dieſe tiefſinnige nald 168 8 Lüneburg der Aeltere ſchrieb ſogar unter dem Namen Guſtav Selenus Geiſteserholung ausgeſprochen. Deswegen hat auch die Breslauer ünme 4 um ſ eine Abhandlung über daſſelbe. Im vorigen Jahrhundert blühte es Univerſität, als ſie vor zwei Jahren Anderßen, dem Sieger der beiden lün m. ine in Frankreich und Italien. Die Meiſter dieſer beiden Länder ſtanden großen Londoner Schachturniere, das Ehrendoctordiplom überreichte, neidet La ſich aber in der Art der Spielführung gegenüber. Die franzöſiſche nicht nur ſeiner Verdienſte in der Mathematik, ſondern auch ſeiner den hna Schule, an ihrer Spitze der auch als Componiſt berühmte Philidor, Leiſtungen im Schachſpiel gedacht. ſedhn ein nit empfahl namentlich das Bauernſpiel und zeigte, wie die Partie dar⸗ Schließlich ſei uns noch die Bemerkung vergönnt, daß der Aus⸗ enisn ind aauf anzulegen ſei, während die Italiener, vorzüglich der geiſtreiche gang des Wettkampfes um hundert Pfund Sterling, den Anderßen welchem eii Greco und der tiefgelehrte Pagiani, dem bei weiten lebhafteren im vorigen Jahre gegen Steinitz in London mit ſechs gegen acht Ge⸗ lſſe dzu lugt DOſfficierſpiel ihre Aufmerkſamkeit zuwandten. Dieſer Streit iſt in⸗ winnpartien verloren hat, keineswegs ſeine Unterlegenheit, ſondern den uf Pden 3 ſofern beigelegt worden, als ſich gegenwärtig wohl kein guter Spieler ſeine Unterſchätzung des Gegners allerdings ein Verſtoß gegen tamm düherrn ausſchließlich zu einer dieſer beiden Schulen bekennt, ſondern je nach eine goldene Regel im Schachſpiel beſtätigt. Dies erhellt am Man jedoe uumſtänden die Officier⸗ oder die Bauernſtellung zu verbeſſern ſucht. heſten aus folgender Partie, die der Altmeiſter gegen ſeinen jungen Mrſtll Lanre Wie ſollte es auch jetzt wo das Spiel die allgemeinſte Ver⸗ Partner mit voller Kraft geführt hat und die nach durchaus correcter altz har iſt breitung gefunden hat und unter den Braminen in Indien, wie in Anlage einen ſehr ſchönen Abſchluß findet. Wir geben ſie mit der in bedeutung Europa und Amerika ausgezeichnete Meiſter aufzuweiſen hat über⸗ üblichſten Bezeichnung der Züge. L di haupt mäöglich ſein, daß ſich der Spieltypus kaſtenweiſe abſchlöſſe, da.. uerkaunen ſe ddie Partien der verſchiedenen ſtarken Spieler, welche ſich la ſeenhn Stginitz Auberße 8 Steinit⸗ Anderen., nur in der V aufſuchen, ſofort durch Monats⸗, Wochen⸗, ja ſelbſt Tagesblätter zum 1. E2 E4 1=C5 29. L. G2 H T. As Ds n vie man hie Gemeingute gemacht werden? Ja, das Schachſpiel iſt gegenwärtig 3 S2e G5 5 Se 06 30. T. A4 A2 K. Fs Es ͦiyrrſleſch nät i 1.EI G2 E Ez a) 31. T. Fl D1 T. Ds As leden der! 11 aaußerordentlich in Aufnahme gekommen! Man vergleiche nur die 4. S. G1 E2 S. GS F6 32. D. G5 D2 S. 87 C5[uI er l Bücherkataloge aus einem einzigen der letzten fünfzehn Jahre, um 5. S. B1 C3 D7 D6 33. D. D2 E3 K. Es DS heiſes Vergniü ſiich zu überzeugen, wie viel in den verſchiedenſten Sprachen über das 6. Rochirt. L. FS E 34. L. H3 E6 c) D. B6 B7 ud zu erdulden Schachſpiel geſchrieben wird. Und ſchon vor dieſer Zeit war die 1 Le 14 M e Höy, 55 1. 111 2,64 A5 n d) nebatörperung Zahl ſeiner Werke nicht gering, wie man ſich in der königlichen 9. 22C;D; 5.( 347. T. 524Al B4 52 kan iſt, Bibliothek zu Berlin überzeugen kann, obſchon dieſelbe noch viele 10. S. D5 u.+ L. E7 u. F6 38. T. A1 B1 T. As n. A1d huduraden Lücken enthält. Man dürfte uns hier zwar den Einwand machen, 17. vA 8 b 29 93 Sall 5. ½ ma nit mather daß die Menge der literariſchen Erzeugniſſe über das Schachſpiel noch 12. C2 C4 D. G(s. L. H3 HS lui derſelben( kein Beweis für den Abſatz derſelben ſei. Allerdings! Auch dieſe 15-. L29e 8 De Ce⸗ 11 2. PrPe 2. 44 B4 Wi vel V mögen einen gewaltigen Stoß Makulatur liefern, was uns vielleicht 15. A2 A A7 A5 43. T. D2 D1 T. B4 B3 MMisarn vaiſuig mancher Verleger beſtätigen könnte, denn nicht alle ſind ſo anziehend 16. B2 B3 B1 B5 44. D. E3 H6 T. Al n. B1 rlann, der ſedoch iärteten, wie die Anaſaſn ven Hauſe der zechnen ſahdunh lo. Aan 3rn den ä e Pee de Ndee de a an V arheit der Darſtellung und mögli hſte Correctheit aus, wie da 19. S.(3 A4 L. n. A4 47. L. Fl G2 O. D2 D3 ärſchule ve Werk, das der edle Pagiani anonym verfaßte. Aber wem dieſer 20. T. Al n. A4 S. E7 C6 48. D. Fs n. F7+ S. C5 D7 e von dem A Beweis für die Verbreitung des Schachſpiels nicht genügt, den 21. D. D1 Dz2 L. F6 DS 49. 04 C5 D. D 3u. G3+ ofſtie der Bou woollen wir darauf aufmerkſam machen, daß faſt jede größere und gar 22. D3 4. DS B6 50. K. H2 Gi T. B3 C3 Anders in der 7 3 23. D4 D5 D. D7 A7 51. C5 n. D6+ K. C7 B6 1 manche kleinere deutſche Stadt eine abgeſchloſſene und durch ſorgfältige 24. L. E n. B6 D. A7 n. B6+B 52. T. Bi B2+ K. B6 C5 er junge Cans Statuten organiſirte Geſellſchaft aufzuweiſen hat, die oft mehrere 25. K. G1 H1 S. C6 Ds b) 53. T. B2 B1 T. C3(2 aſtrationen, Abende in der Woche dem Cultus des edlen Spieles weiht. Und 26. D. D2 G5 K. Es FsS 54. T. B1 B5+ K. C5 C4 Fſſchon nach wie ſehr werden in dieſer Hinſicht die Deutſchen, obſchon ſie unter 27 15 Ps Te G6 und Schwarz gewinnt. funterieregim ſiich die größte Anzahl vorzüglicher Spieler zählen, von den Engea 4 B. DS BA en üm oſtd lländern, Holländern und in jüngſter Zeit auch von den Amerikanern a) Dieſer Zug geſchieht, um den Bauer EA feſtzuſetzen ſen virklich 1 übertroffen! Ferner ſprechen für die rege Betheiligung am dem Läufer 62 die Möglichkeit zu nehmen, in der Richtung n hut inez 3 Scchachſpiel die großartigen periodiſchen Verſammlungen von Schach⸗ As zu wirken. zalchſten Ge ſpielern, wie ſie namentlich in England und ſeit einigen Jahren auch b) Der Springer ſoll auf das Feld C5 geſpielt werden, wo erz t Offieiere w in Deutſchland abgehalten werden. ſden wunden Fleck der weißen Partie trifft. me und dun Den Anſtoß zu dieſem Aufſchwunge, den das Intereſſe am c) Daß Schwarz den Läufer nicht nehmen darf, iſt erſichtlie die gu 4 Schachſpiel in letzter Zeit genommen hat, gaben namentlich außer der Weiter aber hat der ſchöne Zug von Weiß keinen Zweck, ja wir in dem ben Rieiſe des Amerikaners Paul Morphy nach Europa die beiden großen müſſen ihn ſogar für ein verlorenes Tempo erklären. Ie, wel ſdie Coondoner Schachturniere, welche bei Gelegenheit der Induſtrieaus⸗ d) Dieſe Partie beſtätigt namentlich Anderßens hohe Mei ſtellungen in der Weltſtadt veranſtaltet wurden und in denen die ſchaft in der Führung geſchloſſener Partien. 1 nrat

Die Feldherren des zweiten Kaiſerreiches.

1 4 Von unſerem Pariſer Correſpondenten.

I. Der Marſchall von Frankreich Certain-Canrobert.

Von neuem bringt uns der Frühling das beängſtigende Gefühl eines ſich vielleicht entwickelnden Krieges; Bellona hält ihre ſchaurige Fackel bereit und erwartet das verhängnißvolle Signal, um ſie der zündenden Flamme zu nähern und dann unheilbringend über Deutſchlands oder Frankreichs Gauen zu ſchwingen! Der Him⸗ mel gebe, daß die düſtre Göttin für lange Jahre in den Orkus zu⸗ rückgejagt werde.

Doch wird es die Leſer des Daheim vielleicht intereſſiren, Feldherren kennen zu lernen, von denen die öffentliche Stimme daß ſie im Rathe des Kaiſers bezeichnet ſeien, die Sieger von rino gegen die Sieger von Königgrätz zu führen.

Der Marſchall von Frankreich, Francois Certain⸗ robert ſteht trotz des höchſten Grades der franzöſiſchen 2 hierarchie, den er ſeit zwölf Jahren bekleidet, erſt in 58. Jahre, und wem es gegeben war, wie dem Schreiber dieſer